Die DDR sei ganz sicher kein Rechtsstaat gewesen, sagte der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Theologe Friedrich Schorlemmer im DLF. Aber die Lebensleistung der Menschen dürfe nicht deligitimiert werden, indem die DDR generell als Unrechtsstaat bezeichnet werde. Das sei eine „untaugliche Begriffskeule“.

Die Geschichte der DDR müsse differenziert betrachtet werden, sagte der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Theologe Friedrich Schorlemmer im Deutschlandfunk. Er wies dabei auch die Aussage von Bundespräsident Joachim Gauck zurück, der am Donnerstag bekräftigt hatte, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei. Es müsse reichen, dass die DDR kein Rechtsstaat mit geregelter Gewaltenteilung gewesen sei, in dem auch grobes Unrecht ausgeübt worden sei, sagte Schorlemmer. Das Ganze als Unrechtsstaat zu bezeichnen, führe in die Irre.

Wenn man die DDR verstehen wolle, müsse man auch die Begriffskeule „Unrechtsstaat“ wieder einpacken und auch die Urabsichten der DDR 1949 berücksichtigen. „Die DDR war ein Versuch“, sagte Schorlemmer. Es habe auch Kommunisten gegeben, die hehre Ziele verfolgt hätten. Das sei dann aber mit untauglichen Mitteln geschehen. Zudem müsse auch gewürdigt werden, dass die DDR damals nicht die Mittel in dem drohenden Bürgerkrieg eingesetzt habe, die ihr zur Verfügung gestanden hätten, sagte Schorlemmer. Man müsse anerkennen, dass die „DDR friedlich den Machtlöffel abgegeben hat.“

Das volle Interview hier:

http://www.deutschlandfunk.de/25-jahre-friedliche-revolution-die-keule-unrechtsstaat.694.de.html?dram:article_id=299881

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