ein mädchen, das in deutschland zur schule ging, soll abgeschoben werden. sie träumt von einem leben mit abitur und studium in deutschland, aber merkel erzählt ihr etwas von härte – und das mädchen weint.

grausam.

hier geht es zum video:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-07/angela-merkel-fluechtlingsmaedchen-buergerdialog-fluechtlingspolitik?

Reem heißt das Mädchen, sie spricht von ihrem Traum, und Merkel anwortet darauf, wir können nicht alle aufnehmen, die kommen wollen. (Genaues, wörtliches Zitat siehe Artikel bzw. Video).

In der ersten Hälfte der 60er ist Enzensbergers Buch Einzelheiten erschienen. Darin gibt es ein Kapitel mit dem sinngemäßen Titel Fünf Figuren konservativer Rhetorik. Eine dieser Figuren lautet: Da könnte ja jeder kommen. (Und weil nicht jeder kommen darf darf, darf eben keiner kommen.)

Reem, die hier in Deutschland lebt, ist nicht ALLE AFRIKANER. Ein saublödes Argument Merkels, das jeglicher Logik entbehrt. Und wenn die führenden Politiker etwas gelernt hätten, wenn sie detaillierte Kenntnisse deutscher Geistesgeschichte hätten, würden sie nicht sagen: Mädchen, wir müssen dich abschieben, sonst wollen am Ende noch alle kommen.

Aber Spitzenpolitiker lernen eben nichts aus der Geschichte.