Ein gar treffliches Zitat, beigesteuert von Sledgehammer

“Im viktorianischen Zeitalter durfte in Gegenwart einer jungen Dame nicht die Hose erwähnt werden. Heutzutage ist es unfein, bestimmte Dinge in Gegenwart der öffentlichen Meinung zu äußern: Der Kapitalismus schmückt sich mit dem Künstlernamen ‘Marktwirtschaft‘; der Imperalismus heißt ‘Globalisierung‘; die Opfer des Imperalismus nennt man ‘Entwicklungsländer’, was so ist, als ob man Zwerge Kinder nennt; der Opportunismus heißt ‘Realismus‘; die Armen nennt man ‘Bedürftige’ oder ‘Minderbemittelte’ auch ‘wirtschaftlich schwach gestellte Personen‘; der Ausschluss armer Kinder aus dem Bildungssystem wird ‘Schulflucht’ genannt; das Recht der Arbeitgeber, die Arbeiter ohne Entschädigung auf die Strasse zu setzen, heißt ‘Flexibilisierung des Arbeitsmarktes‘; die offizielle Sprache anerkennt die Rechte der Frauen als ‘Minderheitenrechte‘; anstelle von Militärdiktatur wird ‘Prozess’ gesagt; die Folter nennt man ‘illegale Pressionen’ oder auch ‘physische oder psychologische Druckausübung‘; und wenn Diebe aus guter Familie stammen, sind sie keine Diebe sondern allenfalls ‘Kleptomanen’.

Auszug aus “Die Füße nach oben” von Eduardo Galeano

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