https://www.deutschlandfunkkultur.de/proteste-der-gilets-jaunes-von-verschwoerungstheorien.1013.de.html?dram:article_id=435437

Hinzufügung am 10. 12, 2018 (noch 14 Tage bis Weihnachten):

Nachdem nun einige den Link zum Deutschlandfunk kommentiert und mich mit dem Hinweis kritisiert haben, ich hätte diesen Link „kommentarlos“ (Frank Leyhausen) hier publiziert, muss ich doch ein paar Sätze dazu sagen:

Zunächst gehe ich davon aus, dass „meine“ Leser in der Lage sind, einen Beitrag hier selbst kritisch zu rezipieren, im Idealfall sogar selbstkritisch.

Im Sinne der Meinungsfreiheit behalte ich mir das Recht vor, auch Äußerungen von Menschen zu veröffentlichen oder auf sie hinzuweisen (gelegentlich auch kommentarlos), mit denen ich nicht einer Meinung bin.

(Die Sonne bricht gerade aus den Wolken hervor und erhellt mein Zimmer, verscheucht den grauen Tag.)

Es wird hinsichtlich der Proteste in Frankreich gesagt, dass an ihnen auch Rechte beteiligt sind, eine Argumentation, die glaubt, dadurch die Proteste delegitimieren zu können. Das suggeriert, als wäre der Neoliberalismus dadurch total im Recht, dass auch Rechte ihn nicht total goutieren. Die Propagandaanteile, die Meinungsmanipulationen, die Lügen in den Medien werden nicht dadurch wahrer, dass Pegida- und AfD-Anhänger auf den Straßen „Lügenpresse, Lügenpresse“ skandieren.

Die Nachdenkseiten sind in den Nuller-Jahren „ins Licht der Öffentlichkeit getreten“, um Entwicklungen kritisch zu beleuchten, um vieles richtig zu stellen, was uns die etablierten Medien in die Tasche lügen wollten. Es gibt viele Beispiele dafür, wie der Neoliberalismus uns etwas als alternativlos „verkaufen“ will, zu dem es durchaus nicht-neoliberale Alternativen gibt. Ein Beispiel ist die Altersvorsorge: das System Maschmeyer-Schröder versus umlagefinanzierter Rente.

Ich muss leider aus persönlichen und dringenden Gründen hier erst einmal abbrechen und mich deshalb auch der mangelnden Konkretisierung bezichtigen, das heißt, ich werfe der Frau Lustiger vor, was ich zunächst selbst nicht leiste: Sie spricht von Verschwörungstheorien und Fake News, ohne diese näher zu spezifizieren, d.h. alle Handlungen der Politik, alle Medienmacht, alle Macht der Konzerne oder der Finanzwelt (z.B. CUM EX) …. – nichts wird von ihr konkret benannt.

Demnach wären auch die Nachdenkseiten infiltriert und infiziert. Es gibt nur die Fake News auf der einen Seite und die Right News auf der Seite Macrons.

>>Sie (Frau Lustiger) habe im Laufe des Nachmittags mit etwa 20 oder 30 vermummten jungen Männern aus verschiedenen Städten gesprochen, sagt Lustiger. „Alle zogen die gleichen Verschwörungstheorien heran, hatten also die gleichen Informationsquellen. Das sind eigentlich nur Facebook und soziale Netzwerke. Sowas kann sehr leicht infiltriert werden und da gibt es leicht Fake News. Alle sprachen über eine ‚Weltlobby‘, über die Finanzwelt, die die Fäden zieht und dass Macron nur ein Handlanger fremder Kräfte ist. Es zirkulieren gefährliche Verschwörungstheorien und die Leute, die ich traf, sind davon infiziert.“<<

Vielleicht erinnert sich jemand an ein Bild, eine Allegorie, die Georg Schramm einst benutzte: Er sprach von der Augsburger Puppenkiste, von Politikern, die an Fäden hängend, uns etwas vorspielen.

Jetzt ist die Sonne wieder hinter grauen Wolken verschwunden. Aber was wären wir ohne die Gewissheit, dass die dennoch existiert.

***

Hier ein Beispiel für eine dringend notwendige Konkretisierung:

Ein Text von Troptard:

Ich erinnere mich noch an Äusserungen meiner Tochter von einigen ihrer Lehrer: Lernt mal schön! Die meisten von Euch werden später ohnehin mal arbeitslos sein.

Und wenn eine Regierung damit anfängt, die Studiengebühren für ausländische Studenten zu erhöhen, für einen Bachelor von 170 auf 2770 Euro und ’nen Master von 389 auf 3.770 Euro, da bleibt der clevere Student doch nicht so naiv und denkt, betrifft mich doch nicht, sondern alle, die es treffen soll, und zwar diejenigen, die sich Bildung finanziell eben nicht mehr leisten können.

Und so haben diese cleveren Studenten herausgefunden, weil sie mal nachgeschaut haben, wie das in England so gelaufen ist mit den Immatrikulationsgebühren für ausländische und inländische Studenten. Und siehe da, der fr. Rechnungshof hat empfohlen auch für inländische Studenten die Studiengebühren von 243 auf 965 Euro zu erhöhen.

Und so geht das permanent weiter: Unser Energieverbrauch ist zwar gesunken und dennoch eine Nachzahlung von 150 Euro. Der überwiegende Teil der Rechnung besteht heute aus irgendwelchen Abgaben an den Staat, Gemeinden und Unternehmen. Die Gemeinde hat kein Geld mehr: Empfehlung der Präfektur: Dann erhöht doch einfach die Grundsteuer .

Lokaler Kommerz tot, Infrastruktur tot, öffentlichen Nahverkehr gibt es noch, wenn man ganz früh aufsteht und abends spät wieder zurück mag.

Und schöne bunte Prospekte, die gibt es auch: Über die schöne rosige Zukunft, die ganzen Versprechungen an Nachhaltigkeit und Wohlstand für alle. Eben die ewigen unerfüllten Versprechen der bürgerlichen Gesellschaft.

 

 

 

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