Nicht selten hört man, Tausende werden von diversen Firmen entlassen, man sieht sie noch in die Kameras der Nachrichtensender weinen, am nächsten Tag hört man, es handele sich um Faulenzer und Sozialschmarotzer.

Heute entblödet sich das ZDF nicht, auf ein und derselben Internetseite zu behaupten, dass die Deutschen ja allesamt so glücklich seien, besonders in Hamburg, wo die Mieten immer unbezahlbarer werden. Und rechts von diesem Hauptartikel über die glücklichen Deutschen heißt es:

Deutsche immer unzufriedener mit eigenem Job.

Ja, was denn nun?

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/2/0,3672,8352930,00.html

Beckett übrigens würde sich im Grabe umdrehen bei so viel Glücksgedudel, das heißt, bei so starker Verdrängung der Realität. Der eigenen und der der anderen. Selbst an scheinbar phantastisch anmutenden Tagen ….

>>An einem wunderschönen sonnigen Morgen, Mitte der 60er Jahre, war Beckett auf dem Weg durch Regent’s Park zum Lord’s Cricket Ground. Er war eigens von Paris nach London gereist, um das Testspiel zwischen England und Australien zu sehen.  Beckett wohnte im  Haus seines Freundes und Herausgebers John Calder hinter der Wigmore Street. John Gibson, einer der irischen Direktoren von BBC  Radio, erinnerte sich, wie enthusiastisch der Dramatiker angesichts der  grünen Bäume und des Gesangs der Vögel war, wie sehr er das Zusammensein mit wirklich guten  Freunden bei strahlend blauem Himmel genoß. Einer der Anwesenden bemerkte: „Ja, an einem solchem Tag ist es doch gut am Leben zu sein, to be alive.“<< Beckett antwortete darauf: >>So weit würde ich allerdings nicht gehen.<<

>>Well, I wouldn’t go as far as that<<

Der folgende Ausschnitt aus Georg Schramms Programm Meister Yodas Ende verrät, warum die Deutschen glücklich sind: Sie nehmen allesamt Stimmungsaufheller.

Sehen Sie sich mal die Umsatzzahlen für Psychopharmaka an.

About these ads