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Krankenhaus in Kabul bombardiert. Wie die USA et al sich immer beliebter machen. — 3. Oktober 2015

Krankenhaus in Kabul bombardiert. Wie die USA et al sich immer beliebter machen.

Afghanistan

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen bei Luftangriff auf Krankenhaus in Kundus getötet – Lage des Krankenhauses war allen Konfliktparteien bekannt

Kundus Klinik Bombardement Ärzte ohne Grenzen

Kabul, 3. Oktober 2015. Das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Kundus ist in der Nacht zum Samstag in Kundus mehrmals während anhaltender Bombardements getroffen und sehr stark beschädigt worden. Dabei sind neun Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen getötet worden. 37 Personen wurden schwer verletzt, darunter 19 Mitarbeiter. Das medizinische Team der Organisation arbeitet rund um die Uhr für die Sicherheit der Patienten und Patientinnen sowie des Krankenhauspersonals. Die Hilfsorganisation verurteilt den Angriff auf die vollbelegte medizinische Einrichtung auf das Schärfste und stellt klar, dass die präzise Lage des Krankenhauses (GPS-Koordinaten) an alle Konfliktparteien klar kommuniziert wurde, auch in Kabul und Washington.

„Wir sind zutiefst schockiert über den Angriff und darüber, dass unsere Kollegen und Patienten getötet wurden sowie über den hohen Tribut, den der Angriff von der Gesundheitsversorgung in Kundus fordert“, sagt Bart Janssens, Leiter der Programmabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. „Wir haben noch keine endgültigen Zahlen über die Opfer, aber unser medizinisches Team leistet Erste Hilfe, behandelt die verletzten Patienten und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und versucht, sich endgültige Gewissheit über die Anzahl der Verstorbenen zu verschaffen. Wir fordern alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von Gesundheitseinrichtungen und Personal zu respektieren.“

Einige der am schwersten verwundeten Opfer wurden zur Stabilisierung in ein Krankenhaus in Pol-e-Chomri gebracht, etwa zwei Stunden Autofahrt entfernt. Viele Patienten und Mitarbeiter werden noch vermisst.

Seit Ausbruch der Kämpfe am vergangenen Montag hat Ärzte ohne Grenzen 394 Verletzte behandelt. Als der Luftangriff um 2.10 Uhr am Samstagmorgen das Krankenhaus traf, waren 105 Patienten und deren pflegende Angehörige im Krankenhaus sowie mehr als 80 internationale und einheimische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen. Wie in allen Konfliktgebieten hat Ärzte ohne Grenzen alle Konfliktparteien über die genaue Lage aller Einrichtungen der Organisation – Krankenhaus, Unterkünfte, Büro und Stabilisierungsklinik in Chardara, nordwestlich von Kundus – informiert, zuletzt am 29. September. Obwohl amerikanische und afghanische Militärs in Kabul und Washington informiert wurden, wurde das Bombardement noch 30 Minuten lang fortgesetzt. Ärzte ohne Grenzen verlangt dringend Aufklärung darüber, was genau vorgefallen ist und wie es zu diesem schrecklichen Vorfall kommen konnte.

Das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen ist die einzige Einrichtung dieser Art im Nordosten von Afghanistan. Es bietet kostenlose lebensrettende chirurgische Hilfe an, durch die bei vielen Patienten Amputationen verhindert werden können.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1980 in Afghanistan tätig. Wie im ganzen Land arbeiten in Kundus internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen, um eine gute medizinische Versorgung zu gewährleisten. Ärzte ohne Grenzen unterstützt auch das Gesundheitsministerium im Ahmad-Shah-Baba-Krankenhaus im Osten Kabuls, in der Frauenklinik Dasht-e-Barchi im Westen Kabuls und im Boost-Krankenhaus in Lashkar Gah in der Provinz Helmand. In Khost im Osten des Landes betreibt Ärzte ohne Grenzen eine eigene Mutter-Kind-Klinik. Ärzte ohne Grenzen verwendet für seine Arbeit in Afghanistan ausschließlich private Mittel und nimmt keinerlei Gelder von Regierungen an.

Quelle: http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/afghanistan-bombardierung-klinik-kundus-aerzte-ohne-grenzen

Categories: Alltägliches

7 Comments

  1. Na so was sollte sich mal der Putin trauen….

    … dann wäre bei Tagesschau.de die Meldung auch nicht gaaanz unten; noch unter Lage am Eurotunnel entspannt sich und schwulem Geistlichen im Vatikan. Wetten?

  2. Den Hegemon der westlichen Wertegemeinschaft mit einem möglichen Kriegsverbrechen in Verbindung zu bringen – eine Medisance ohnegleichen!
    A regrettable collateral damage – what else!
    Deadly irony off!

  3. Wenn die Leute genauso viel Energien in die Ursachen stecken würden, anstatt sie ständig an den Symptomen zu vernichten, wären wir schon viel weiter…???

  4. …wenn all die Leute, die sich liebend gern um die Flüchtlinge kümmern, gegen das System….aber was red ich..

  5. Die Überschrift empfinde ich zu zynisch für so eine extreme Brutalität.

    Was sich hier ereignete ist in meinen Augen – Mord !

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