Ich besorge mir Photos von ihnen, mache daraus eine Art Plakat oder eine Art Handzettel und verteile diese, am besten und einfachsten im Internet. Zirka fünzig Jahre nach Enzensbergers Gedicht INS LESEBUCH FÜR DIE OBERSTUFE wird ein Zeile daraus endgültig Realität. Enzensberger schrieb damals in der ersten Hälfte der 60er Jahre:

>Es kommt der Tag, an dem sie wieder Listen ans Tor schlagen …<

FotografInnen auf dem „Handzettel“ werden der Antifa zugerechnet und die Fa werden damit gewarnt: Der unausgesprochene Inhalt dieser Warnung lautet, diese FotografInnen zu bedrohen oder sie gar totzuschlagen, wo immer man sie trifft. So weit ich informiert bin, sind auch schon bei einigen dieser Antifa-Fotografen Morddrohungen eingegangen.

Ich lasse diese Liste mit den Fotos der Betroffenen hier weg, sie findet sich in undeutlicher Form unter dem Link am Schluss. Fatalerweise erinnert sie an die Fahndungsplakate aus der Zeit der RAF, Plakate, auf denen der gefasste Terrorist ausgeIXT wurde – mit Kugelschreiber.

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Ich zitiere den Anfang eines Artikels aus dem Internet:

Im Vorfeld des Neonaziaufmarsches am 2. April 2016 in Berlin Marzahn-Hellersdorf wurde ein Fahndungsplakat mit Fotos und Namen vermeintlich „linker” Journalisten in Sozialen Netzwerken geteilt und mit Morddrohungen kommentiert. Unter den Betroffenen ist ein Journalist des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA). An der Verbreitung des Bildes beteiligten sich AfD-Funktionäre.

Bereits seit Ende 2014 kursiert im Internet ein Fahndungsplakat mit 18 Portraits und Namen von Pressevertretern unter der Überschrift „ACHTUNG Antifa Fotografen”. Nun wurde es um zwei weitere Personen erweitert und erneut am Abend des 30. März anonym auf Twitter veröffentlicht. Weniger als zwei Stunden später veröffentlichte es der Bärgida-Aktivist und „Reichsbürger“ Christoph K. als erster an verschiedenen Stellen auf Facebook. Kommentiert wurde sein Beitrag eine halbe Stunde später von Norbert L. mit den Worten „Alle töten!”. Dieser Mordaufruf wurde nach 48 Stunden von Christoph K. weder kommentiert, noch gelöscht. Ein Kommentar mit Adressdaten eines Betroffenen wurden mittlerweile entfernt. Der „Steckbrief” wurde zu jetzigem Zeitpunkt mehrere hundert Male weiterverbreitet.

Christoph K. wurde im Dezember 2015 wegen eines von ihm veröffentlichten Facebook-Beitrags während einer nicht genehmigten Kundgebung vorübergehend festgenommen. Er drohte darin der Bundeskanzlerin Angela Merkel und rief auf, das Kanzleramt mit Waffengewalt zu stürmen: „Bitte überprüft sorgfältig Eure Sprengstoffguertel. Reinigt Eure Waffen und sorgt bitte für ausreichend Munition. […] Überprüft auch die Panzerfaeuste, damit uns da morgen nix schief laeuft.”

Auch der Berliner AfD-Funktionär Heribert Eisenhardt veröffentlichte K.’s Beitrag auf seinem Facebook-Profil. Eisenhardt ist zurzeit Beisitzer des AfD Kreisverbandes Berlin Lichtenberg. Darüber hinaus tritt er regelmäßig als Redner, Moderator und Pressesprecher bei Bärgida-Verstanstaltungen auf und hetzt dort gegen Politiker („Der Maas ist hohl. Das Maß ist voll.”) und diffamiert Pressevertreter als „Lügenpresse”. Um weitere Skandale zu verhindern, erwog der Berliner AfD Landesverband Mitte 2015 nach Bekanntwerden seiner politischen Aktivität ein Parteiausschlussverfahren. Da Eisenhardt zusicherte, nicht mehr bei Bärgida-Veranstaltungen aufzutreten, wurde von einem Parteiausschluss, laut Angaben der AfD, abgesehen. Jüngst nahm er am 2. April an der von der rechten Initiative „Nein zum Heim” organisierten Demonstration in Berlin Marzahn-Hellersdorf teil, an der sich zahlreiche NPD-Mitglieder und Bärgida-Aktivisten beteiligten.

Quelle und mehr:

AfD-Politiker beteiligen sich an Hass-Kampagne gegen Journalisten

Einem unbestätigten Bericht zufolge soll Christoph K. auf der Bärgida-Demo am 4.4.16 vorübergehend festgenommen worden sein, weil er das Flugblatt mit den Konterfeis der Antifa-FotografInnen auf der Demo verteilt haben soll.