…. und zeigen ihre Ausbeutermentalität jetzt offen, wenn es stimmt, was Monitor da berichtet:

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/0202/werkvertraege.

Kaum ist die Leiharbeit durch das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zumindest etwas besser reguliert und damit für Unternehmen weniger lukrativ, da kommen Arbeitsgeber schon mit dem nächsten Billiglohn-Modell um die Ecke: Werkverträge. Sie versprechen Profit, denn teure Stammarbeitsplätze werden überflüssig, stattdessen kommt der Billigarbeiter. Von der Klassengesellschaft unter den Arbeitnehmern ganz zu schweigen. Die “Vorzüge” von Werkverträgen werden inzwischen sogar an deutschen Universitäten wissenschaftlich und fundiert propagiert, wie ein Beispiel aus Bayern zeigt.

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKE ist an Absurdität kaum zu übertreffen:Wir haben keine Daten zu Werkverträgen – (deswegen) gäbe es keine Hinweise auf “eine weit verbreitete, systematisierte missbräuchliche Nutzung von Werkverträgen” – deswegen müssen wir keine Daten erheben siehe:
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Ärgerlich sind allerdings die Ausführungen von Johannes Jakob, Arbeitsmarktpolitikexperte des Deutscher Gewerkschaftsbunds (DGB):
Ein Problem sei, dass “Deutschland – anders als die meisten europäischen Länder – keine Kriterien zur Abgrenzung von Leiharbeit und Werkverträgen festgelegt hat. … Da die Abgrenzung zwischen korrektem und missbräuchlichem Werkvertrag so kompliziert ist, steht jedoch auch die Gewerkschaft mit Lösungsvorschlägen erst am Anfang.”
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Mein Gott, wenn die meisten europäischen Länder das hinkriegen, warum soll das für deutsche Gewerkschaften so schwierig sein. Mit kaum besseren Argumenten könnten auch Arbeitgeber, welch Realität verzerrendes Unwort, solche Reglungen hinauszögern!

Hinweise und Texte habe ich einem Beitrag von Margareth Gorges auf facebook entnommen.

Zum Thema:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,813388,00.html

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/lebensmittelhandel-weniger-brutto-bei-netto/6157182.html

Der Schriftsteller Horst Bosetzky im Gespräch mit Joachim Scholl

Über dreißig Jahre war er ein ordentlicher Professor der Soziologie, und lange Zeit wusste niemand, dass sich hinter Horst Bosetzky einer der erfolgreichsten deutschen Krimi-Autoren verbarg. Unter dem Kürzel „-ky“ erschienen mehr als dreißig Romane, viele wurden verfilmt.

Horst Bosetzky veröffentlichte 2011 einen Roman über den Industriellen Borsig:

Der König vom Feuerland: August Borsigs Aufstieg in Berlin

Im Gespräch heute erwähnte Bosetzky, dass Borsig ein sozialer Arbeitgeber war, der etwas für seine Arbeiter getan hat, das heißt, er verstand es, sie zu integrieren, sie menschlich zu behandeln

Wenn man sich mit Literatur und Theater beschäftigt, kann man lernen, dass die Ausgrenzung, die Herabsetzung und Demütigung auf Dauer immer zu Gewaltakten führt

In der Orestie des Aischylos werden die Rache”göttinnen”, die Orest jagen, von Pallas Athene im Stadtstaat Athen aufgenommen und dort mit konstruktiven Aufgaben betraut. Die Erynnien wandeln sich in Eumeniden.

Was die ALTEN in der ANTIKE bereits wussten, ist dies: Ausgrenzung aktiviert zerstörerische Kräfte. Integratives Handeln, durch das der andere ebenfalls zu seinem Recht kommt, verhindert die Kumulation eines Aggressions- und Zerstörungspotentials.

Leute wie Borsig wussten das, ebenfalls die Gründer der Zeiss-Werke in Jena. Ein Onkel von mir wohnte in Jena in einer wunderschönen Betriebswohnung der Carl-Zeiss-Werke.

Der heutige Unternehmer und Arbeitgeber denkt in der Regel zu kurz, hat nur den eigenen profitablen Vorteil vor Augen. Er ist von der allgemeinen, globalen Tendenz der Dehumanisierung verblendet, was in meines Erachtens für Dummheit spricht, einer Dummheit, die permanent Kräfte der Zerstörung heraufbeschwört. Und von solchen potentiellen Gewalttätern lassen wir uns regieren.