oder:

Die Sprache der Diktatoren entspricht nicht den Tatsachen, dachte ich gestern, als ich die Zwölf-Uhr-Nachrichten auf Deutschlandfunk hörte.

>>Türkei Führenden HDP-Politikern drohen lange Haftstrafen

Der Co-Vorsitzenden der pro-kurdischen türkischen
Oppositionspartei HDP, Yüksekdag, droht eine Gefängnisstrafe
von 15 Jahren wegen Terrorpropaganda. Das bestätigte ein
Parteisprecher. Grund für die Anklage der Staatsanwaltschaft
ist ein Auftritt der Politikerin bei einer Veranstaltung im
vergangenen Jahr, bei der sie Solidarität mit der syrischen
Kurdenpartei PYD und der Kurdenmiliz YPG im Kampf gegen die
IS-Terrormiliz in Syrien bekundete. Beide Organisationen werden
von der Türkei wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK
als terroristisch eingestuft. Für die USA ist die Kurdenmiliz
YPG in Syrien ein wichtiger Partner beim Kampf gegen den
IS-Terror. Erst kürzlich hatte die Istanbuler
Staatsanwaltschaft bis zu fünf Jahre Haft für den HDP-Chef
Demirtas gefordert.<<

Der Beginn der Nachricht

Der Co-Vorsitzenden der pro-kurdischen türkischen
Oppositionspartei HDP, Yüksekdag, droht eine Gefängnisstrafe
von 15 Jahren wegen Terrorpropaganda.

spricht so, als ob es einen Begriff von Terror (oder von was auch immer) unabhängig von einem ideologischen point-of-view gäbe. Wer von den herrschenden Kräften in der Türkei als terroristisch eingestuft wird, ist aber nicht deshalb schon terroristisch. Terror ist ein Kampfbegriff, den ERDOGAN benutzt, um seine Kritiker zu Feinden zu erklären.

Ich finde, hier kommt die Trennung von Nachricht und Kommentar an seine Grenzen.

Aus einem Propaganda-Begriff der türkischen Regierung wird ein Tatsachen-Begriff.