plume et lettre

Becketts Apor(e)tik

Aporetik kommt aus dem griechischen aporētikē und bedeutet zu deutsch „zum Zweifeln geneigt“. Zweifel klingt in Beckett’s Romanen selten nach dem, was ein Leser unter einem Zweifel versteht. In dem Roman „Molloy“ werden die meisten Beobachtungen durch eine nachfolgende, fast beiläufig fallen gelassene Bemerkung negiert. Molloy sagt selten etwas, woraus hervorgeht, dass er sich dessen sicher ist. Meistens handelt es sich um Dinge, die ihn selbst betreffen, wie zu Beginn des Romans, als er dem Leser erklärt, dass er sich im Zimmer seiner Mutter befindet und sich nicht erklären kann, wie er dorthin gelangen konnte. Er sagt: „Man hat mir geholfen. Allein hätte ich es nicht geschafft.“1
Ein häufiges Wort ist das Adverb „vielleicht“, das oft nach solchen Aussagen steht. Dieses „vielleicht“ findet sich in „Molloy“, „Malone stirbt“ und in „Der Namenlose“, wobei es in seiner Verwendung keinen merklichen Unterschied zu geben scheint. Es gibt das „vielleicht“ zu…

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