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Oury Jalloh — 11. Dezember 2017

Oury Jalloh

„Nach zwölf Jahren wird der „Täter“ Oury Jalloh als Opfer von Polizeigewalt anerkannt. Zwölf Jahre! Offensichtlich hat der demokratische Rechtsstaat ein großes Problem.“

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Categories: Alltägliches

21 Comments

  1. Danke! Dem strukturellen (staatlichen) Rassismus wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. 1.000 Überfälle auf Geflohene allein in diesem Jahr, aber keine 1.000 Verhaftungen. Das sagt alles.

  2. Und ich dachte damals an ein Wunder… 😉

  3. Womöglich wurde Oury Jalloh ehedem Opfer von Polizeigewalt.
    Eindeutige Belege für diese Hypothese fehlen nach wie vor.
    Anhand von Spekulation, Ressentiment und Common Sense lässt sich de facto keine Schuld zuweisen.

  4. Sledgehammer: Da irrst Du aber.

    Übrigens nicht das erste Mal, dass vermeintliche Straftäter von Polizisten getötet wurden. Ich erinnere an Wolfgang Gras in Bad KLeinen:
    „Ganz anders will es die Kioskbesitzerin Joanna Baron gesehen haben: „Der Beamte zielte auf den Kopf und schoss aus nächster Nähe, wenige Zentimeter vom Kopf des Grams entfernt. Dann schoss auch der zweite Beamte auf Grams, aber mehr auf den Bauch oder die Beine. Auch der Beamte schoss mehrmals.“ Ähnlich die Aussage eines „Antiterror-Spezialisten“, den der Spiegel zitiert, ohne seinen Namen zu nennen: „Ein Kollege von der GSG 9 hat aus einer Entfernung von Maximum fünf Zentimetern gefeuert.“

    Offiziell heißt es, dass Grams sich selbst erschossen hat. Dafür spricht der Einschuss in der rechten Schläfe. Dagegen spricht, daß niemand der Beamten sah, dass Grams sich in den Kopf schoß. Eher unwarscheinlich, dass dies niemand mitbekommen hätte.“

    https://www.amazon.de/Bad-Kleinen-Erschie%C3%9Fung-Wolfgang-Grams/dp/3894080434

    Und jetzt reden wir auch mal über die staatl. Beteiligung an den NSU-Morden…………………………

  5. @Altautonomer
    Ihren Hinweis halte ich für richtig: Agenten des repressiven Staatsapparats wie z.B. Polizisten als Täter,. hier sogar Töter. Ob das Bad Kleinen-Beispiel richtig ist?
    Wichtiger m.E. die Struktur: Während beim politisch motivierten Massenord Oktoberfest 1980 in Minga staatliche Organe der Alt-BRD „nur“ vertuschten, agieren Sie politisch in den Komplexen: neo-Nazi-Untergrund wie aktuell im Berliner Amri-Fall Ende 2016 aktiv, waren also Täter (nicht nur Tatervertuscher) wo sie doch Tatverhinderer hätten sein sollen. Soweit erkennbar, kommt immer dann, wenn Staatsorgane und deren Leute aktiv waren, die pol. Schutzbehauptung: Einzeltäter oder Kleinstgruppe – grad so als wär das ein Zeichen fürs staatliches Komplott.
    Bei dieser Gelegenheit: Auch bei unpolitischen Toten mischt der Staat kräftig mit, Beispiel das Verbrechen mit mehr als 20 Toten und mehr als 500 teilweise Schwer-Verletzen Mitte Juli 2010, das ich Death Parade nenne.
    Gruß, Mike.

  6. Ja „Death Parade“ klingt gut, aber die Behörden dafür verantwortlich zu machen ist ein ganz anderes Ding.

  7. @ altautonomer

    Das Thema Polizei und Gewalt gerät sporadisch in den Fokus der Öffentlichkeit.
    Fälle mutmaßlicher und unbestreitbarer Polizeigewalt existieren zuhauf.
    Womöglich wurde auch Herr Jalloh Opfer illegitimer Repressalien.

    Mir ist hingegen daran gelegen, dass solange der strafrechtliche Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt, bis der Vorwurf der Verfehlung bindend substanziiert resp. erhärtet wird.

    Im Internetz tummeln sich Myriaden von Rechtsexperten und anderen Dilletanten die eine Meinung, jedoch geringe interdisziplinäre Sachkenntnis ihr Eigen nennen.
    Desgleichen erwähnenswert, dass Gutachten zuweilen allein die Auffassung des Auftraggebers spiegeln.

