von Ana Frederick

Derzeit bewegt sich viel in den politischen Lagern bezüglich einer Revidierung der derzeitigen Cannabis-Politik in Deutschland. Nun hat auch die rigorose Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, sich von ihrem strikten “Nein” zum medizinischen Cannabis abbringen lassen. Schwerkranke solle fortan doch vielleicht die Möglichkeit bekommen, Cannabis gegen ihre Schmerzen zu konsumieren. Das bedeutet nicht nur im Ausnahmefall den Anbau von eigenen Cannabis-Samen, zum Beispiel der Sorte CBD Hanfsamen, sondern auch ein Verkauf über die Apotheken. Natürlich auf Rezept.

Damit sich allerdings was für die leidtragenden Patienten ändern kann, muss das als Medikament ausgestellte Cannabis auch von den Kassen getragen werden. Ansonsten bleibt es für den Gebrauch zu teuer. Die CSU-Politikern Gerda Hasselfeldt war bisher nicht der Meinung, dass das notwendig ist – sie äußerte sich gegen jegliche Liberalisierung der Droge. Das scheint sich geändert zu haben. Nun sieht auch sie ein, dass medizinisches Marihuana in einigen Fällen dabei helfen kann, Schmerzen zu lindern.

Gegen die Liberalisierung sprach für Politikerinnen wie Hasselfeldt noch vor einem Jahr das Argument, dass es unverantwortungsvoll wäre, eine Droge wie Cannabis zugänglicher zu machen. Schon damals hat sie die Vorteile der medizinischen Anwendung zwar berücksichtigt, allerdings klar gemacht, dass das kein vorbildliches Zeichen setzen würde. Diese Anti-Haltung hat Hasselfeldt nun scheinbar abgelegt: das Gesetz könnte sogar noch dieses Jahr in Kraft treten.

Damit würde sich vor allem der finanzielle Kraftaufwand für Patienten ändern. Denn bisher ist der Anbau und der Besitz von Cannabis illegal, das gilt nicht nur für Freizeitkonsumenten, sondern auch für diejenigen, die darauf angewiesen sind. Schmerzpatienten (vor allem Krebspatienten) müssen sich die Präparate kostspielig in der Apotheke zulegen. Cannabis ist vor allem deshalb beliebt, weil es schonender wirkt als chemische Medikamente mit starken Nebenwirkungen. Jedoch weigern sich die gesetzlichen Krankenkassen, die Kosten zu übernehmen.

Ein Gesetz, dass den Cannabiskonsum zu Therapiezwecken erlaubt, könnte das ändern. Dabei geht es allerdings keineswegs um eine allgemeine Freigabe der beliebten Droge, sondern lediglich um eine Erleichterung des Zugangs für Patienten, die für ihre chronischen Schmerzen darauf angewiesen sind.

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