in einem kurzen bericht über die beiden freigelassenen damen von den pussy riots waren mehrere toiletten zu sehen, die ohne sichtschutz nebeneinander standen. toiletten eines gefangenenlagers oder eines gefängnisses. mich erinnerte das an die klos in der geschwister-scholl-schule in saalfeld in den jahren von 53 bis 57. ob die schule damals schon so hieß, erinnere ich nicht mehr. jedenfalls gab es keine türen, intimsphäre ebenfalls nicht.

diese öffentlichkeit, diese sichtbarkeit des scheissens für jedermann, das ist es, was der kapitalistische westen anstrebt. noch hinkt der dem osten hinterher..

ps.:  zum thema noch ein paar hinweise: wolf biermann sang einst, die stasi sei sein eckermann, sie registriere die lauten und die leisen flüche auf dem klo und in der küche; in bunuels film „der diskrete charme der bourgeoisie“ (es könnte aber aiuch „das gespenst der freiheit“ gewesen sein), trifft man sich zum gemeinsamen scheißen, indem man sich um einen tisch herumsetzt wie zu einem dinner; in pasolinis film „die 120 tage von sodom“ gibt es eine  sequenz, in der scheiße gefressen wird; wim delvoye, der belgische künstler, hat scheiße zum thema seines werks gemacht, und ein anderer künstler hat in blechdosen the artist’s shit verkauft.