http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/30/dlf_20111230_1916_2c190967.mp3
Tanja Dückers sagt so um 15:00 herum, unter den Arbeitslosen gibt es mehr von denen, die arbeiten wollen, als umgekehrt.
Darauf hin die Dorn (so um 15:15 herum): Dem würde ich empirisch, dem würde ich nicht zustimmen.
Ich frage mich erneut, woher hat diese Frau ihre Empirie?
In dem Kinderlied “Weißt du wieviel Sternlein stehen?”, lautet die Antwort: Gott der Herr hat sie gezählet*.
Thea Dorn tritt auf wie ein Herr, wie eine Herrenmenschin, oder, weniger polemisch, wie die Pharisäer im Neuen Testament, also wie Menschen, denen es gelingt, Gelehrtheit mit unerschütterlicher Ignoranz zu verbinden. Jene Vertreter der Macht, die in Brechts Leben des Galileo Galilei auftreten und sich weigern, einen Blick durch das Fernrohr des Galileo zu werfen, waren ebenfalls Gelehrte. Vielleicht ließen sie die Wirklichkeit deshalb nicht an sich herankommen.
Ich frage mich, warum verschluckt die Dorn (so um 15:15 herum) das Wort empirisch und wiederholt den begonnen Satz noch einmal ohne dieses Attribut?
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*Weißt du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viele Wolken gehen
weit hin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht eines fehlet
an der ganzen großen Zahl,
an der ganzen großen Zahl.
PS.: Wie erfasst man die Motivation von Arbeitslosen? Ich benötige in der Regel bei dem einen oder anderen einen längeren Zeitraum, um herauszufinden, was ihn im Innersten umtreibt. Selbst wenn einer zu träge ist, um sich im Sinne einer Dornenreichen Leistungsethik anzustrengen, wird er das in der Regel nicht zugeben. Wie dringt man also statistisch auf den Seelengrund eines Menschen vor?
…da ist doch ganz einfach:……da ist der Wunsch der Vater des Gedanken……
Das ist in der Tat sehr interessant, warum Leute ein Wort “verschlucken” und damit unfreiwillig wie beim Freudschen Versprecher etwas von sich preisgeben.
Ich glaube, bei Dorn ist willentliches Falsch-Sehen im Spiel: Sie richtet sich die Welt nach Gusto und Publikationserfolg ein, aber nicht nach der Wirklichkeit. Würde sie anerkennen, dass die These von den “faulen” Arbeitslosen eine Lüge ist, müsste sie nicht nur ihr Denken und Schreiben, sondern ihre Haltung ändern. Daran hat sie kein Interesse, sie will kein “Dorn” sein, sie will dort bleiben, wo der Rubel für sie rollt und darum will und darf sie nicht hinsehen. Die Zögerlichkeit im Umgang mit dem Wort “empirisch” erkläre ich mir so, dass sie weiß, wie schnell ihr die “Empirie” um die Ohren fliegen kann oder besser gesagt: wie wenig verlässlich ihr soziales bzw. publiziertes Wissen ist. Vielleicht weiß sie mehr und anderes als sie schreibt. Dorn hält sich wie viele ihrer Konkurrenten mit Erfolg am Ort “Ungefähr” auf, von dem aus man spekulativ alle möglichen und unmöglichen Auffassungen in die Welt setzen kann, Hauptsache, sie lassen sich vermarkten. Es wäre so gut für uns und für den Wald, wenn diese Ungefähr-Publizisten den Mund halten würden.
Danke, dass du dem Phänomen des Worte-Verschluckens nachgegangen bist, lieber Klaus. Diese Details decken mehr auf als die großen Rundum-Erkenntnisse.
… und unabhängig davon, was sie sagt, kann ich ihr schlecht zuhören; diese affektierte Donald-Duck-Stimme, die sie sich draufgeschafft hat…keine Ahnung wie sie darauf kommt, dass das besonders, schlau, interessant, (wasweissich)… klingen soll? Deshalb find ichs auch so schade, dass ausgerechnet sie “Literatur im Foyer” moderiert. Ich mag die Sendung, aber mit ihr fällts mir doppelt schwierig. (Zusehen kann ich ihr auch nicht gut… *g)
…und wie sie das “L” immer so maniriert aus der Gurgel heraus bildet, zum Davonrennen …:-)
Mir gehts genau wie Ihnen. Sehe ihre Literatursendung seit Jahren unter Qualen, aber wenigstens lässt sie die Leute reden…
ups, manieriert natürlich
@ina: Ja, wenn ich Google-Bilder von Thea Dorn von 2004 oder 2006 mit dem von Gioconda empfohlenen SF-Video „Philosophie-Sternstunde“ von 26. Juni 2011 vergleiche, dann scheint sie mir in der Zwischenzeit das Opfer einer missglückten kosmetischen Operation geworden zu sein. OK, die Andeutung von Doppelkinn ist weg, die Stirn wölbt sich glatter und makelloser als je zuvor, und die vormaligen Pausbäckchen ziehen sich nun stramm konkav nach innen. Aber: Verjüngt, verschönt und faltenlos auf Kosten einer leblosen Mimik und eines schiefen Lächelns – das bleibt auch bei abgeschaltetem Ton schwer erträglich.
