Georg Restle: „Eine der zentralen Fragen der Flüchtlingspolitik lautet: Wer soll das eigentlich alles bezahlen? Vor allem Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen befürchten, dass sie es sind, die am Ende mal wieder zur Kasse gebeten werden. Und dass Verteilungskämpfe ausgerechnet zwischen denen drohen, die sowieso schon wenig haben. Nachvollziehbare Ängste, aber sie vernebeln auch den Blick auf das eigentliche Problem. Nämlich die wachsende soziale Ungerechtigkeit im Land, die die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher macht. Jan Schmitt, Andrea Miosga und David Zajonz über sozialen Sprengstoff, gerade in dieser Zeit.“
Deutschland – die untere Hälfte der Gesellschaft. Sascha Pastwa ist Müllwerker in Remscheid, seit zehn Jahren. Gehalt: 2.757,00 Euro brutto, Vermögen: 811,00 Euro, Einkommen aus Vermögen: 0,86 Euro/mtl. Die obere Hälfte der Gesellschaft. Dieter Lehmkuhl, 71, Psychiater im Ruhestand. Und: Erbe. Altersbezüge: 3.904,00 Euro, Vermögen: ca. 1,5 Millionen Euro, Einkommen aus Vermögen: 5.291,00 Euro/mtl., Tendenz steigend.
Dieter Lehmkuhl: „Vermögen haben die fantastische Eigenschaft, wenn man nicht sich ganz dumm anstellt, sich selbst zu vermehren.“
Dieter Lehmkuhls Vermögen vermehrt sich, ohne dass er etwas dafür leisten muss. Er spendet den Großteil seiner Kapitalerträge; denn er findet, er steht auf der Sonnenseite eines ungerechten Systems. Auf der anderen Seite steht er: Sascha Pastwa hat quasi kein Vermögen. Und aufbauen kann er sich auch keins, denn von seinem Gehalt bleiben nach Steuern, Miete und festen Kosten nur knapp 700,00 Euro übrig.

Quelle und mehr:

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/sozialer-sprengstoff-100.html