Der ganze Beitrag hier:http://www.taublog.de/160109_die-woche-enthemmter-rassismus

 

Geschrieben von: André Tautenhahn am 10. Jan 2016 um 13:18

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Am Ende einer Woche voller Enthemmung bildet der aktuelle Focus-Titel den vorerst krönenden Abschluss*. Ist eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Köln überhaupt noch möglich? Wer die Übertreibungen benennt und die rassistischen Äußerungen in den sozialen Netzwerken kritisiert, gilt inzwischen als einer, der die Vorfälle in Köln und anderswo an Silvester nur verharmlosen oder herunterspielen möchte. Er gilt als ein linker Gutmensch, der sich schützend vor kriminelle Ausländer stellt und nicht erkennt, wie groß die Gefahr doch ist. Mit Verlaub: Ihr habt eine Meise.

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Am Ende einer Woche voller Enthemmung bildet der aktuelle Focus-Titel den vorerst krönenden Abschluss. Ist eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Köln überhaupt noch möglich? Wer die Übertreibungen benennt und die rassistischen Äußerungen in den sozialen Netzwerken kritisiert, gilt inzwischen als einer, der die Vorfälle in Köln und anderswo an Silvester nur verharmlosen oder herunterspielen möchte. Er gilt als ein linker Gutmensch, der sich schützend vor kriminelle Ausländer stellt und nicht erkennt, wie groß die Gefahr doch ist. Mit Verlaub: Ihr habt eine Meise.
Stigmatisierung ist das Ziel
Ziel der allgemeinen Besorgniswelle ist ganz klar eine Stigmatisierung. Inzwischen wird ernsthaft darüber diskutiert, ob es nicht doch einen Zusammenhang zwischen Herkunft oder genauer dem Islam und sexualisierter Gewalt gibt. Das Stichwort: patriarchale Gesellschaft. Dabei gilt das, was schon immer galt: Testosteron kennt keine Religion oder Nationalität. Die Besorgten tun nun aber die ganze Woche über so, als seien Seximus und Antisemitismus erst mit den Flüchtlingen ins Land gekommen. Der deutsche Mann ist dann wohl geradezu ein Vorbild an Zivilisiertheit, der sogar noch im Suff die Contenance bewahrt . Dumm nur, dass auch einige Landsleute verdächtigt werden, Straftaten in jener Nacht auf dem Bahnhof in Köln begangenen zu haben.
Das interessiert aber keinen, da ja endlich bestätigt wurde, dass auch viele Asylbewerber zum mutmaßlichen Täterkreis gehören, die Ortung der geklauten Handys in die Nähe von Flüchtlingsheimen führt und sogar ein gelber Übersetzungszettel aufgetaucht ist. Das sind ja wohl unwiderlegbare Beweise für die These, dass Ausländer immer nur Probleme machen, Frauen nicht achten und somit nicht integrierbar sind. Dabei hat wohl in Köln gelungene Integration stattgefunden. Denn sehr viele männliche Arschlöcher haben sich zu einer Art Multikulti-Arschloch-Truppe zusammengetan, um einer uralten männlichen Tradition nachzugehen.

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*Der schwarzen Hände auf einer weißen Frau suggerieren, dass ein Mensch mit brauner Hautfarbe abfärbt und beim Berühren eines anderen Menschen Farbspuren hinterlässt. Da Hautfarbe aber nicht abfärbt, sinkt das Niveau vom focus, der dergleichen dem Leser weißmachen will,  auf mittelalterliches Primitivniveau zurück oder auf Zeiten, um es allgemeiner zu sagen, in denen magisches Denken (anstelle des modernen Kausaldenkens) vorherrschte. Im Kindergarten kann es schon mal vorkommen, dass Kinder unterschiedlicher Hautfarbe sich gegenseitig berühren, um zu schauen, wie es sich mit der Hautfarbe des anderen verhält. Wenn nun Erwachsene sich wie bislang unwissende Kinder verhalten, nennt man das Regression, denn der Erwachsene müsste wissen, dass andersfarbige Menschen farbecht sind. Und wenn nun der focus etwas suggeriert, was es gar nicht gibt und was nicht möglich ist, dann betreibt er Propaganda, und zwar eine von der übelsten Sorte, die man Rassismus nennt.
Die Zeiten eines Stefan Moses, der einst für den STERN fotografierte, sind offenbar längst vorbei. Es gibt Schwarz-Weiß-Aufnahmen von ihm mit einem schwarzen Mann und einer weißer Frau, die ich in meinen zwanziger Jahren als ausgesprochen erotisch empfand. Zur Zeit müsste Moses solche Bilder eher zurückhalten, denn die Rassisten würden vermutlich wie eine wilde Horde über ihn herfallen.
Da Hautfarbe nicht abfärbt, habe ich, um das Titelbild von focus näher an die Realität heranzuführen, zwei Berufe ausgewählt, bei denen die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass sie auf weißen Frauen schwarze Spuren hinterlassen.

 

focus. weiße frau schwarzer mann.abc

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Hier ein weiterer Text zum Thema:

http://scienceblogs.de/zoonpolitikon/2016/01/09/gestaendnisse-eines-arabisch-und-nordafrikanisch-aussehenden-menschen/