Der Trieb der rücksichtslosen Durchsetzung, und zwar auf Teufel komm raus, folgt in der Politik heute den globalen Machtverhältnissen und Drohgebärden des Kapitals, er folgt den Kräften, die Wolfgang Hildesheimer am Totensonntag 1986 in der Klosterkirche zu Osterfelden – eine Aufführung des Requiems von Mozart textlich begleitend – in unüberbietbarer Deutlichkeit und klarer Entschiedenheit so benannte: >>Requiem eternam dona eis domine! Gib ihnen die ewige Ruhe Herr! Wem soll hier die ewige Ruhe gegeben werden? All den Verächtern menschlichen Maßes und menschlicher Würde, den Mördern unserer Erde, den Schreibtischtätern und ihren Handlangern, den Ausbeutern und Plünderern unseres Planeten? Laß dies kein Requiem für sie sein, Herr! Nicht für die skrupelosen Schänder, die Verseucher der Ebenen, Verplaner der Gebirge, Verunreiniger der Gewässer, Verpester der Sphären. Nicht für jene, die uns ewigen Verlierer manipulieren und berauben, nicht für diese Zyniker, die Nutzbarmacher und Rationalisierer, die – unter dem Deckmantel der Erschließung – unsere Welt mit Umsicht und System zunichte machen. Herr, kein Requiem für sie. Ihnen soll das ewige Licht nicht leuchten. Domine ne dona eis pacem! Herr, gib ihnen die ewige Ruhe nicht!<<