VERÖFFENTLICHT VON SOZIOLOGIEHEUTE ⋅ 28. APRIL 2015

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Im dritten Band seines Hauptwerks „Das Kapital“ zum „Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion“ geht es Marx auch um den Prozeß der Imperialisierung: um die empirische Transformation vom unternehmerisch bestimmtem sozio-produktiven Industriekapitalismus in sozio-parasitären Schwindelkapitalismus. Das Verhältnis von Kapital, Zinsen und „zinstragendem“ Kapital beschreibt Marx dialektisch als „Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst“ und als „ein[en] sich selbst aufhebenden Widerspruch“ in Form monopolistischer Staatsintervention bei Kapitalakkumulationsprozessen mit einer „neuen Finanzaristokratie, einer neuen Sorte Parasiten in Gestalt von Projektemachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren“ an der Spitze und verallgemeinert diesen Vorgang: Es ist „ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.“ (Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. Hg. Friedrich Engels [1894]. In: Karl Marx/Friedrich Engels: Werke Band 25. Berlin: Dietz, ²1968, S. 454f.)

Richard Albrecht, April 2015

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