Klaus Baum: Notizen aus der Unterwelt.

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Benn antizipierte Cage — 31. März 2012

Benn antizipierte Cage

Der renommierte Cage-Forscher von der Musikhochschule in Hamburg, Prof. Dr. Reinhold Huflattich, gab heute die Ergebnisse seiner langjährigen Arbeit auf einer Pressekonferenz in der Berliner Akademie der Künste im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck und Kulturstaatsminister Bernd Neumann bekannt:

“Gottfried Benn”, so Huflattich, “hat das Musikverständnis von John Cage vorweggenommen.” Zum Beweis zitierte der Professor die folgenden Verse aus Benns Gedicht “Eure Etüden”:

Das Krächzen der Raben
ist auch ein Stück
…..
doch Hunde, Schakale
die haben auch ihr Lied

Hier der Kontext dieser Verse:

Eure Etüden,
Arpeggios, Dankchoral
sind zum Ermüden
und bleiben rein lokal.

Das Krächzen der Raben
ist auch ein Stück –
dumm sein und Arbeit haben:
das ist das Glück.

Das Sakramentale –
schön, wer’s hört und sieht,
doch Hunde, Schakale
die haben auch ihr Lied.

DIE ZEIT AM SONNTAG spricht von einer sensationellen Entdeckung.

Huflattich verwies dann noch darauf, dass Sergio Leone in seinem Film ONCE UPON A TIME IN THE WEST besonders in der Eingangsszene auf Cage rekurriert habe. In Analogie zu Benns Musik der Tiere sei das Surren und Summen der Fliege im Revolverlauf eines der Bösewichte (Jack Elam) zu sehen.

Kommentar des Tages von flatter: Verdiverarsche, kurz ver.ar. —

Kommentar des Tages von flatter: Verdiverarsche, kurz ver.ar.

Ein Beispiel für die Berichterstattung der Presse (mit Foto):

http://www.dorstenerzeitung.de/nachrichten/politik/inland/Einigung-auf-kraeftiges-Gehaltsplus%3Bart29862,1603498

Flatters Kommentar:

>>Ich könnte mich auf unappetitliche Weise der kürzlich aufgenommenen Nahrung entledigen. Das geht mir inzwischen regelmäßig so, wenn die Verlautbarungen der gemeinsamen Propagandaabteilung von Aufsehern und Arbeitern über sog. “Tarifverhandlungen” publiziert werden. Mal zum Mitschreiben, ihr hohlen Früchte der Systempresse: Wenn in zwei Jahren die Löhne um je 3% angehoben werden, ist das (und hier ziehe ich dann ein bisschen am Ohrläppchen, nur bis es blutet, versteht sich) eine Lohnerhöhung um drei Prozent! Und zwar brutto. Nicht um sechs Prozent, es sei denn, ihr warnt bei der Gelegenheit auch vor einer Preissteigerung von sechs Prozent im nämlichen Zeitraum – wofür ihr von Mutti aber deftig was in die Goschn kriegtet. Wisst ihr ja auch.

Dass sogenannte “Arbeitgeber” Gefallen an derlei Lügenmikado finden, kann ich ja verstehen. Warum aber lässt sich die Arbeiterschaft von Clowns ‘vertreten’, die ihre eigene Klientel derart verkaspern?

Umbenennen!<<

Quelle: http://feynsinn.org/?p=13337

GEZ kassiert Geld von Obdachlosen —

GEZ kassiert Geld von Obdachlosen

Von G. Wendebourg

Den Wahnwitz des bestehenden Systems bringt – nicht zum ersten Mal – die GEZ auf den Punkt: So wie in frueheren Zeiten einem Hingerichteten noch die Kosten der Vollsatreckung in Rechnung gestellt wurden, so brutal und kafkaesk das Vorgehen der GEZ.

Auch Menschen, die in finanziell prekaeren Verhaeltnissen leben werden gezwungen fuer Leistungen zu zahlen, die sie nicht in Anspruch nehmen koennen oder wollen. Die Brutalitaet der Vorgehensweise erinnert an Halsabschneidermethoden frueherer Zeiten.

Zu erinnern ist daran, dass dies Verfahren, bei dem in diesem Fall ein Obdachloser fuer die Zeit, in der er auf der Strasse lebte, GEZ-Gebuehren nachzahlen muss – zuzueglich Mahngebuehren und Gerichtskosten – dem Geist einer großen Mehrheit der Bundestagsabgeordneten und Politiker, die den gesetztlichen Rahmen fuer das Vorgehen der GEZ absegneten, entspricht. Keiner von ihnen hielt es bisher fuer noetig, fuer Abhilfe zu sorgen, obwohl der vorliegende Fall zwar krass aber bei weitem nicht als Einzelfall anzusehen ist.

Die Verantwortlichen der GEZ und des oeffentlichen Rundfunks haben ebenso, wie die Politiker, die die Bestimmungen des Gebuehreneinzugs festlegten, sich in aller Vehemenz darum bemueht, die Gebuehrenpflicht gegenueber allen Bundesbuergern durchzusetzen, auch wenn diese den Konsum der oeffentlichen Medien verweigern. Es wurde quasi ein Konsumzwang postuliert und installiert. Und jeder, der dennoch den Konsum verweigert, wird ungeachtet dessen mit allen Mitteln gezwungen, zu zahlen fuer das, was er nicht schlucken moechte oder kann.

Man mag den oeffentlichen Rundfunk als solchen befuerworten oder auch privilegieren gegenueber dem kommerziellen Radio und Fernsehsendern, wenn sie eine unabhaengige Meinungsbildung befoerdern. Dies jedoch ist seit langem nicht mehr zu erkennen: es gibt nur noch wenige Perversionen der privaten Sender, die nicht vom oeffentlichen Rundfunk immitiert werden und Manipulationen der Meinungsmache sind auch dort immer mehr die Regel, als die Ausnahme. Auf Vorwuerfe der Schleichwerbung wird damit reagiert, dass man die Rahmensetzung so aendert, dass sie solcher unterschwelligen PR und kommerziellen Beguenstigung kein Hindernis mehr entgegen setzt. Die Art der Finanzierung, wie sie bei der GEZ zu beobachten ist, schlaegt dem Fass darueberhinaus den Boden aus.

Jedem Angestellten des Oeffentlichen Rundfunks und Fernsehens muesste die Schamroete ins Gesicht steigen in Anbetracht der ruecksichtslosen Methoden mit denen sein Gehalt finanziert wird.

Die Verantwortlichen schuetzen sich durch Ignoranz. Wie lange noch?

http://www.heise.de/tp/blogs/6/151716

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G.Wendebourg

metainfo hamburg

Link zum Beitrag / Hintergrundinfo, Quellen oder Pressehinweis:

http://www.meta-info.de?site=metainfo&lid=33756

Redaktionspool – metainfo hamburg – http://www.meta-info.de

Kafka und die Versicherungsanstalt —
Lästermaul macht sich mal wieder unbeliebt —

Lästermaul macht sich mal wieder unbeliebt

Und zwar mit folgender, kleiner Geschichte:

Eines Tages suchte auch einmal Rein Wolfs das Orakel von Delphi auf und erzählte ihm etwas über seine Tätigkeit als Kurator, darüber, wen er alles ausgestellt hatte und warum. Als er seinen Vortrag beendet hatte, fügte er hinzu: >>Jetzt kannst du mir Fragen stellen.<<

>>Das tut mir aber leid, mein Herr<<, sagte das Orakel, >>ich stelle keine Fragen, ich gebe nur Antworten.<<

Die Rösler-Äußerung als Clip im Fernsehen —
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