Aus dem Archiv
Am 2. November, an einem für mich denkwürdigen Tag, an dem einige Freunde jene Aufmerksamkeit mir gegenüber vermissen ließen, die ich ihnen entgegenbringe, wiesen die Nachdenkseiten unter der Überschrift Wo bleibt der Bürgerkrieg? auf eine Debatte hin, die mit den Namen Sloterdijk, Bohrer, Honneth, Menke und anderen verbunden sind. Es geht in dieser Debatte um die Scheinfrage, ob die hart arbeitende Elite finanziell für die faulen Rumhänger aufzukommen habe und ob es eine Unverschämheit seitens des Staates sei, den Selbständigen, die der “Knechtschaft des vierteljährlichen Vorsteuerabzugs” (Martin Luther) unterliegen, die Zeche für das arbeitsscheue Pack der Asozialen bezahlen zu lassen. Jedenfalls stellt es sich mir so dar, wenn ich das folgende Zitat von Christoph Menke lese, in dem er offenbar die Position des übergewichtigen und aufgrund eines Acidose-Leidens schwer atmenden Peter Sloterdijk referiert (Mitgefühl verdienen nur all diejenigen, die sich der Anstrengung einer Diät unterziehen):
>>Der normative Anspruch, einander als Gleiche anzukennen, ist (so liest man in Sloterdijk’s jüngstem Buch Du mußt dein Leben ändern) nur der faule Wunsch der “letzten Menschen” durch “Umverteilung von Endstations-errungenschaften” den Status quo der Durchschnittlichkeit zu bewahren: “Einschwenken in die Horizontale”, “resignatio ad mediocritatem“, Verkannt, ja verdrängt würde hier die “kulturübergreifend” gültige Tatsache, dass Gesellschaften durch eine “Vertikalspannung”, mit oben und unten, Hohem und Niedrigem, bestimmt seien; verkannt würde die “Universalien der Leistungsrollen, der Statuserkennung und der Exzellenz”. Verdrängt wird für Sloterdijk weiterhin, dass das Streben des Einzelnen dem Aufstieg in einer solchen vertikalen, hierarchischen Ordnung gilt. Der ethische Imperativ, unter dem wir stehen – “Du mußt dein Leben ändern”, – besagt: “Beweise, daß dir der Unterschied zwischen Vollkommenem und Unvollkommenem nicht gleichgültig ist, führe uns vor, daß Leistung – Exzellenz, areté, virtù – für dich keine Fremdworte sind.”
(….)
An dieser Stelle entwickelt Sloterdijk sein entscheidendes philosophisches Argument, das zugleich die gesamte derzeitige Polemik gegen den Sozialstaat auf den Punkt bringt. Denn hier führt Sloterdijk seine soziale Grundunterscheidung ein, die die Idee der Gleichheit als solche zu Fall bringen soll. Das ist nicht die Unterscheidung, ob man es auf dem Weg zur Vollkommenheit weiter oder weniger weit bringt. Es ist die Unterscheidung zwischen denen, die den Weg zur Vollkommenheit einzuschlagen bereit sind, die sich den harten Übungen unterziehen, die sie aus ihrem bisherigen Leben herausreißen und zu Tüchtigkeit, Leistung und Exzellenz führen, und denjenigen, die faul, blöde und unfähig im Gewöhnlichen verharren. Diesekönnen nicht anerkannt werden; das Band der Gleichheit mit ihnen ist zerrissen. Denn nur durch Übung und Anstrengung macht man sich – selbst: macht man sich selbst zu einem Selbst. Wer sich nicht übt und anstrengt, wer den Imperativ der Exzellenz nicht hört oder nicht befolgt, verkennt daher nicht nur, was es heißt, ein Selbst zu sein. Er ist vielmehr kein Selbst mehr. Wie könnte er dann noch als ein Gleicher anerkannt werden? Wer sich nicht übt und anstrengt, wer faul, blöde und unfähig ist, hat sich selbst zu einem Nicht-Selbst gemacht: zu einem, den wir Überden nicht mehr anerkennen können. So sollten wir ihn dann auch behandeln. Den Gedanken der Exzellenz ernst zu nehmen bedeutet, so Sloterdijks Konsequenz, den Mut und die Kraft zur Exklusion der “Abgehängten” aufzubringen.<<
Ich greife aus dem Zitat noch einmal folgenden Gedanken heraus: Menke zufolge geht es Sloterdijk “nicht” um “die Unterscheidung, ob man es auf dem Weg zur Vollkommenheit weiter oder weniger weit bringt”, sondern um “die Unterscheidung zwischen denen, die den Weg zur Vollkommenheit einzuschlagen bereit sind, die sich den harten Übungen unterziehen, die sie aus ihrem bisherigen Leben herausreißen und zu Tüchtigkeit, Leistung und Exzellenz führen, und denjenigen, die faul, blöde und unfähig im Gewöhnlichen verharren. Diese können nicht anerkannt werden; das Band der Gleichheit mit ihnen ist zerrissen.”
