Notizen aus der Unterwelt.

Der kritische Blog von Klaus Baum – jetzt mobile-friendly

Kriegssoli — 24. Juni 2022

Kriegssoli

von Sledgehammer

„Kriegssoli“ – schlechthin „Preteaching“

Zunächst wird eine bestimmte Idee in den Raum gestellt, die anfänglich meist Dementis oder heftige Ablehnung hervorruft; doch sie ist hiermit in der Welt.
Ist das Aufbegehren zu stark, wird die Idee zunächst hintangestellt, um bei passender Gelegenheit erneut aufs Tapet gebracht zu werden, bis sich der Gedanke in ein gesellschaftliches, zumeist hinnehmendes Wollen und ein paralleles, politisches Handeln übersetzt.

documenta 15 — 22. Juni 2022

documenta 15

der antisemitismus-vorwurf

im land der eiferer und geiferer: wie bekannt sein dürfte, gab es unter merkel mal eine zeit, in der jeder deutsche auf dem balkon oder falls keiner vorhanden aus dem fenster rufen musste: >>die DDR war ein unrechtsstaat<<.

derzeit ist die documenta 15 an der reihe. sie ist antisemitisch, und das erregt die gemüter aufs äußerste. der einzig menschlich reagierende kritiker ist christoph heubner:

>>Das Internationale Auschwitz Komitee rief zum Dialog mit den Künstlern auf. „Es wird höchste Zeit, im Rahmen dieser Documenta ein Gespräch zu beginnen, die Künstler zu hören, aus welcher Weltsicht diese Bilder so entstanden sind und seitens der Documenta öffentlich zu erklären, warum diese Bilder hier auf Widerstand und Ablehnung stoßen“, erklärte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, am Dienstag.<<
Man muss mit den Künstlern reden, um zu erfahren, aus welchen Gründen es zu einer solchen Sicht von israelischen Menschen gekommen ist.

https://www.monopol-magazin.de/documenta-fifteen-hoffnung-auf-dialog-nach-antisemitismus-eklat

Hier ist der Link zur Erklärung der Künstlergruppe „Tarin Padi“, deren Bild man mittlerweile demontiert hat. Leider, so meine Einschätzung, fehlt die konkrete Erklärung, warum die jüdischen Menschen negativ dargestellt wurden.

Auf eine Paradoxie ist noch hinzuweisen: In Kassel hat man das Banner von Tarin Padi entfernt, die beanstandeten Karikaturen wie den Mossadsoldaten aber nun im Netz weltweit verbreitet-Absurder geht es kaum noch!

hier kommt die konkretisierung, die aufklärung:

feynsinn — 20. Juni 2022
Nix zur documenta 15 — 18. Juni 2022

Nix zur documenta 15

Da ich zur Zeit noch bettlägerig bin, werde ich vorerst zur documenta 15 nichts sagen können. Es gibt allerdings eine Erinnerung an eine Begebenheit innerhalb der DOCUMENTA IX. Wir fingen zu Fünft am 1. Juli 1991 dort an zu arbeiten und wurden in das Handling von Computern eingeführt, die damals noch auf der Basis von MS-DOS arbeiteten. Die Einführung, den Unterricht, gab drei Tage lang Roland Nachtigäller. Computer waren für mich völlig neu, und so staunte ich über das umfangreiche Wissen, über die Fülle von MS-DOS-Befehlen, die Nachtigäller beherrschte. Ich teilte ihm meine Bewunderung mit – und er war beleidigt.

Später erfuhr ich, er hätte gern meine Stelle als Leiter des Führungsdienstes gehabt. Vermutlich fühlte er sich durch mein Lob herabgesetzt. Nachtigäller arbeitete, als die Presseabteilung besetzt wurde, ebenda. Offizielle Pressesprecherin war Claudia Herstatt.

Zur Pressekonferenz kurz vor der Eröffnung haben wir bis in die Nacht hinein Pressetexte zusammengestellt. Von mir war auch einer dabei. Ich hatte mich über die Ziele des Führungsdienstes geäußert und unter anderem erwähnt, dass Adornos Forderung, Auschwitz dürfe sich nicht wiederholen, für mich unvergessen sei. Die Pressemappen wurden so an die Journalisten verteilt. Am Tag nach der Pressekonferenz war mein Text aus der Mappe verschwunden. Falls dieser von Nachtigäller entfernt worden sein sollte, so war das kein antisemitischer Akt. Nachtigäller wollte mich nur ein bißchen mobben. Aber ich mutmaße das nur, beweisen kann ich es nicht.

Julian Assange … — 17. Juni 2022
Beckett hatte doch recht —

Beckett hatte doch recht

Die deutsche Übersetzung von Becketts Murphy beginnt mit dem Satz: „Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues.“

Ich habe dieser Tage ein wenig in meinen alten Blog-Beiträgen „geblättert“ und feststellen müssen, dass ich vieles schon gesagt und wieder vergessen hatte. Soll man aber die alte Kritik anhand wechselnder sich wiederholender Schweinereien immer aufs Neue repetieren?

Es ermüdet. Es lohnt nicht.

Und Beckett hatte doch nicht recht. Die Sonne scheint auf eine Welt, die immer schlimmer und unerträglicher wird.