Von Klaus-J. Rathjens

Inakzeptable Vergütung für Kirchenmusiker: Weil die Kirchen ihren arbeitsrechtlichen Sonderstatus missbrauchten, wollen immer weniger Musiker Organist oder Kantor sein, klagt Klaus-J. Rathjens. Einer der ältesten Berufe der Kulturgeschichte sei in Gefahr.

Vielleicht wird ja das Bundesverfassungsgericht den Kirchenmusikern helfen. Es will im Laufe des Jahres über das nicht vorhandene Streikrecht der Beschäftigten in kirchlichen Diensten urteilen. Noch genießen die Kirchen einen arbeitsrechtlichen Sonderstatus. Sie legen die Gehälter – orientiert am Öffentlichen Dienst – einseitig fest. An Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften sind sie ebenso wenig gebunden, wie sie Arbeitsniederlegungen fürchten müssen.

Für Mitarbeiter wie Kirchenmusiker heißt das: Akzeptieren oder Verzichten. Und immer mehr – gerade junge – Musiker verzichten auf den Beruf des Organisten und Kantors, einem der ältesten der Kulturgeschichte, weil das Niveau der Vergütung mittlerweile inakzeptabel ist.

Quelle und mehr:

http://www.deutschlandradiokultur.de/organisten-und-kantoren-wie-der-berufsstand-der.1005.de.html?dram:article_id=315651