.

Ich habe kein 1,0-Abitur gemacht (Link siehe Teil 7), mich aber schon während der Schulzeit begeistert für alle Darstellungen und Reflektionen des unglücklichen Bewußtseins. Im Studium hat mich besonders jene Philosophie interessiert und gefesselt, die Zustände der Trauer, der Verzweiflung oder – ihre mildere Form – der Melancholie thematisierte.

In der Phänomenologie des Geistes widmet Hegel dem unglücklichen Bewußtsein ein Kapitel und Adorno repräsentiert – so  Gillian Rose – „The Melancholic Science“.  Mich haben keine Käfer und keine Schmetterlinge zum Lernen angespornt, sondern die Traurigkeit eines Kafka, die Absurdität Becketts oder der zutiefst melancholische Pierrot von Robert Walser, der auf einem Fest in der Ecke sitzt und den Freudetrunkenen die Laune verdirbt.

Mich haben Sätze begeistert, wie jener von Walter Benjamin über Robert Walsers literarische Personen: ‚Walsers Figuren kommen aus der Nacht, da, wo sie am schwärzesten ist, einer venezianischen vielleicht, von dürftigen Lampions der Hoffnung erhellt, mit etwas Festglanz im Auge, aber zum Weinen traurig.‘