Hoeneß darf Weihnachten und Silvester nach Hause,
aber ich will das nicht wissen

von Ernst August

Es gibt Nachrichten, die lese ich fast wie eine Heimsuchung. Sie nerven mich und man kann ihnen nicht entgehen, es sei denn, man kümmert sich nur noch um sich selbst. Hier ist so etwas Unaushaltbares: „Gute Nachrichten für Uli Hoeneß: Der frühere Präsident von Bayern München kann laut einem Zeitungsbericht Weihnachten und Silvester das Gefängnis verlassen und bei seiner Familie feiern. Erstmals soll er auch über Nacht zu Hause bleiben dürfen.“ (spiegel online) Ich wünsche Hoeneß nicht die Pest an den Hals, aber mir macht zu schaffen, dass dieser Mann eine Nachricht wert ist. Dadurch fühle ich mich schmerzhaft daran erinnert, dass es in der Welt nicht gerecht zugeht. Man will nicht dauernd mit der Nase auf diesen Sachverhalt gestoßen werden. Ich möchte manchmal wie ein Kind denken, die Welt sei „von guten Mächten wunderbar geborgen“ (Bonhoeffer). Sprich: ich möchte von Hoeneß nichts hören, weder, dass er leidet, noch, dass es es ihm gut geht. Ich möchte einfach gar nichts von ihm wissen. Kann das jemand verstehen?