Kommentar von sledgehammer

Gegen frühere Einlassungen behauptet Herr Precht heute eine außerordentliche Gefährlichkeit der Pandemie, sowie die Harmlosigkeit und Angemessenheit der damit verbundenen Maßnahmen zum Schutz der Schwachen.
In diesem Kontext darf es keine waghalsigen Spekulationen um die Sinnhaftigkeit der verordneten Maßnahmen oder unbegründete Verdächtigungen gegenüber dem Staat von Seiten der Bürger geben.
Eine Abwägung zwischen tatsächlicher Gefahr und den Wirkungen der Maßnahmen ist zu unterlassen.

Der Bürger steht zuvörderst in der Pflicht/Bringschuld, den wissenschaftlich begründeten Anordnungen des Staates und seiner nachgeordneten Organe unhinterfragt Folge zu leisten.
Einzig, wenn der Staat nicht im Sinne der Humanitas handelt, sind der Pflichterfüllung Grenzen gesetzt.

Doch beinahe jede Handlung lässt sich in Pflicht umdeuten.
Wer legt fest, was im Sinne der Humanitas geschieht und was nicht, was Bürgerpflicht ist oder zur Entpflichtung berechtigt – etwa der Herr Precht, ein Komitee der Unanfechtbaren oder die Einsicht in ein allgemeines Sittengesetz?
Wer allein ist zu Kritik, Protest berechtigt oder darf sich möglicher Verfehlungen des Staates entziehen?

Herr Precht zeigt meines Erachtens vordergründig eine Art Nibelungentreue gegenüber dem paternalistischen Staat. Ein Vorsorge und Fürsorgestaat, der sich jeder Kritik seiner Bürger durch sein in jeder Hinsicht durchdachtes Wirken weitgehend entzieht.
Dabei dürstet es ihn, wie vielen Hochdenkern vor ihm, vornehmlich nach Einfluss.
Die Verkündung staatstragenden Unsinns war schon oftmals die Eintrittskarte für die Platznahme am Katzentisch der Mächt.