Lieber Klaus Baum,
ich würde sagen, jegliches Nachdenken über Thea Dorn („… bezeichnet sich“ – laut Wikipedia – „selbst als Agnostikerin. Sie lebt in Berlin und hat einen Bruder“) ist hoffnungslose Zeitverschwendung. Ganz zu schweigen von Grübeleien darüber, was der Begriff „Empirie“ für sie bedeuten mag. Hat sie irgendwann mal empirische Studien zum Thema „Arbeitslose in Deutschland – ihre Lebensumstände und Einstellungen“ gelesen oder gar selbst unternommen? Sicher nicht. Kennt sie persönlich jemanden, der arbeitslos geworden ist und sich seither (a) immer wieder vergeblich oder (b) aus Resignation gar nicht mehr um einen neuen Job bemüht? Kaum.
Diese Frau begann einst, wie ich Wikipedia und Amazon entnehme, Gesang (sic!) zu studieren, wechselte dann zu Philosophie und Theaterwissenschaft und hat schließlich Drehbücher, Theaterstücke, Essays und Krimis verfasst.
Wikipedia: „Charakteristisch für ihre Krimis ist die plastische Auseinandersetzung mit Gewaltszenen.“ Weniger zartfühlend umschrieben in einer Amazon-Leserkritik: „Ich habe gedacht: Deutscher Krimi-Preis für die Hirnkönigin, muss ein richtig guter Krimi sein. Wie einfältig ich war! Ich wusste nämlich nicht, dass Krimipreis-Juroren ein widerliches Konglomerat aus Horror, Sex und Schwachsinn auszeichnen.“ Aus einer anderen Amazon-Kritik: „Die Art und Weise, in der Thea Dorn in ekelhaften Gewaltdarstellungen schwelgt wäre, handelte es sich um erotische Darstellungen, als Pornografie zu bezeichnen. Verfilmt käme der Stoff (hoffentlich) auf den Index. Eine hergeholte Story wird mit schlimmen Gewalt-Detailschilderungen hochgepäppelt…“.
Ach, ich sehe gerade, Amazon bringt uns sogar eine Leseprobe:
„Drei Promille. Und kein bisschen glücklich.
Sie wusste nicht, wovon ihr der Schädel mehr brummte: von dem Champagner, mit dem sie ihre Depression bei Laune hielt, oder von dem Stimmen-Cocktail, der jeden Harvey Wallbanger in den Schatten stellte:
4 cl Kulturgewäsch,
2 cl Berliner Hauptstadtgeist,
einige Tropfen Wermut,
das Ganze aufgegossen mit reichlich Testosteron. Irgendwann zwischen dem zwölften und fünfzehnten Glas hatte sie aufgehört, in den Gesprächen mit herumzurühren. Jetzt stand sie nur noch da und hielt sich an ihrem Champagnerglas fest. Konzentriert genug betrieben war auch dies eine abendfüllende Beschäftigung…“ Wen dies zum Weiterlesen verlockt – bitte sehr:
Die Hirnkönigin: Roman – Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis: Amazon.de: Thea Dorn: Bücher
Besonders gut gefällt mir die Stelle: „Seine Augäpfel hatten die Sehnerven ins Schlepptau genommen. Blind drängten sie ins Freie, dem Alabasterarsch, dem Elfenbeinspalt, den Marmortitten entgegen…“.
Das muss der Neid Thea Dorn lassen, sie hat ihre Werke mit Erfolg vermarktet und kann offenbar, im Gegensatz zu vielen besseren Autoren, sogar davon leben. Dass sie eine proper aussehende Blondine ist und mit der Überzeugung(skraft) derer, die es geschafft haben, ins gleiche Horn stößt wie Bertelsmann (ihr Verlag), BILD, RTL, INSM, Regierung und die übrigen neoliberalen Meinungsmacher, hat ihren Aufstieg in den Medien gewiss nicht behindert…
Aber – müssen auch wir ihr Blablabla deswegen mit unserer Aufmerksamkeit adeln? Ich finde: Nein!
In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!
kurz und bündig dieses weib treffend klargestellt.
nur ist sie dummerweise keine Blondine.
Nein? Auf den Fotos, die ich im Netz von Thea Dorn gefunden habe – Random-House-Website, Wikipedia – ist sie hellblond. Da ich allerdings kein Fernsehen habe, kann ich nicht beurteilen, mit welcher aktuellen Haarfarbe sie zur Zeit auftritt.
vielleicht kann man sagen, an dieser frau ist nichts echt, noch nicht einmal die haarfarbe.
naja, gefärbt blond eben, das lässt sie so kränklich und fahl aussehen, dass man sich fast das fiese Rot zurückwünscht. ((o:
ich denke mal die richtige Haarfarbe ist die von Augenbrauen und Scheitel.
