Baums Notizen aus der Unterwelt.

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DIE ZEIT – dumm und dämlich — 13. Juli 2017

DIE ZEIT – dumm und dämlich

… und peinlich. Was für ein abgeschlafftes Niveau:

„Die Bundeskanzlerin hat recht, wenn sie sagt, dass gerade in einer Zeit, in der viel Sprachlosigkeit herrsche, das Zusammenkommen ’schon ein Wert an sich‘ sei. Und, ja, ein G20-Gipfel muss auch in demokratischen Gesellschaften ausgerichtet werden können. Aber dann in anderem Rahmen: Niemand braucht das Familienfoto der Staats- und Regierungschefs an der Elbphilharmonie, für dessen Sicherung so viele Polizisten eingesetzt waren, die dann in der Schanze fehlten.“

Zitiert nach der Presseschau des Deutschlandfunks (13. 07. 17)

Newsletter vom „freitag“ — 12. Juli 2017

Newsletter vom „freitag“

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hielt mich bisher wirklich nicht für einen Linksradikalen. Aber die Selbstgerechtigkeit und Beschränktheit, mit der die Gewalt beim G20 Gipfel medial entsorgt wird, bringt mich noch auf die Barrikaden. Hamburg hat die tot geglaubte Figur des „Linksterroristen“ aus dem deutschen Herbst wieder auf den Plan gebracht und mit ihm die gesinnungsterroristische Frage nach einem Sympathisantentum samt einer Bild-Zeitung, die sich für die bessere Polizei hält, gleich mit.
„Der Linksterrorist konnte Hamburg in Schutt und Asche legen, so geht das neue Narrativ weiter, weil sich Politik und Öffentlichkeit viel zu sehr auf die rechte Gewalt konzentriert hätten. (…) Es ist verblüffend, mit welcher Geschwindigkeit sich diese neue Erzählung verbreitet und wie freudig sie aufgenommen wird“, schreibt Jakob Augstein in unserem Leitartikel.

Was kann man dieser Stimmung entgegensetzen? Seinen eigenen Emotionen misstrauen, sagt Robert Misik in seinem klugen Essay zu „Hamburg“, den Sie im Politikteil lesen können. Die wenig erbauliche Streetfighter-Romantik könnte für Misik einfach auch damit zusammenhängen, dass ein Jeremy Corbyn in Deutschland weit und breit nicht sichtbar ist (apropos: Hat jemand Schulz gesehen? Bitte melden…).

Quelle:

http://mailchi.mp/freitag/ausgabe-23-199685?e=a60bc04098

PS.: Wer ein  wenig über Kriminalgeschichte Bescheid weiß, weiß auch, dass es eine Entwicklung hinsichtlich der Ermittlung von Tätern gibt. Die Feststellung eines Täters anhand seiner Fingerabdrücke oder in neuerer Zeit anhand seiner DNA, sind die bekanntesten Beispiele. So wurde Amanda Knox, die wegen Mordes angeklagt war, schließlich vom obersten italienischen Gericht freigesprochen, weil in der Beweiskette an einer Stelle nicht eindeutig gesagt werden konnte, dass sie die Täterin war.

Eindeutigkeit gibt es hinsichtlich der maskierten Täter bei G20 in Hamburg nicht. Aber wen interessiert schon juristische Sauberkeit, korrekte Ermittlungsarbeit, wenn es einem politischen Kalkül dient. Gilt doch der Satz: Linksextreme Gewalttäter erkennt man daran, dass man sie infolge ihrer Maskierung nicht erkennen kann.

Seibert seiert —

Seibert seiert

Es gehört zum Kennzeichen totalitärer Staaten, dass sie Entscheidungen nicht begründen, sondern sich hinter abstrakten Floskeln verbergen und damit den Dialog mit ihren Opfern verweigern.

Seiber, der BundesPresseSprecher erklärte zu der Frage, warum man 32 Journalisten die Akkreditierung beim G20-Gipfel wieder entzogen habe, unter anderem folgendes:

Am Donnerstag Abend hätte es neue Hinweise gegeben bezüglich der Journalisten. Seibert: „Es wäre nach meiner Überzeugung verantwortungslos gewesen, diesen dringenden Hinweisen nicht nachzugehen oder sie zu ignorieren“.

Die Hinweise kamen vom Bundesamt für Verfassungsschutz.

Plate, ein Kollege Seiberts: „Gewichtige Bedenken (…) bei verschiedenen Personen“es sei um „nicht unerhebliche Straftaten“ gegangen. „Nicht bei allen“, fügt er hinzu, als ein Journalist nachhakt. „Mehr könne er nicht sagen, aus Datenschutzgründen.“

Wer in den Statements der Regierungssprecher eine konkrete Aussage findet, möge sie mir mitteilen.

 

Gewaltorgie der Polizei? —
Tom Strohschneider zu Hamburg G20 —
taz zu G 20 in Hamburg — 11. Juli 2017