Diese Überlegung enthält ein Körnchen von Wahrheit, wird aber durch ihre Mißachtung und Ausklammerung des gesellschaftlichen Kontextes grundfalsch. Was mich zunächst stört, ist das Wort Exzellenz, und zwar stört es mich deshalb, weil es durch die Rot-Grüne-Regierung unter dem Parvenü Schröder eingeführt wurde – im Zusammenhang mit den so genannten Exzellenz-Universitäten. Das Herausgreifen-Wollen einiger Universitäten als besonders hochstehend in Forschung und Lehre steht indirekt proportional zur Geistlosigkeit einer Politik, die vermutlich sich mit dem Etikett Exzellenz selbst adeln und ihr Stümpertum damit verschleiern wollte.
Ich muss, um den Sloterdijkschen Gedanken angemessen “würdigen” zu können – und meine Distanz dazu -, auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen. Ich habe als Kind und als Jugendlicher andere, gleichaltrige und ältere, immer bewundert, wenn sie etwas konnten, sei es das Spielen eines Instrumentes, sei es Zeichnen oder Malen oder das Beherrschen einer sportlichen Disziplin. In der Grundschule war ich eher ein bequemer Schüler, der seine Nachmittage vertrödelte und verträumte. Ich muss allerdings hinzufügen, dass ich mir ab der 3. Klasse – mit dem Tod der Großmutter – tagsüber selbst überlassen war, da meine Mutter bis abends um 7 Uhr arbeitete.
Zielgerichtetes Lernen und Üben für die Schule war meine Sache nicht. Allerdings las ich als Kind schon gern Romane und Erzählungen, Fernsehen gab es in den vierziger und fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Glück bei uns zu Hause noch nicht. Und da meine Versuche, Gegenstände zu zeichnen, kläglich scheiterten, entdeckte ich die Möglichkeit, angeregt durch eine Erzieherin in einem Kurheim in der Nähe des Kyffhäusers, Dinge mit dem Fotoapparat abzubilden.
Später, als ich nach der Schule in der Lehre war, gab es in der Zählerwerkstatt einen älteren Kollegen, der dort seine 30×40-Vergrößerungen an der Wand hängen hatte, Fotos, die mich faszinierten, und der Kollege gab mir ein wenig Unterricht in Fotografie.
