Die Besichtigung der Armut in Griechenland muss man sich leisten können.

In der Sendung Kulturzeit auf 3sat wurde Adam Szymczyk zu seinen Plänen befragt, einen Teil der documenta nach Athen zu verlegen. Diese Verlagerung führt zu einer Paradoxie, zieht man den Tatbestand der Globalisierung heran. Diese beinhaltet zwar das Fallen von Grenzen, aber nicht das von Preisen. Wenn also ein Teil der documenta in Athen stattfindet, werden viele sich eine Reise dort hin nicht leisten können. documenta in Athen ist oberflächlich betrachtet eine Metapher für Globalisierung, aber viele werden durch ihre begrenzten finanziellen Mittel nicht in der Lage sein, Athen aufzusuchen. Hinzu kommt, dass Hartz-IV-Empfänger, um verreisen zu können, erst einen Antrag beim Amt stellen müssen. Hartz IV ist eine Art landesinnerer Mauer: Für all jene, die finanziell vom Amt abhängig sind, gibt es keine Reisefreiheit. Sie gibt es heute so wenig in der BRD wie vor über 25 Jahren in der DDR. Auf diesem Hintergrund ist der folgende Ausspruch von Szymczyk zynisch:

>>Es ist nicht so, dass alles für jeden verfügbar ist.<<

Wie leicht Herr Szymczyk geraten ontologische Wahrheiten in die neoliberale Falle.

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