Bei all den Lügen, die im Umlauf sind, wird es nahezu unmöglich, die Wahrheit zu erkennen, wenn sie mal ausgesprochen wird.

Ich vermute, dass jeder folgende Geschichte kennt: Ein Junge ruft mehrfach die Menschen im Dorf zusammen mit dem Ruf: Die Wölfe kommen. Er könnte auch gerufen haben: Es brennt.

Die Leute eilen herbei, doch weder sind Wölfe zu sehen, noch brennt es irgendwo.

Als eines Tages der Ausruf, die Wölfe kommen, der Wahrheit entspricht, reagiert keiner mehr aus dem Dorf.

So verhält es sich zwar nicht mit den Kriegsberichtserstattungen, jedenfalls nicht so ganz, aber eine Ähnlichkeit gibt es: Vor lauter Täuschungen erkennt man die Wahrheit nicht mehr, nicht die Wahrheit an sich, sondern mehr die faktische.

Was also Nachrichten aus der Ukraine oder über die Ukraine betrifft oder über Israel und Gaza oder über Islamisten, so empfiehlt es, wenn man Stellung beziehen will, zu sagen oder zu schreiben, wenn das und das zutrifft, dann ist das so und so zu bewerten. Mit solcher Formulierung lässt man es offen, ob dies und das tatsächlich geschehen ist.

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