Mit den zwei Beispielen will ich andeuten, dass es andere waren, auch später noch, von denen Anregungen ausgingen, die einen förderten. Und das war dann noch später vor allem auf dem 2. Bildungsweg so, auf dem ich besonders meinen Deutschlehrern viel verdanke. In dieser Zeit bin ich auch immer wieder Menschen begegnet, die sich verzärtelten, die gern den Weg des geringsten Widerstandes gingen (was allerdings auch meiner eigenen Bequemlichkeit entsprach, in die ich immer wieder verfiel). Allerdings muss man sich dabei fragen, ob der Mangel an zielführender Anstrengung nur an der eigenen Bequemlichkeit liegt oder ob diese nicht vielmehr auch das Ergebnis einer Gesellschaft ist, die jungen Menschen wenig Anreize und Identifikationsmöglichkeiten bietet. Ein Freund, der damals erst sechzehn Jahre alt war, sprachlich hochbegabt, schrieb Gedichte und Texte, von denen die Lehrer sagten, das könne kein Sechzehnjähriger geschrieben haben, dieser Freund fand keinen Verlag und ließ das Schreiben dann sein. Was Sloterdijk im obigen Zitat überhaupt nicht berücksichtigt, ist die Tatsache, dass die Anstrengungen von Vielen im Sande verlaufen … und letztlich niemand ihre Arbeit bezahlen will.
Ohne Zweifel ist die Bereitschaft, sich dem zu unterziehen, was Hegel die “harte Arbeit des Benehmens” nennt (womit er nicht den Erwerb guter Manieren meint, sondern sich mit Disziplin und Anstrengung durch die Geschichte der Philosophie und der Welt hindurchzuarbeiten), conditio sine qua non des Erwerbs von Selbständigkeit des Denkens. Hegel spricht in seiner Philosophie des Rechts von dem “zärtlichen Gemüt, das Großes will”, dem aber die Entschlusskraft fehlt, an einer Stelle der zu leistenden Arbeit anzufangen. Denn kaum geht man in ein Einzelnes hinein, verliert man das Ganze aus dem Blick; aber nur durch dieses Einzelne hindurch ist das Ganze zu gewinnen. Im Sinne obiger Formulierung von Sloterdijk: Da das Ganze nicht zu gewinnen ist, ist das Entscheidende, sich auf den Weg der Vervollkommnung zu machen, man muss diese wollen und damit Anstrengungen auf sich nehmen.
Aber, werter Herr Sloterdijk, das ist philosophisches Allgemeinwissen des 18. Jahrhunderts und der Philosophen des 20., die sich mit der Philosophie des 18. intensiv auseinandersetzten, wobei – im Gegensatz zu Ihnen, Herr Sloterdijk – sich die Gegenwartsphilosophen fragten, welche gesellschaftlichen Bedingungen die Entfaltung der Person behinderten. Und eine dieser Bedingungen ist die Fesselung eines Großteils der arbeitenden Bevölkerung an monotone Arbeitsprozesse. Harte Übungen, die Sloterdijk einfordert, leistet der Monoton-Arbeiter jeden Tag. Eine der härtesten Übungen sehe ich zum Beispiel im Bus- oder Straßenbahn-Fahren im öffentlichen Nahverkehr. Man fährt immer wieder die selbe Strecke, Tag für Tag, und muss doch jede Sekunde hoch konzentriert sein und blitzschnell reagieren können.
Die Vorstellung der deutschen Philosophie des 18. Jahrhunderts von der Vervollkommnung des Menschen durch Übung war weitestgehend frei von einer Bestandsaufnahme der Analyse damaliger Arbeitsformen. Die einzige Beschreibung von Arbeitsmonotonie, die ich kenne, stammt von Karl Philipp Moritz aus seiner Lehrzeit bei einem Hutmacher in Braunschweig. Moritz hat sich nach dieser Lehre auf den Weg gemacht, gleichsam auf eine Art des Zweiten Bildungsweges im 18. Jahrhundert und ist am Ende Professor geworden. Dass aber alle Professoren werden sollen, die sich gegenseitig über die Notwendigkeit des steten Übens belehren, kann Sloterdijk wohl nicht gemeint haben. Sloterdijk redet von harten Übungen, die die Menschen aus ihrem bisherigen Leben herausreißen sollen. Na ja, ich weiß nicht, ob das Herrn Hundt und Herrn Keitel gefallen würde, wenn alle Arbeiter und Angestellte sich plötzlich immer weiter bildeten, um den Status der Exzellenz zu erlangen. (Für mich ist das ein Widerspruch der Sloterdijkschen Theorie, will sagen, die Neoliberalen feiern ihn, weil sie nur verstehen, faule Säcke sollen kein soziale Unterstüzung bekommen, sie verstehen und hören nicht, dass Sloterdijk den Großteil der arbeitenden Bevölkerung auffordert, sich auf den anstrengenden Weg der Bildung zu begeben und ihre Arbeitsplätze hinter sich zu lassen, was die Sozialzahlungen von Bund und Ländern exorbitant erhöhen würde, also das Gegenteil von dem bewirkte, wofür Sloterdijk plädiert. Ich habe zum Beispiel damals in den 50er Jahren eine Lehre begonnen, weil ich zu faul zum Lernen war beziehungsweise weil ich niemand kannte, der mir den Wert von Bildung vorgelebt hätte.)
