Vor vielen Jahren schon hat man einen kirchlichen Feiertag abgeschafft, damit alle Lohnabhängigen für das selbe Geld einen Tag mehr Dinge produzieren, die man dann wiederum in Geld verwandeln kann. Eigentlich eine irrwitzige Logik angesichts einer gestiegenen Produktivität durch Rationalisierung und eines Verlustes an Massenkaufkraft. Der andere Aspekt, der diesem Bild zugrunde liegt, ist folgender: Die großen Industrien wie Opel, Siemens, Electrolux usw., Banken wie die von Herrn Ackermann oder die Telekom entlassen Menschen zu Tausenden. Anstatt daß die Politik wenigstens ihre Ohnmacht eingesteht, wenn sie denn wirklich so ohnmächtig ist, wie sie behauptet, hackt sie auf den Arbeitslosen herum, projeziert auf diese selbst die Schuld und bezichtigt sie des Faulenzer- und Schmarotzertums (Schröder und Clement). Oder behauptet wie Müntefering, wer nicht arbeitet, der solle auch nicht essen. Selten war eine Partei psychoanalytisch gesehen so verkommen und so einsichtslos in das eigene Versagen wie die SPD seit der Kanzlerschaft Schröders. Verkommen auch dergestalt, als es leider Parallelen gibt zum 3. Reich. Die Nazis projezierten das Bild von Ratten und Untermenschen auf die Juden und die Politik a lá Schröder und Clement das Bild der Schmarotzer auf die Arbeitslosen. Zwar ist der Schmarotzer noch keine Ratte, aber der Mechanismus der Projektion ist der gleiche. Es wird – mit Hilfe von Propaganda – ein Bild erzeugt, das gezielt bei den Vielen, die nur diffuse Vorstellungen von den wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen haben, eine verzerrte Wahrnehmung der Realität erzeugt. Dieser manipulierten Bewußtseinslage, einer Art Stammtischmentalität, glaubt man sich dann bedienen zu können, um eine noch unverschämtere Umverteilung von denen, die wenig haben, zu denen, denen das Geld schon wieder aus den Ohren herausquillt, betreiben zu können. Die Rechnung scheint aber nicht so ganz aufzugehen, denn eine Reihe derjenigen mit diffusen Vorstellungen im Kopf wählen verstärkt Rechtsradikal. Ein Busfahrer in einer deutschen Stadt, der aus dem Kosovo stammt, räsonierte über die politische und wirtschaftliche Lage der BRD und meinte, es bedürfe eines neuen Hitler, nicht so grausam wie der alte, um in diesem Augiasstall der Ungerechtigkeiten aufzuräumen. Dieser Glaube an die Erlöserkraft eines Führers geht auf das Konto der neoliberalen Politik unser tonangebenden Parteien.der_gekreuzigte_im_neoliberalismus