Unter dem Leitspruch „Schäm dich, Orbán!“ zogen am Sonntag tausende Ungarn vor das Parlament

Nicht zum ersten Mal schreien Wilma und Tibor ihren Frust lautstark in die Menge. Seit Monaten basteln sie regelmäßig bunte Schilder, die sie gemeinsam durch die Straßen Budapests tragen. „Wir wollen keine Faschisten in der Regierung, das gilt für Orbán wie für Jobbik“, erklären die beiden Budapester. Diesmal schreien sie „Schäm dich, Orbán!“ gemeinsam mit tausenden Demonstranten, die sich am Sonntag auf dem Platz der Freien Presse versammelt haben.

Mit ihrem Protest gegen die Asylpolitik des Premiers folgten sie dem Aufruf des Oppositionspolitikers Pétér Juhász. Der 44-jährige Unternehmer betrat die politische Bühne als Gründer der Massenbewegung „Milla“, die im Oktober 2011 mehr als 70.000 Ungarn gegen das umstrittene Mediengesetz auf die Straße brachte. „Kein anderer Oppositioneller kann so viele Menschen mobilisieren wie Juhász. Er hat den Vorteil, selbst aus der Zivilgesellschaft zu kommen“, sagt Elisabeth Katalin Grabow, stellvertretende Chefredakteurin der Budapester Zeitung zum STANDARD. Heute ist Juhász Vizechef der linken Gruppierung „Együtt“ („Gemeinsam“) und ein scharfer Orbán-Kritiker.

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http://derstandard.at/2000022167478/Ungarns-Zivilgesellschaft-wehrt-sich-gegen-Orbans-Asylpolitik

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