treffender begriff: bekenntnisekel. der zwang zu bekennen, dass z.b. die ddr ein unrechtsstaat war.

nicht nur als künstler sollte man wissen, in welcher welt man eigentlich lebt.

Das Video zeigt erst einmal eine Textseite, dauert einen Moment, dann geht der Vortrag los. Ich würde empfehlen, kurz reinzuhören und dann erst zu entscheiden, ob man sich es weiter anhört. Mich haben die ersten Sätze gefesselt.

(Professoren müssen sich heutzutage die Mittel, Drittmittel genannt, selber beschaffen, um lehren zu können. – Manche mussten einst ihr Grab selbst schaufeln, in das hinein sie erschossen wurden.)

Bazon Brock ist eine in der Kunstszene sehr bekannte Gestalt. Hochgebildet, hochinformiert und mit einem Hang zur asozialen Egozentrik. Brock war Lehrer an der Hochschulschule für bildende Künste in Hamburg als ich 1968 dort anfing zu studieren. Ich habe damals seine Seminare besucht, wurde aber von ihm enttäuscht, als ich zwei Mal den Versuch machte, von ihm eine Beratung für das Studium zu erhalten. Beide Male kasperte er sich aus der Situation, das heißt, bei meinem 2. Versuch drückte er mir ein Buch in die Hand: Das Beste aus Pardon.

Ich hatte dann noch zwei Begegnungen mit ihm im Rahmen der documenta 8 und 9. Beide ebenfalls sehr unerfreulich. Nichtsdestotrotz weise ich hier auf seinen Vortrag hin, den er vor einer Woche im großen Hörsaal der Kunsthochschule in Kassel gehalten hat. Für mich ist der Vortrag hörenswert, weil er verschiedene Phänomene des Zeitgeschehens  treffend auf den Punkt bringt. Brock ist emeritierter Professor und er hat in Wuppertal gelehrt.

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