    Eine gewisse Distanz zum Gegenstand der Empörung oder Frohlockung scheint mir vonnöten.

  8. … Dilettanten…

  9. @ Publicviewer

    Stichwort: Death Parade
    Ein Staat der seine Citoyen an massive (bisweilen verdeckte) Eingriffe in deren Lebensverhältnisse gewöhnt hat und im Gegenzug weithin deren Lebensrisiken abdeckt, muss sich in die Verantwortung nehmen lassen.

  10. @Klaus Baum

    Schöne Festtage, und ein gutes, friedliches Neues Jahr!

  11. Von mir ebenfalls! An Klaus und an alle.

  12. Ja, an alle!

  13. Der Geburtstag von Jesus, das Weihnachtsfest, hatte für mich als Heranwachsender immer etwas Beklemmendes. Die Zermonie unter dem Tannenbaum, die Pflichtbesuche in der Verwandschaft, alles erschien mir künstlich und irgendwie gestellt .

    Ich bin nicht unglücklich darüber, dass es in Frankreich nur einen Weihnachtstag gibt, den 25. Dezember.
    Morgen ist wieder alles auf der Piste und die Müllabfuhr wird wie jeden Dienstag gegen 10.00 Uhr erscheinen.

    Dieser Tag ist auch für meine beiden Damen immer ein besonderer Tag, weil sie genau wissen, dass an diesem Tag auch die süssen Weihnachtssachen in den Supermärkten mit bis zu 70% Preisabschlag entsorgt werden.
    Wem das jetzt zu unromantisch ist, zu nüchtern, zu wenig weihnachtlich oder festtäglich, dem halte ich einfach entgegen, dass bürgerlicher, kommerzieller Atheismus sich bestens verträgt mit den christlichen Aufrufen zur Bändigung desselben.

  14. Wohl wohl lach

  15. Hallo Troptard,

    was “ bürgerlicher, kommerzieller Atheismus “ speziell zum Christfest für Sie / bei Ihnen sein soll konnte ich Ihrem Beitrag nicht entnehmen.

    Guts Rütschle wünscht Mike.

  16. Der feiert dieses verlogene Ereinis erst gar nicht, genauso wie ich es auch noch nie, meine Eltern sei Dank gefeiert habe.

  17. @ mike,

    der Publicviewer hat es bereits auf den Punkt gebracht: Weihnachtsfest findet bei uns einfach nicht mehr statt. Kein Geschmücke, keine Geschenke und auch kein besonderes Essen, keine Gäste und keine Besuche.

    “ Bürgerlicher, kommerzieller Atheismus “ ist dann eine auf mich selbst bezogene Wortschöpfung, eine Ablehnung, den christlichen Charakter dieses Festes dadurch zum Verschwinden zu bringen, indem ich ihn durch ein Konsumfest neutralisiere und durch ein paar zusätzliche arbeitsfreie Tage. Und da bin ich dann wieder auf der Seite der Kirche: entweder religiöses Fest oder eben keines.

    Konsum ist täglich, schenken ist täglich möglich, Familie und Freunde besuchen und sich den Bauch vollschlagen auch. Also hätte ich nichts dagegen einzuwenden, wenn dieses Fest nur denen zugute kommt, die einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören oder wie in Frankreich, auf einen einzigen Tag reduziert wird.

  18. Es ist doch nett, wenn sich alle halbwegs vertragen, man ein gutes Essen kocht und auch noch guten Rotwein trinkt. Außerdem ist Weihnachten ganz nett, weil anschließend die Tage wieder länger werden. Also kein Grund zur Aufregung!

    Zum Empören bleibt dieser scheiternde Finanzkapitalismus, der sich längst in eine Schlange verwandelt hat, die sich vom Schwanz her selbst auffrisst (und die auf ihr lebenden Menschen mit).

  19. Mein Link-Verweis hat nun gar nichts mit dem Thema zu tun; etwas was ich gern teilen möchte:

    Dr. med. Hans-Peter Greb: GODO – Mit dem Herzen gehen<

  20. Sofern man Religion allein mit Gepflogenheiten und Zelebritäten verknüpft, dekuvriert sie sich als banaler Zauber.
    Andererseits ergehen sich auch die Amtskirchen in einem trendigen Perspektivismus.
    Theologische Fragen werden ignoriert, beiseitegelegt; lieber zeigt man sich aufgeschlossen, allzeit neugierig, gesprächsbereit und politisch korrekt.
    Gleichwohl laufen den Pharisäern die Gläubigen weg.

  21. Ja, und was lernen wir nun daraus?

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