Du investierst viel Zeit in die Verschwendung.
Thea Dorn gelang der Aufstieg in die Kultur-Elite.
Wäre das auch Christiane Scherer aus Offenbach gelungen?
@ Ernst Otto
Frau Dorn zu unterstellen, es gehe ihr nur um den rollenden Rubel, halte ich für völlig aus der Luft gegriffen. Das ist ein Totschlagargument, das mir bei dieser Frau nie in den Sinn käme, vertritt sie doch mit ihrem ganzen Wesen und ihrer Persönlichkeit diese ihre Haltung. Dass sie sich in ihrem Liberalismus permanent selbst verheddert und die Realität ihrer Sichtweise anpasst, steht auf einem anderen Blatt.
@ Klaus Baum
Dorns “Empirie” entsteht im eigenen Bauch. Z.B. auch ihre Behauptung, dass die Deutschen hysterisch und ängstlich seien (Grippeepidemien, Atomkraft usw.). Dass sich in Deutschland fast keiner impfen ließ, dass sich die Deutschen nicht in eine Terrorismusangst bringen ließen, dass die Gegnerschaft zur Atomkraft eher aus einer nüchternen Wahrscheinlichkeitsrechnung resultiert, dass die Eurokrise niemanden schreckt, wird einfach mal weggeblendet. Leider sitzt sie halt immer dort rum, wo ihr niemand Fakten entgegenhält, ob in den Sternstunden Philosophie
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=37c57c9e-bd7c-49ad-9c9a-880f6b57f76e
oder bei Sloterdijk und sonstwo.
@Saby
Warum soll es Zeitverschwendung sein, sich über jemanden Gedanken zu machen, der in der Medienwelt omnipräsent ist und als wichtige Intellektuelle dieses Landes gehandelt wird?
Ja, tut mir leid, das liegt wohl daran, dass ich selbst bis gestern kaum was von Thea Dorns bloßer Existenz wusste und aus ihrem einfältigen Geschwätz in dieser Radiosendung voreilig gefolgert habe, kein Mensch könnte sie ernst nehmen, Dabei bewirbt sie sich mit solchen Ansichten sie ja wohl als gern gesehener Gast in etlichen Talkshows (die ich mir allerdings aus Gesundheitsgründen – Blutdruck! Migräne! Magenschmerzen! – nie ansehe).
Ich denke, der Grund in ihrem Verhalten liegt in ihrem Weltbild: weil nicht sein kann, was nicht sein darf…
Ich hatte mmich bislang auch nicht mit dieser Tante beschäftigt, Mir hat tatsächlich vor Jahren jemand ihren Roman geschenkt, den ich nach wenigen Seiten beiseitse legte, weil er gestanzte Attitüde ist. Las eben bei Wikipedia:
„Als eingefleischter Adornitin blieb mir doch kaum eine andere Wahl, als mich so bei Theo für seine erhellenden Geistesblitze zu bedanken.“ Welch ein Schwachsinn! Ein “eingefleischter Adornit” ist ein eigefleischter Schwachkopf und hat nichts von dessen Philosophie verstanden. Sie ist vermutlich eine jener Adepten, die gern das “sich” verschieben” und dauernd von “Barbarei” sprechen (in ihrem Fall ist die sicher identisch mit dem Sozialstaat). “Der Theo”, den halbwegs belesene Adepten wenigstens “Teddy”nennen, gehört nämlich immer denen, die die größte Mühe haben, ihn zu verstehen. Sein Hang zu Fremdwörtern macht schließlich jeden zum Genie, der ein Wörterbuch bedienen kann. Solche Deppen wären bei Heidegger besser aufgehoben, den sie aber nicht leiden können, weil “der Theo” den auch nicht mochte. Und das Traurigste ist, dass man das niemandem vermitteln kann, der sich nicht überflüssig intensiv mit beiden beschäftigt hat. Weil nämlich unsere “Intellektuellen” von den ihnen unterlegenen Studienabbrechern in den Redaktionen auch noch angehimmelt werden. So, Eimer voll.
Frohes Neues!
Pingback: Feynsinn » Thea Dorns gestammeltes Neusprech
Thea Dorn hätte sich die lange Rede schenken können – ein kurzes “Arbeit macht frei” hätte genügt…
Tolltoll,
wenn der Sound nicht gefällt, schau’n wir uns auch den Inhalt nicht an.
Ernsthaft: man muss TD nicht schätzen (resp. ihre Texte, die Person kennt ja ohnehin niemand), aber echte Auseinandersetzung sieht anders aus.
Es ist der übliche Reflex: Da ist ne aktuelle Debatte, an der man sich ohne Sachkenntnis mal locker beteiligen kann. Ein paar Platitüden lassen sich immer finden. (Doppelkinn, Haarfarbe!! Geht’s noch??!!)
Am besten das neue Buch zur Hand nehmen und gründlich reinschauen. Und ggfs. Abbitte leisten.
Schöne Woche anschließend dann.
peterpan
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