Heute am 24. Januar 2018 hörte ich um 17:30 folgende Nachricht auf Deutschlandfunk:

„Kulturstaatsministerin Grütters hat die geplante Entfernung eines Gedichts von der Fassade einer Berliner Hochschule gerügt.

Die Entscheidung des Akademischen Senats der Alice Salomon Hochschule sei ein erschreckender Akt der Kulturbarbarei, sagte die CDU-Politikerin. Kunst und Kultur brauchten Freiheit sowie einen Diskurs. Das sei eine der wichtigsten Lehren aus der Geschichte.

Das Gedicht „Avenidas“ des Begründers der sogenannten „Konkreten Poesie“, Eugen Gomringer, soll übermalt und durch ein anderes ersetzt werden. Studentenvertreter hatten die Zeile -Zitat- „Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“ kritisiert. Damit würden Frauen zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert.“

Ergänzend füge ich hinzu eine Textstelle aus der Berliner Zeitung:

„Gomringer hat 2011 den Alice-Salomon-Poetik-Preis der Hochschule erhalten. In dem auf Spanisch verfassten Gedicht geht es um einen Mann, der auf der Straße Blumen und Frauen bewundert.

Er habe beim Schreiben 1951 an eine Situation gedacht, die er auch am Freitag wieder erlebt habe, sagte Gomringer. „Ich bin heute spazieren gegangen und was sehe ich: eine wunderbare Allee, sehr viele Blumen und sehr schöne Frauen.“ Diese Situation wiederhole sich immer und immer wieder.“

– Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/28381048 ©2018

Ich habe sofort den Suhrkamp-Verlag aufgefordert unter anderem jene Textstelle in Prousts Recherche zu entfernen, in der in einer Allee Madame Guermantes auf den Autor zukommt, und dieser hat die Empfindung, es begegne ihm das Absolute.

Was sind diese Studentenvertreter doch für geistlose Würstchen. Die Einschätzung des Gomringer-Gedichts als frauenfeindlich ist noch nicht einmal politisch korrekt.

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