von Richard Albrecht

(1) Die Plagiatsvorwürfe an diese wenigen Leute „da oben“ wie weiland v.u.z. Guttenberg als Dr.iur. mit Bestnote „summa cum laude“  (Bayreuth: Bayern ) und jetzt Frau Schavan (Düsseldorf: NRW)[1] treffen vor allem die vielen „da unten“, die – wie ich als externer Kandidat: Dr.phil. 1976 in Bremen: scl -, selbständig und hart an ihrer Dissertation geARBEITet haben (und was „plebejische Intellektuelle“ [Gerhard Zwerenz] wie mich betrifft nicht selten neben prekärer Erwerbsarbeit).

(2) Auffällig, daß es bisher in allen Promi-Dr.-Titelaberkennungen um fehlende Nachweise von Zitaten geht, also um das, was in Proseminaren vermittelt / gelernt und „Wissenschaftspropädeutik“ genannt wird (ich selbst hab in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre richtig zitieren als „Einführung in die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens“ an einer NRW-Fachhochschule im Fachbereich „Allgemeinwissenschaft“ gelehrt).

(3) Den „Fall“ Schavan kann ich, ohne ihre Dissertation[2] und das Uni-„Gutachten“ (mit der Folgerung „leitender Täuschungsabsicht“) gelesen zu haben, nicht beurteilen, sehe dort aber etwas mir absurd erscheinendes walten –  behauptetes Autoplagiat, also textlicher Selbstklau[3]: auch mir ist nach wie vor unklar, was das konkret sein soll.[4]

(4) Ein Grundgesichtspunkt der Problematik erfolgter Aberkennung des Dr.(rer.pol.?)-Titels wurde an der Uni Bonn (NRW) deutlich[5] . In diesem „Fall“ ist meiner Kenntnis nach vorsätzliche Täuschungsabsicht  von Jorgo Chatzimarkakis, der selbstbewußt seine Dissertation über elektronischen Geschäftsverkehr (2000)[6] damals zeitnah ins Netz stellte und 2011 selbst bei der Fakultät Überprüfung der Plagiatsvorwürfe beantragte, wohl behautet, aber bisher weder empirisch nachgewiesen worden noch möglicherweise überhaupt erweislich.

(5) Es ist höchste Zeit, über die gesellschaftliche Funktion und soziale Rolle der auch an diesen Promotionsverfahren entscheidend beteiligten wohlbestallten, Professor(inn)en genannten, akademischen Funktionäre, Wissenschaftsbeamt(inn)en und Staatsdiener(inne)n im Brecht´schen Sinn („Fragen eines lesenden Arbeiters“) öffentlich zu reden: Der/die Kandidat/in reichte einen Dissertationstext ein – gab es in der gesamten Fakultät denn nicht wenigstens eine/n, die/der diesen gelesen hat?

[1]http://www.heise.de/tp/blogs/10/152981

http://www.sueddeutsche.de/bildung/plagiats-vorwuerfe-gegen-schavan-es-trifft-mich-im-kern-1.1495316

[2]https://portal.dnb.de/opac.htm?method=showFullRecord&currentResultId=auRef%3D118160168%26any&currentPosition=7

[3] http://schavanplag.wordpress.com/ [kein Autoplagiat]

[3] http://duckhome.de/tb/archives/10229-AUTOPLAGIAT.html

[5] http://www.chatzi.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Jorgo_Chatzimarkakis

[6]https://portal.dnb.de/opac.htm?method=showFullRecord&currentResultId=betRef%3D12006622X%26any&currentPosition=0