Als ich 2002 von Dithmarschen wieder nach Kassel zurückkehrte, musste ich die Wohnung, die ich mieten konnte, von Grund auf renovieren. Da sie direkt über dem Keller lag, kaufte ich Auslegeware, Teppiche aus Wolle. Nach zwei Jahren bekam ich in dieser Wohnung ein Kribbeln in den Beinen, nach fünf Jahren war ich dann völlig engergielos. Gleichsam mit letzter Kraft – ich muss es so formulieren, obwohl es ein wenig pathetisch klingt – habe ich den Inhalt meines Staubsaugerbeutels in ein Labor geschickt. Das Ergebnis zeigte ungefähr das 30fache über dem Grenzwert an Permethrin. Ich fand schließlich einen Arzt, der mir im Rahmen begrenzter Möglichkeiten helfen konnte; einen Umweltanalytiker, der mich zusätzlich aufklären konnte; und ich traf einen Filmemacher, der über das besagte Gift und seine Auswirkungen eine Dolumentation gedreht hatte (der Filmemacher wurde mehrfach mit dem Leben bedroht), sein Film wurde deshalb nicht gesendet.

Das Gift heißt Permethrin und paralysiert die Nerven, das heißt, es ist ist ein Nervengift. Ein Floh, den meine Katze in die Wohnung getragen hatte, konnte sich nur noch wie ein Faultier bewegen. Es war kein Problem, ihn aufzulesen, was bei diesen springfreudigen Tierchen sonst nicht möglich ist.

Die Diagnose lautet – bis auf den heutigen Tag – Polyneuropathie, progredierend. Mein Lebensgefühl gleicht jenem von Becketts Malone: „Ich werde endlich doch bald ganz tot sein …“

Vor einigen Jahren telefonierte ich mit einem Herrn, der in der Teppichproduktion arbeitete. Er sagte: „Zur Zeit laufen zwei Prozesse, weil durch das Permethrin zwei Kleinkinder zu Tode gekommen waren.“

Einer der Hersteller von Permethrin ist die Firma Bayer.

In verschiedenen Schriften von Adorno wird das Verhältnis von technischem Fortschritt und Natur thematisiert. Entscheidend ist nun aber nicht die Technik an sich versus Natur, sondern es ist die Technik unterm Primat des Profits. Wer sensibel ist, feinfühlig, richtet sein Handeln auch danach, was er beim Gegenüber anrichtet. Der idealtypische Forscher zum Beispiel, muss, um Zusammenhänge in der Natur zu entdecken, experimentieren, und merkt er dann, dass er auf dem Holzweg ist, stellt er das Experiment ein und versucht etwas anderes in einer anderen Richtung. Der profitorientierte Unternehmer holt hingegen für sich heraus, was er nur kann, ohne Rücksicht auf das, was er anrichtet, ob er anderen schadet oder der Natur. Wir haben es so in der Regel mit kurzsichtigen Figuren zu tun, die diktatorisch und ohne jeglichen Selbstzweifel ihre Interessen, ihre partiellen Interessen durchboxen, und setzt der Staat ihnen Grenzen, klagen sie den Staat in die Kniee. Die Diktatoren der Großindustrie dulden keinen Widerstand und keine Grenzen. Der sozial orientierte Charakter nimmt sich zurück, korrigiert sein Verhalten, wenn er merkt, dass er Grenzen überschritten hat – der Diktator tut das nicht. Er lässt ermorden, was ihm im Wege steht. Im Grunde genommen sind die Brachialkapitalisten allesamt Stalinisten.

 

Hier folgt der Text zu einem Petitionsaufruf von SUM OF US:

>>Bayer, BASF und Syngenta verklagen die Europäische Kommission. Ihr Plan: Das gesetzliche Verkaufsverbot von Pestiziden zu kippen — Pestizide, die massenhaft Bienen töten.

Erst enormer öffentlicher Druck hatte das EU-Gesetz überhaupt ermöglicht. Wir können uns jetzt nicht zurücklehnen und der Pestizid-Industrie das Feld überlassen, während die Bienen für immer verschwinden.

Sollte es den Wirtschaftsgiganten gelingen, Europa in die Knie zu zwingen, wäre das eine Katastrophe für den weltweiten Bienenbestand. Bayer and Co. stellen ihre Profite vor das Wohlergehen der gesamten Erde — zeigen wir ihnen, dass wir das nicht hinnehmen!

Klicken Sie hier und helfen Sie die Bienenkiller-Klage zu stoppen!

Das gefährliche Insektengift (Neonikotinoid) von Bayer und Co. wird vom Samen aufgenommen und verbreitet sich in der Pflanze, die dann für hungrige Insekten eine tödliche Mahlzeit ist. Diese Neonikotinoide können problemlos durch andere chemische Stoffe ersetzt werden, die für die Nahrungskette unbedenklich sind. Aber Konzerne wie Bayer, BASF und Syngenta verdienen damit ein Vermögen und wehren sich mit allen Mitteln dagegen, diese Geldquelle aufzugeben.

Die EU hat diese Bienenkiller im Mai 2013 verboten. Dazu hatten massive öffentliche Proteste und ein klares wissenschaftliches Ergebnis der EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beigetragen. Laut der EFSA-Studie stellen die Pestizide für die Bienenvölker eine große Gefahr dar. Verteidigen wir das wichtige Verbot zum Schutz der Bienen und unseres Ökosystems!

Fordern Sie Bayer, BASF und Syngenta auf, ihre aggressiven Klagen zurückzuziehen!

Vor Kurzem erst ist herausgekommen, dass die Lobby-Arbeit von Bayer, BASF und Syngenta in Brüssel so erfolgreich war, dass ein Gutachten über zahlreiche bedenkliche Pestizide stillschweigend unter den Teppich gekehrt wurde. Bayer darf mit seinen Versuchen, die EU-Behörden einzuschüchtern, nicht durchkommen. Das EU Verbot der Bienenkiller-Pestizide soll demnächst überprüft werden. Lassen Sie es uns gemeinsam verteidigen!

Bayer ist ein mächtiger Konzern, dem unzählige bekannte Marken gehören. Neonikotinoide sind zwar eine wichtige Einnahmequelle, aber sie sorgen auch für schlechte Publicity. Und die kann sich Bayer auf Dauer nicht leisten. Wenn sich die Nachricht verbreitet, dass Bayer unseren Bienenbestand bedroht und damit unser Ökosystem ruiniert, muss der Konzern nachgeben.

Unterzeichnen Sie die Petition, mit der wir Bayer, BASF und Syngenta auffordern, ihre Klage und damit das Todesurteil für Millionen von Bienen zurückzuziehen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Kaytee, Wiebke und das Team von SumOfUs<<

http://action.sumofus.org/de/a/bayer-bees-lawsuit-de/?akid=10601.8493931.GE8JZp&rd=1&sub=fwd&t=1

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