Noch ein Vertretungspost: Witze reißen über den Finanzkapitalismus.

 

Wenn man in die Jahre kommt, sieht man gerne Filme, in denen graumelierte Charmebolzen mit ihren zwar nicht mehr taufrischen, aber noch immer knackigen Ex-Frauen tolle Abenteuer erleben. Ein solcher Film ist „Wie in alten Zeiten“. Pierce Brosnan, früher einmal als James Bond tätig, spielt darin einen Londoner Geschäftsmann, der sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand freut. Er hat seine Firma an einen Hedgefonds verkauft und will nun die Millionen genießen. Doch der Hedgefond schlachtet die Firma aus und schließt sie: Damit ist nicht nur Brosnans gesamte Kohle weg, sondern auch die Alterssicherung seine Frau Emma Thompson und die seiner Mitarbeiter, die ihr Geld ebenfalls in dieser Firma investiert hatten. Brosnan und Thompson wollen dies nicht hinnehmen und fahren nach Paris, um den Eigentümer des Hedgefonds zur Rede zu stellen. Nach einigem Hin und Her schaffen sie es sogar ins Büro des Megakapitalisten, werden von dessen Bodyguards aber vor die Tür gesetzt.

Doch der Finanzhai will heiraten, an der Cote Azur eine gigantische Hochzeit feiern und bei dieser Gelegenheit seiner Braut einen 10-Millionen-Kluncker schenken. Den wollen Thompson und Brosnan zur ausgleichenden Gerechtigkeit klauen! Das ist nicht ganz einfach und deswegen müssen sie auf alte James-Bond-Künste zurückgreifen: beispielsweise im Meer tauchen oder mit einem Auto auf einer Klippe balancieren. Und das Alter forderte seinen Tribut in Form von Höhenangst, Allergien, Bandscheiben- und Blasenproblemen. Tatsächlich schafft der gleiche Mann, der einst mit einem Panzer durch Leningrad gebrettert ist, es mit seinem kleinen Mietwagen kaum noch aus dem Kreisverkehr am Arc de Triomphe heraus. Aber zum Schluss wird alles gut und Emma Thompson (von Beruf Kinderpsychologin) macht sogar der Braut klar, dass sie diesen aalglatten Kotzbrocken von Multimilliardär besser nicht heiraten sollte, wenn anders sie sich nicht das ganze Leben verderben will. Also: ein wirklich komischer Film! Und wenn schon das Kino Witze über den Finanzkapitalismus reißt, ändert der Zeitgeist sich vielleicht doch noch.

 

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