Wenn ich das so sage, wird es leicht, mir zu entgegnen: Das ist doch viel zu allgemein und klingt nach Ressentiment.

Lew Archer, der Detektiv Ross Macdonalds, sucht eine Frau auf, von der er sich Hinweise   bezüglich eines Mordfalles erhofft:

Diese Frau wohnt in einer schäbigen Gegend, in einem schäbigem Zimmer, in dem ein schmutziger Spiegel an der Wand hängt, dessen Widergabe verschwommen und verzerrt ist. Archer benutzt zur Beschreibung des gespiegelten Bildes jenen Begriff, der für die Art der Darstellung von Gesichtern in der Malerei von Francis Bacon verwendet wird: the distortion of the face, die Verzerrung, Verdrehung und Verwischung des Gesichts. Bacons Malerei ist eine Kombination der Zerstückelung und Neuzusammensetzung der Gesichter bei Picasso und der wolkigen Unschärfe der Bilder Turners. Archer schreibt über seinen Anblick:

ZITATOR: “Der Mann im Spiegel war riesig und hatte einen flachen Körper, sein Gesicht war hager und verbogen. Eines seiner grauen Augen war größer als das andere, es schwamm und schwankte hin und her wie das Auge des Gewissens. Das andere Auge war klein, verkniffen und durchdringend. Für einen Augenblick hielt ich inne, eingefangen durch mein eigenes, verzerrtes Gesicht (my own distorted face), und das Zimmer changierte wie ein Kippbild, das Psychologen bei Wahrnehmungstests verwenden. Einen Moment lang war ich ein Mann im Spiegel, eine schattenhafte Figur ohne eigenes Leben, eine Figur, die angestrengt mit einem großen und einem kleinen Auge durch schmutziges Glas auf das schmutzige Leben der Menschen in einer schmutzigen Welt starrte. (…) Ich setzte mich auf die Kante eines der schmalen (…) Betten. Die Bewegungen im Spiegel waren schnell und präzise wie die eines jungen Mannes, doch es fehlte ihnen der Enthusiasmus der Jugend. Und nun war seine Stirn so dick und eiförmig wie die eines Intellektuellen in einer Karikatur, sein Mund war schmal, streng und grausam. Zur Hölle mit ihm.”

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