Lieber Klaus,

auf der folgenden Seite findet man eine informative Zusammenfassung der Rahmenbedingungen des aktuellen, unbefristeten Streiks bei DHL:

http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/deutsche-post-streik-verdi-kaempft-gegen-den-machtverlust/11935678.html

Ich schlage vor eine Kampagne zu starten und die Leser/innen deines Blogs aufzufordern massenweise bei der der Pressestelle der Post AG:

0211/98899229

anzurufen und zu fordern, dass die Post AG auf die vollkommen berechtigten Forderungen der Gewerkschaft ver.di eingeht und der Streik dadurch beendet werden kann.

Ich habe das bereits getan und festgestellt, dass der Pressesprecher total auf Anti-Ver.di-Kurs, offensichtlich einzig der shareholder value verpflichtet und zudem ziemlich dreist ist!

Zuerst fragte er, ob ich überhaupt weiss was Ver.di fordert – das steht im o.g. WiWo-Artikel, den ich vorher gelesen hatte und ihn recht umfassend beraten konnte.

Für die Interessen der Kunden interessiert er sich nur ganz am Rande und verweist auf die Service – Hotline von DHL, die i.d.R. – nach meiner Erfahrung – auch nicht weiter helfen kann.

Für den Streik Streik trägt einzig Ver.di die Verantwortung.

Sodann fängt er an zu betonen, dass die Post, im Vergleich zu den Mitbewerbern, ein ganz toller Arbeitgeber ist und viele zur Post AG gewechselt sind.
Er scheut sich auch nicht zu fragen, wo man selber arbeitet – was ihn aber nichts angeht!

Zur Info: Die Post AG hat in 2014 ca. 3.000.000.000 € Gewinn erwirtschaftet, davon ca. 1 Milliarde alleine DHL.

Auf meine Frage, ob das nicht reiche, meinte er, die Post AG müsse schließlich für die Zukunft planen und stehe im harten Wettbewerb.

Wenn man beharrlich bleibt und seiner einzig den Kapitalinteressen geschuldeten Argumentation widerspricht bzw. nicht folgt, kommt er mit Kommunismus oder „ok, so kommen wir nicht weiter“ – Sprüchen.

Ich habe konsequent wider die Gier argumentiert und dafür geworben, dass die Löhne in Deutschland ruhig steigen dürfen, sogar sollen.

Zum Schluss prophezeite ich ihm noch eine steile Karriere bei der Post AG und konnte mir nicht verkneifen ihn darauf hinzuweisen, dass es schließlich die Paket- und Briefzusteller/innen sind, die das viele Geld erwirtschaften.

Erich Kästner sagte: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. In diesem Sinne wäre eine Anrufaktion gelebte Solidarität, und darauf sind Streikende nunmal angewiesen.

Liebe Grüße
Pjotr56