Kommentar von ALTAUTONOMER:

„Höckes Gesprächspartner meint – von Höcke unwidersprochen – diesbezüglich: „’Brandige Glieder können nicht mit Lavendelwasser kuriert werden’, wusste schon Hegel“. (254) Höcke stellt zur von ihm angestrebten Umwälzung fest, dass „wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind“ mitzumachen. (257)

Höcke denkt an einen „Aderlass“ und deutet an, dass diejenigen Deutschen, die seinen politischen Projekten nicht zustimmen, aus Höckes Deutschland ausgeschlossen werden. Auf welche Art und Weise dies geschehen soll, bleibt der Phantasie überlassen. Wahlweise treten die Optionen Migration, Entrechtung, Kriminalisierung oder Liquidierung vors innere Auge.

„Die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, dass wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden. Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen. (257f.)

Björn Höcke“

Quelle: Protokoll eines 300 Seiten umfassenden Interviews, „Nie zweimal in denselben Fluss“, Berlin 2018

Dazu passen seine Aussagen (Drohungen) nach einem abgebrochenem ZDF-Interview: „Wir wissen nicht, was kommt“, sagt Höcke. „Aber dann ist klar, dass es für Sie mit mir kein Interview mehr geben wird.“

Auf die Frage „Ist das eine Drohung?“ antwortet Höcke: „Nein, das ist eine Aussage. Vielleicht werde ich auch mal eine interessante politische Person in diesem Lande.“

Da die Akzeptanz der AfD als „normale“, weil doch „demokratisch gewählte“ Partei in der Bevölkerung nicht zuletzt auch dank der Medien so richtig Fahrt aufnimmt, sorgen sich so manch ängstlich vorausschauende Journalisten tatsächlich um ihren Job, weil sie befürchten, dass im Fall einer Machtbeteiligung die Senkung des Höcke-Daumens genügt, um ihre Existenz zu vernichten. So ist es inzwischen normal, dass der TV-Sender Phoenix an beiden Tagen jeweils 5 Stunden lang (auf meine Kosten) über den Parteitag der AfD berichtet, wie über den Parteitag der SPD oder der Grünen. Mit Delegierteninterviews, Befragung von Beobachtern und Politikwissenschaftlern vor Ort und der ganze übliche Journalistenkram.

Ich befürchte, dass das kein gutes Ende nehmen wird.

Sein Vater war übrigens auch schon ein schlimmer rechter Finger.