Wenn ich mich richtig erinnere, hatte DIE ZEIT dieses Gespräch 1999 abgedruckt. Es war für mich in jener Zeit eines der seltenen Dokumente, in denen der Neoliberalismus kritisch reflektiert wurde. Die Nachdenkseiten gab es noch nicht, und ich kam mir damals ziemlich isoliert vor, weil meine Wahrnehmung der Realität mit dem, was man aus den Medien erfuhr, nicht übereinstimmte. Selbst DIE ZEIT repräsentierte überwiegend einen Block, der sich vor die Realität stellte. Und wenn sie einen kritischen Beitrag gebracht hatte, ging man später wieder zum Angriff über, das heißt, im Falle von Bourdieu brachte DIE ZEIT einen Artikel, in dem Bourdieu persönlich angegriffen wurde. Man setzte sich nicht mit seinen Argumenten auseinander, sondern griff ihn in seiner Rolle als Institutsdirektor an, im Sinne von: er sei ein ganz übler Chef usw.
Ähnlich verfuhr DIE ZEIT später mit Herbert von Arnim, dem man einen mehr als fragwürdige Charakter nachsagte.