Von einigen, insonderheit von einem Kommentator fühlte ich mich missverstanden. Ich hatte gesagt, dass mir die vielen jungen Leute in der McDonald’s-Filiale am gestrigen Mittag wie ein Zeichen der letzten Tage der Menschheit erschienen.

Ich füge also, um dem Missverständnis entgegenzuschreiben, folgende Gedanken hinzu, die ich gestern angesichts der vielen jungen Leute in der McDonald’s-Filiale auch noch hatte:

Man sollte Menschen nicht mit Tieren vergleichen, aber vermutlich kennt fast jeder von uns die Erfahrung, dass unter so manchem Stein, den man angehoben hat, sich eine Welt kleiner Tierchen zeigt, ein Gekrabbel und Gewusel, das ein eigenes Universum darstellt, zwar nah, aber doch unendlich fern von der Welt, in der wir leben.

Mit unserer Welt meine ich die Welt der kritischen Reflexion von Gesellschaft und Geschichte. Ich gehe mindestens aus zwei Gründen nicht zu McDonald’s: Erstens mag ich den Geschmack dieser labbrigen Brötchen nicht (inklusive der Pampe, die einem über die Finger läuft, wenn man über einen dieser Burger hineinbeißt), und zweitens aus gesellschaftlichen Gründen: ich  mag die Art der Organisation dieser Fast-Food-Ketten, diese taylorisierten Abläufe der Produktion, der Zubereitung und des Verkaufs (inklusive des Mülls, der dann im näheren Umkreis der Filialen durch die Straßen fliegt und in Büschen hängenbleibt).

McDonald’s ist für mich nicht nur ein Symbol für Kapitalismus, sondern auch eines für den Niedergang des Esskultur.

Wenn wir zum Beispiel in Blogs versuchen, gesellschaftliche Phänomene und ihre Strukturen auf den Begriff zu bringen, und wenn ich die jungen Leute sehe, die sich in einer McDonald’s-Filiale drängeln, so sehe ich in diesen Menschen jene, die von Reflexion keine Ahnung haben, die gleichsam bewußtlos unter dem Stein der Ahnungslosigkeit dahinleben. Und in dieser Ahnungslosigkeit sehe ich das Ende, das heißt, die letzten Tage der Menschheit.