11. Mai 2016 l

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich in diesem Leben nicht mehr mit Joschka Fischer auseinanderzusetzen. Der Grund: Es lohnt nicht; er ist ein so belangloser Zeitgenosse, dass eigentlich jede Zeile zu ihm eine zu viel ist.

Dass aber einer wie er (in der SZ vom Samstag, S. 5) sich nun hinstellt und die Politik auffordert, Europa „strategisch zu steuern“, dazu feststellt, „der Graben zwischen Deutschland und den meisten anderen Mitgliedern des Euro“ werde immer breiter und einen „erneuerten Kompromiss zwischen Deutschland und den anderen“ fordert, ist mehr als dreist. Es ist unverschämt, weil er geflissentlich vergessen hat zu schreiben, wie Joschka Fischer mit seinem Koalitionspartner Europa „strategisch“ in die Krise gefahren hat. Wer war Rot-Grüner Außenminister, als Deutschland begann, seine europäischen Partner mit einem Merkantilismus ohnegleichen an die Wand zu fahren?

Auch das hätte ich mich noch nicht dazu bewegen könne, etwas zu diesem Herrn zu schreiben, doch dass er für Deutschland einfach so (allerdings in Klammern) von einer notwendigen „Aufwertung“ wegen der Außenhandelsüberschüsse redet und von einer „Abwertung“ und „Wachstum generierenden Impulsen“ bei den anderen und auf dieser Basis einen erneuerten Kompromiss fordert, ist einfach des Guten zu viel. Abgesehen davon, dass das absurd ist, weil es Aufwertung und Abwertung ja gerade nicht gibt (sein Stichwortgeber hatte vermutlich reale Auf- und Abwertung gemeint, als höhere Löhne hier und niedrigere da), ist diese Sentenz, ohne die eigene Vergangenheit zu erwähnen, eine geistige Ohrfeige für jeden Leser.

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http://www.flassbeck-economics.de/trueber-fischer-verfangen-im-eigenen-netz/