Nun bestehen keinerlei Zweifel, dass es unter den Arbeitslosen, die Hartz IV beziehen, auch solche sind, die deshalb Hartz IV beziehen, weil sie Opfer ihrer eigenen Bequemlichkeit geworden sind, weil sie genau zu jenem Typus gehören, den Hegel meinte mit der Zärtlichkeit des Gemüts, das nie dazu kommt, sich für etwas Bestimmtes zu entschließen und sich daran erst einmal abzuarbeiten. Aber auch hier ist die Eindeutigkeit von Urteilen und von Verurteilungen schwierig: Vincent van Gogh hat es an keiner Arbeitsstelle und in keinem Studium ausgehalten, wie kein anderer hat er seine Arbeitsstellen gewechselt, bis er endlich entdeckte, dass das Zeichnen und Malen seine Berufung ist. Ich kann nur jedem empfehlen, der der neoliberalen Verunglimpfung der Arbeitslosen müde ist und dem solche Gedanken wie sie Bohrer und Sloterdijk äußern, Übelkeit verursachen, die Biographíe von Matthias Arnold über Vincent van Gogh zu lesen. Diese ist zwar 1024 Seiten lang, aber es lohnt sich, weil hier die Wirkzusammenhänge zwischen den etablierten Berufsinhabern, den Tonangebenden und dem “Obdachlosen” Vincent van Gogh herausgearbeitet werden – bis hin zu dem Neffen Vincents, der durch den posthumen Bilderverkauf bereits Millionen verdient hatte, aber einer ins Unglück geratenen engen Verwandten keine Hilfe gewährte. Die Biographie über van Gogh verdient wegen ihrer moralischen Wertungen durch Arnold das Prädikat “Besonders Wertvoll”.
Sloterdijk meint, ein Plädoyer für Anstrengung und Lerndisziplin geschrieben zu haben, aber er hat eines verfasst, dass die menschliche Kälte und die egozentrierte Besitzgier moralisch aufrüstet und rechtfertigt.
So sehr die Forderung nach Anstrengung und die Kritik an der Bequemlichkeit in Einzelfällen zutreffen mag, sie verkennt, dass das nicht das Hauptproblem im Zeitalter der Massenarbeitslosigkeit ist. Siemens, Nokia, AEG, Quelle, die aufgelösten Betriebe in der DDR wie Foron oder das Isolatorenwerke in Hermsdorf – um nur einige zu nennen – haben Arbeitslosigkeit erzeugt, wobei das Plattmachen der Betriebe in der ehemaligen DDR und die Folgen davon nicht aufgearbeitet werden; ein Faktor, der allseits bekannt ist, aber von der neoliberalen Propaganda permanent verdrängt wird, ist die Automatisierung, die immer noch weiter vorangetrieben wird und bei der man sich fragt, ob ihre Betreiber je zu der Einsicht gelangen, dass Automaten keine Käufer von Waren sind und dass nur derjenige etwas kaufen kann, der Geld verdient.
Wenn ich mir die Bilder von jenen Menschen vor Augen führe, die weinten, als ihnen klar wurde, dass sie ihre Arbeit verlieren, finde ich es extrem zynisch, diesen Menschen vorzuhalten, sie sollten sich gefälligst mal anstrengen, anstatt ALG II zu beziehen.
