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Tanja Dückers sagt so um 15:00 herum, unter den Arbeitslosen gibt es mehr von denen, die arbeiten wollen, als umgekehrt.

Darauf hin die Dorn (so um 15:15 herum): Dem würde ich empirisch, dem würde ich nicht zustimmen.

Ich frage mich erneut, woher hat diese Frau ihre Empirie?

In dem Kinderlied „Weißt du wieviel Sternlein stehen?“, lautet die Antwort: Gott der Herr hat sie gezählet*.

Thea Dorn tritt auf wie ein Herr, wie eine Herrenmenschin, oder, weniger polemisch, wie die Pharisäer im Neuen Testament, also wie Menschen, denen es gelingt, Gelehrtheit mit unerschütterlicher Ignoranz zu verbinden. Jene Vertreter der Macht, die in Brechts Leben des Galileo Galilei auftreten und sich weigern, einen Blick durch das Fernrohr des Galileo zu werfen, waren ebenfalls Gelehrte. Vielleicht ließen sie die Wirklichkeit deshalb nicht an sich herankommen.

Ich frage mich, warum verschluckt die Dorn (so um 15:15 herum) das Wort empirisch und wiederholt den begonnen Satz noch einmal ohne dieses Attribut?

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*Weißt du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viele Wolken gehen
weit hin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht eines fehlet
an der ganzen großen Zahl,
an der ganzen großen Zahl.

PS.: Wie erfasst man die Motivation von Arbeitslosen? Ich benötige in der Regel bei dem einen oder anderen einen längeren Zeitraum, um herauszufinden, was ihn im Innersten umtreibt. Selbst wenn einer zu träge ist, um sich im Sinne einer Dornenreichen Leistungsethik anzustrengen, wird er das in der Regel nicht zugeben. Wie dringt man also statistisch auf den Seelengrund eines Menschen vor?

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