Anmerkung zu einer Rede von Rein Wolfs, dem Leiter der Kunsthalle Fridericianum
Thomas Zipp, Gummizelle in der Psychiatrie, Foto: Dr. Uwe Thon
Rein Wolfs hat nun einige Jahre die Kunsthalle, respektive das Museum Fridericianum in Kassel geleitet und sehr gute Ausstellungen präsentiert, Ausstellungen, deren Bilderwelten sich einprägten, Ausstellungen, die vielfach auch einen politischen Gehalt hatten, wie zum Beispiel diesen: Less Oil More Courage.
Zur Eröffnung seiner letzten Ausstellung mit Werken von Danh Vo lobte er, für mich auf irritierende Weise, die freie Marktwirtschaft, denn diese gibt es nicht; es gibt Firmen im Rahmen eines Wirtschaftsgefüges, eines durchaus international agierenden Wirtschaftsgefüges, aber frei ist die Wirtschaft schon lange nicht mehr, wird sie doch weitestgehend von Großkonzernen dominiert.
Danh Vo hat die Teile einer großen Statue, dem Nachbau der Freiheitsstatue, er hat diese Teile aus Kupferblech gefertigt, und eine Firma hat dieses Kupfer gesponsert, hat es für Zwecke der Kunst zur Verfügung gestellt, das heißt, es gibt noch Unternehmer, die sich für Zwecke außerhalb der Gewinnerzielung engagieren, die sich gemeinnützig engagieren. Man muss solche Unternehmer lobend hervorheben, aber man muss nicht die Wirtschaft an sich preisen, und diese Wirtschaft pauschal als freie Marktwirtschaft titulieren. Mit anderen Worten: Was ich mit meinem begrenzten moralisch infizierten Verstand nicht begreife, wie man auf der einen Seite durch Kunst gesellschaftliche Zustände kritisiert, und auf der anderen Seite die Wirtschaft generalisierend als freie Marktwirtschaft belobhudelt.
PS.: Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Frau Eva Kühne-Hörmann, war ebenfalls anwesend.
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