Wer nur zwischen Gewerkschaft, Petitionen, Wahlen, Hartz-4-Warenkorbaufstockung und Latschdemos pendelt, sich krampfhaft an das Legalitätsprinzip und die Regeln des Systems hält, fällt leicht in eine Depression und Trostlosigkeit, weil die Bretter, die dabei zu bohren sind, einfach zu dick sind. Schnell gerät der denkende Linke dabei in die Widerspruchsfalle.

Ich kann diese Verzweifelungsstimmung nicht teilen, denn in meinen (früheren) aktiven, linksradikalen Zusamenhängen (für Lapuente ein Tabu und “Pfui”) passiert sehr viel und das fast täglich.

Hier ist alles nachzulesen:
http://de.indymedia.org/

Griechenland hat gezeigt, dass das mehrheitliche Wählen einer linken (Mediendeutsch: linksradikalen) Partei keine gesellschaftlichen Veränderungen zum Positiven bringt und dass Volksabstimmungen von denen, die die Macht haben, ignorieret werden. Einige Gründe, die comrade Kim II Sun beim Spiegelfechter genannt hat, dürften auch für DE zutreffen:

“Dagegen stehen folgende Fakten:
– Chef der Zentralbank Griechenlands ist Yannis Stournaras, Verfechter einer strikten Sparpolitik im Sinne der Troika.
– Ein öffentlicher Dienst und eine Verwaltung, die feindselig bis bestenfalls träge gegenüber der neugewählten linken Regierung sind.
– Eine Polizei deren Mitglieder zu über 50% “Golden Dawn” Wähler sind
– Ein aufgeblasener Militärapparat, dessen führende Köpfe ganz sicher nicht mehr mit denen von 1967 gleich zusetzen sind, die aber von Kürzungen im Militäretat so ganz und gar nicht begeistert sind
– Eine Medienlandschaft die komplett in Oligarchenhand ist
– Eine KKE die quertreibt wo es nur geht und eine Extreme Rechte die schon seit Monaten die Messer wetzt
– etc. … pp. … etc. … ff. and so on!
– Last not least eine geballte finanzielle Macht einheimischer Oligarchen die sich im Verbund mit transnationalen Eliten doch nicht die Butter vom Brot von einer wie auch immer “linksradikal gestrickten Bande von Idealisten und Professoren” stehlen läßt.”