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Das Foto wurde in Berlin aufgenommen anlässlich der großen Anti-TTIP-Demo am 1o. Oktober 2015. Der Fotograf ist Frank Kopperschläger, dem ich ausdrücklich für die Genehmigung, das Bild hier zu veröffentlichen, danke.

Zu dem, was die FDP dem Ahnungslosen suggeriert, möchte ich zwei Aspekte erwähnen:

Erster Aspekt: Ich dachte, so weit ich TTIP verstanden habe, es ginge bei diesem Freihandelsabkommen um die Freiheit des Handels seitens der USA in Europa, um die Entfernung von Handelsschranken für die USA u. a. in Deutschland.

Was hat also Italien und die Türkei damit zu tun, was der Kaffee, den wir nicht nur aus Brasilien beziehen. Wichtiger aber als diese verwirrende Vermengung der Lieferländer bzw. des Urlaubslandes mit us-amerikanischen Handelsinteressen, ist die Ausblendung eines ökologischens Aspekts, der in der global geltenden Ethik in den 70er Jahren eine wichtige Rolle spielt, nämlich die Frage, was dürfen wir tun und was sollten wir unterlassen.

Ich will mich auf Hans Jonas und sein Buch „Prinip Verantwortung“ beschränken. Für Jonas ist zentral, dass menschliches Handeln, insonderheit das technisch-technologische, negative, destruktive, tödliche Folgen zu vermeiden. Jonas sagt, wir müssten uns Vorstellungen von den Fernwirkungen unseres Handelns beschaffen, und fallen sie so aus wie das, was in Tschernobyl und Fukishima geschah, müsstern wir den Bau von Atomkraftwerken gar nicht erst beginnen.

Es müsste also Verbote geben, die vorschreiben, was nicht gemacht werden darf, weil, würde es gemacht, die Folgen grausam wären. Ich meine hier zum Beispiel Glyphosat und die daraus resultierenden Krebserkrankungen. Ich bin selbst ein Opfer des Einsatzes von Gift. Ich leide an einer schweren Polyneuropathie, an Lähmungserscheinungen durch das Mottengift Permethrin, das in hoher Dosis in der wollenen Teppichauslegware meiner ehemaligen Wohnung sich befand.

Also: Das zentrale Problem negativer Nebenwirkungen von Produkten, Erzeugnissen, Erfindungen wird von der FDP überhaupt nicht erfasst bzw. ausgesprochen, was zu der Vermutung führt: Entweder ist die FDP noch auf dem Stand der Bewunderung von Technik wie das um 1900 der Fall war oder sie lügt, betreibt auf üble Art Verdummungspropaganda (ein Pleonasmus), denn auch Spaghetti kommen aus Italien und der Appenzeller aus der Schweiz.
TTIP bedeutet, dass skupellose Firmen wie beispielsweise Monsanto, machen können, was sie wollen; Freihandel bedeutet, Entgrenzung, gnadenlose Entgrenzung, Aufhebung aller Schranken, die ansonsten den Profit der (Groß-)Firmen schmälern würden.

Man muss diesen rücksichtslosen Firmen – wie kleinen Kindern – Grenzen setzen. Den Kindern Grenzen setzen, den Konzernen massive Grenzen.

LektüreEmpfehlung zur TTIP-Demo:

Bericht von Epikur

http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2015/ttip-konzerninteressenabkommen/

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