Den folgenden Text erhielt ich vom altautonomen. Ein Bemerkung zu den Ereignissen in Ferguson von mir vorweg: Ich hörte gestern mehrfach in den Nachrichten eine Erklärung, die sinngemäß besagte, der Polizist hätte das Gesetz auf seiner Seite, denn wenn brabbel-brabbel, sei es legitim zu schießen. Ich fragte mich verblüfft, was ist das denn für eine unlogische Erklärung, wenn der Junge unbewaffnet war …

Haben uns nicht die vielen Westernfilme gelehrt,es müssen beide zur Waffe greifen, damit eine Schießerei legitim ist – der Schnellere und Treffsichere gewinnt.

Aber in Ferguson gewinnt mal wieder eine Machtkonstellation, nicht das Recht.

altautonomer:

>>Zur Diskussion als Ergänzung zum aktuellen Text bei feynsinn:

Reformismus ist Faschismus – eine kühne und provokante These

George Jackson [23], erschossen in einem amerikanischen Knast, weil er klar durchgeblickt und gekämpft hat, sagt: „Wenn ich den Faschismus von heute in einem einzigen Wort definieren müßte, würde ich das Wort Reform­ wählen.“

Was er damit meint? Einst präsentierte man die Reformen als eine Brücke zu einer wunderbaren Zukunft; heute zwingt man sie auf als das Brückengeländer am Rande des Abgrunds. Wer sie ablehnt, ist gewalttätig, tollwütig, verrückt. Es ist kein Wunder, daß alle jenen Gruppen und Büros, die Repression nicht als Gewalt entziffern können, die die Dimension einer neuen konterrevolutionären Strategie nicht erkennen, auch unfähig sind, auch nur eine praktische Perspektive im Kampf gegen staatliche Gewalt anzugeben. Diese Perspektiven sollten weniger rhetorisch sein, sie sollten an den Widersprüchen des Gewaltapparates ansetzen, sie sollten auch auf individueller Ebene praktizierbar sein.

Jackson, George:

Mit 15 Jahren das erste Mal im Jugendgefängnis; mit 18 wegen angeblichen Raubes von 70 Dollar zu „1 Jahr bis lebenslänglich“ verurteilt, wobei sein Entlassungstermin abhängig war von der Entscheidung einer Kommission über seine „gute Führung“.
In der Haft begann er sich vor allem für den schwarzen Befreiungskampf zu engagieren, gründete mit anderen schwarzen Gefangenen die „Soledad Brothers“, wurde später Mitglied der Black Panther Party. Jackson war wichtiges Bindeglied der afro- amerikanischen, hispanischen und weißen Gefangenenbewegung. Am 21. August 1971 wurde er im Gefängnis San Quentin ermordet.

(Quelle: „Die Früchte des Zorns“, I und II, Edition ID-Archiv 1995)<<

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