Die Queen, süße Omi mit Klunker oder Lieblingsbedingungslosesgrundeinkommenempfängerin? Die Jungle World schreibt über die europäische Repräsentantin des leistungslosen Luxuslebens unter anderem:
„Die reichste Frau der Welt kriegt von jedem britischen Steuerzahler ein Pfund pro Jahr, das geben sogar Monarchisten zu, aber da sind die Sicherheitskosten noch nicht mitgerechnet. Die reichste Frau der Welt wird subventioniert – und das in einem Land, wo das Konzept des Sozialstaats ständig in Frage gestellt wird. Wo im Fernsehen Werbung läuft, die einen dazu auffordert, die Nachbarn, die Sozialhilfe beziehen und trotzdem arbeiten gehen, zu verpetzen. Wo palästinensische Flüchtlinge mit Kindern, die von der Sozialhilfenachzahlung ein Fernsehgerät kaufen, es als Sozialschmarotzer auf die Titelseiten der Boulevardpresse schaffen. Wo eine Behinderte, die Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld bezieht, als Sozialhilfebetrügerin in die Breakfast News kommt, weil sie einen Tag in einem Vergnügungspark verbringt. In diesem Land, wo man nicht krank werden darf, wo man nicht arm sein soll, wo es das größte Verbrechen ist, zum Jobcenter zu gehen. In unserem Land sind die Alleinerziehenden genau so sehr Feindbild wie die Asylbewerber. Niemand darf krank sein, niemand soll arm werden, alle, die Hilfe vom Staat brauchen, werden dafür verachtet und erniedrigt. Es gibt nur eine Familie, wo es akzeptiert wird, dass sie das Recht auf Unterstützung des Staats verdient hat: die königliche Familie. Es gibt etwas Masochistisches in dieser Akzeptanz durch die britische Arbeiterklasse: Weil wir wissen, dass diese Familie es nicht braucht, denken wir, dass sie es verdient hat. Man darf nur nicht schwach sein. Wer schwach ist, soll sterben, wer reich ist, soll gedeihen. Es ist ein krankes System.“ „Aber es gibt süße Omis in Großbritannien, die Hunger haben. Es gibt obdachlose Kinder. Es gibt Armut und Kinderarmut und Obdachlosigkeit und Elend. Es gibt auch eine Atmosphäre von Paranoia und Verachtung den Armen gegenüber, die man sich in Deutschland (noch) nicht so richtig vorstellen kann. Ihr solltet wissen, was ihr gut findet. Ihr solltet sagen, immer wenn ihr drüber sprecht: »Ich finde es okay, dass die Queen so reich ist, deswegen, weil die Armen in Großbritannien mir scheißegal sind.« Ihr solltet das zumindest sagen. Zumindest das. Die Armen in Großbritannien sind euch egal, und es ist unsolidarisch von euch, das nicht zu erkennen.“ http://jungle-world.com/artikel/2015/26/52222.html