Zum Abschluss dieses Abgesangs auf Sloterdijk noch zwei Beobachtungen: Kunst und Literatur kennen die Hinwendung zu den gesellschaftlichen Außenseitern. Ich habe dies in meinem Essay über Dickens, Lynch und Kipphardt exemplarisch aufgezeigt. Worauf ich aber vielmehr hinweisen wollte, sind die Geschichten über Winnie the Pooh von A. A. Milne. Puh der Bär ist ein Wesen “with a small brain”, der oft lange überlegen muss, bis er etwas begreift. He stood there for a while. Sloterdijk hätte als Kind Winnie the Pooh sicher verachtet und schon das erste Milne-Buch in die Ecke geworfen und mit trotzigem Geplärr verkündet: “Wer sich nicht übt und anstrengt, wer faul, blöde und unfähig ist, hat sich selbst zu einem Nicht-Selbst gemacht.”
Milne hingegen demonstriert Einfühlung in diesen kleinen Bären mit dem kleinen Verstand.
Theodor W. Adorno hat in den 60er Jahren einen Essay mit dem Titel “Theorie der Halbbildung” geschrieben. Er geiselt die Halbgebildeten, entschuldigt sich aber zugleich für das Privileg, dass ihm Bildung als etwas Selbstverständliches zuteil wurde. Adorno spricht vom Schuldzusammenhang des Privilegs, was man als eine Selbstrelativierung bezeichnen muss, zu der Sloterdijk nicht in der Lage ist und was ihn zu einem Halbgebildeten macht. Bildung ist nicht eine möglichst hohe Summe an erworbenem Wissen, sondern Bildung ist eine Frage der Arbeit der Humanisierung des eigenen Charakters. Jene Frau Dr. Dorothea Siems, die für DIE WELT abstruse Artikel gegen den Sozialstaat schreibt, hat sich zwar dem Sloterdijkschen Postulat der Anstrengung und des Übens unterworfen, sonst hätte sie vermutlich keinen Doktortitel erworben, aber das Ergebnis dieser Mühen ist menschlich gesehen unter aller Sau.
PS. 1: Die Formulierung “resignatio ad mediocritatem“ entnehme ich dem obigen Zitat aus dem Menke-Text. Ich nehme an, die Formulierung stammt von Sloterdijk, und er meint damit die faulen Säcke, die sich weder Anstrengungen noch Mühen unterziehen wollen, um zu einer anerkannten, einen ordentlichen Beruf ausübenden Persönlichkeit zu werden, denn wenn sie das geworden wären, würden sie nicht mehr dem Steuerzahler auf der Tasche liegen.
Nun ist es aber so – gehe ich von meinen Erfahrungen mit Lehrern und Professoren aus -, dass es in der von mir genannten Berufsgruppe jede Menge mediokre Gestalten gab, Mittelmaß, dass einem das Lernen verleidete. Diese Leute hatten sich Anstrengungen unterzogen, hatte möglicherweise sogar mit Mühe ihr Berufsziel erreicht, verdienten Geld mit ihrer Arbeit, zahlten Steuern, lagen niemand auf der Tasche, und waren trotz all dem geistlose, traurige Existenzen. Und was vom Lehrpersonal gilt, wird auch von neoliberalen Steuerzahlern gelten – ein Beispiel sind jene Manager, die große, traditionsreiche Firmen an die Wand gefahren, in die Pleite geritten haben. Mittelmaß, Untermaß vor allem hier. Da diese Typen aber indirekt porportional zu ihrer menschlichen Reife, besser Unreife, zu viel verdienen, empfinden sie sich als unantastbar. Ihre eigene Mittelmäßigkeit laden sie den Arbeitslosen als Sündenböcke auf, das heißt, Sloterdijk lastet für die Wohlhabenden als ihr Hofschreiber den armen Leuten eben jene Attribute negativer Eigenschaften an, die eigentlich solche der Herrenschicht sind. Das macht ihn in der neoliberalen Clique so beliebt.



