Politik und Wirtschaft sind nicht alles

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“The act of writing requires a constant plunging back into the shadow of the past where time hovers ghostlike.”
– Ralph Ellison -

 

Wer vielleicht erwartet, ich publiziere in diesen Tagen etwas über den Rubel, über Merkel oder die amerikanische Politik, den muss ich enttäuschen. Es ist zwar äußerst wichtig,  über die aktuellsten Verbrechen informiert zu werden, aber ich muss gestehen, ich kann nicht mehr. Ich habe vor einer Woche eine Strahlentherapie begonnen, und ich ertrage das Elend der Welt, ich ertrage Merkel, genauer gesagt, das, wofür sie steht, nicht mehr. Ich ertrage diese amerikanische Politik nicht, ich ertrage IS und ISIS nicht, ich ertrage die Verblendeten, die Hasser, die Töter, die Hetzer und die Feuerleger nicht.

Ich ertrage sie nicht mehr.

Die Beschäftigung mit der alltäglichen Barbarei hält mich davon ab, eine Art AutoBiografie zu schreiben, die keine Poesie und auch nur bedingt die Erzählung einer Geschichte  sein wird. Das folgende ist ein Fragment und handelt von Becketts Essay über Proust und davon, wie meine Entwicklung sich mit Literatur verwoben hat. Der Text ist dem Blog der Beckett-Gesellschaft entnommen, den ich seit Jahren betreue.

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Die Leserkommentare zu Becketts Essay auf der Seite GOODREADS finde ich bemerkenswert, und zwar insofern, als sie unter anderem folgendes thematisieren: Becketts philosophische Sprache in PROUST und seine dichterische Sprache in seinen Stücken, Romanen und Texten.

Es handelt sich um eine Entgegensetzung, um eine Trennung, die ich nie verstanden habe, kommt es doch darauf an, wie Philosophie und Dichtung sich jeweils modifizieren, welche Gestalt sie annehmen.

Ich bin auf diesen Essay gestossen, als ich 1967 im Deutschunterricht am Hessenkolleg in Kassel ein Referat über Beckett halten musste, sollte, durfte. Ich habe damals zwar nicht alles verstanden, was der Ire im Alter von 25 Jahren geschrieben hatte, aber dennoch vieles: Voraussetzung oder Bedingung meines Verständnisses war eine tiefe Erschütterung, die ich ein halbes Jahr zuvor erlebt hatte und die noch immer – zum Zeitpunkt des Referats – in sehr starkem Maße nachwirkte.

Ich war in ein Mädchen verliebt. Sie tauchte unverhofft in meinem Leben auf, sie war mir erschienen wie etwas Absolutes, das durch nichts hätte übertroffen werden können. Der Haken war nur, und das zeigte sich später, dass sie mich dazu benutzt hatte, ihren alten Freund wieder anzulocken, den sie schließlich auch heiratete.

Sie studierte in Gießen, ich wohnte in Kassel. Wir schrieben uns täglich Briefe, doch als eines Tages kein Brief  kam, fuhr ich mit einem Freund von Unruhe angetrieben nach Gießen. Im Gegensatz zu meinem Erscheinen zuvor, blockte sie dieses Mal ab, doch sie sagte nicht, dass sie mich verlassen wollte, sondern nur, dass ich auf sie oder eine Nachricht von ihr in Kassel warten sollte, was dazu führte, dass ich die folgenden Wochen auf jedem Stück Papier, das ich irgendwo auf der Straße erblickte, eine Nachricht von ihr vermutete.

Die ganze desillusionerende Kraft Becketts, die sich schon in seinem Essay zeigte, die Metaphern und Bilder der Nichtidentität von Subjekt und Objekt, die Denkfiguren der Vergeblichkeit, Verlust, die Unmöglichkeit sich erfüllender Sehnsucht, die Qualen des Tantalus, all das wirkte auf mich und in mir wie eine Medizin, eine sehr, sehr bittere Medizin, die ich benötigte, um aus dem Zustand der Verzweiflung wieder hinauszugelangen.

Ein Satz zu Beginn des Essays hatte es mir besonders angetan:

Das Gestern hat uns deformiert, so wie es von uns deformiert worden ist.

Ich fühlte mich als Deformierter, und es bedurfte im Laufe vieler Jahre, die danach folgten, hohe Dosen an Theodizee, um dieser Deformation etwas Positives abgewinnen zu können.

dark memories

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>>The old ego dies hard.<<

Es geht nicht so sehr über Becketts Essay selbst, genauer müsste es heißen: Fragmente einer Rezeption(sgeschichte) Becketts, denn so ist nicht nur von Beckett, sondern auch von Becketts Wirkung auf mindestens einen seiner Leser die Rede.

Ich habe im Studium der Literaturwissenschaft in Hamburg bei Karl Robert Mandelkow einst ein Seminar besucht über die Rezeption von Goethes Wahlverwandtschaften, bei dem es um die Interpretation von Goethes Werk im Horizont der jeweiligen Zeit ging und um den beschränkten Horizont seiner Interpreten.

Rezeption ist aber für mich nicht nur Interpretation, sondern umfasst auch den Versuch, die “Einsichten” eines Schriftstellers, eines Philosophen im eigenen Leben umzusetzen, zu realisieren.

Im Essay über Proust schreibt Beckett: Kunst sei die Apotheose der Einsamkeit. Da ich seit meiner Kindheit Schriftsteller hatte werden wollen, weil ich gern und viel las und Literatur liebte und weil ich diesen Wunsch noch nicht aufgegeben hatte, zog ich 1971 von Hamburg aufs Land, nach Emmelndorf, das ganz nahe am Bahnhof Hittfeld sich befand. Ich wohnte dort die meiste Zeit allein in einem Haus, und mein Schlaf- und Arbeitsraum ging Richtung Süden auf Felder und auf die Eisenbahnstrecke Hamburg – Buchholz hinaus.

Ich hatte also endlich die idealen Arbeitsbedingungen, die nötige Ruhe, die Abwesenheit von Ablenkung, um konzentriert schaffen zu können. Doch dieses Gefühl von Idealität, dieses Gefühl von Arbeitsidylle, erwies sich als trügerisch: Ich entdeckte, dass ich leer war, dass mir Lebenserfahrung fehlte, Menschenkenntnis. Hinzu kam, dass mir die Einsamkeit zu schaffen machte, ich fing an, zu zerfallen, litt an einer Art seelischer Auszehrung: Wenn ich nach Hamburg musste, projizierte mein Gehirn auf Menschen in meiner Umgebung die Gestalten von Freunden, sie wie ein Verdurstender in der Wüste sich eine wasserreiche Oase imaginiert.

Ich musste die Radikalität, mit der ich Becketts Diktum, Kunst sei die Apotheose der Einsamkeit, schließlich aufgeben, und zog nach einem drei viertel Jahr Emmelndorf nach Eppendorf, zurück nach Hamburg.

Damals hatte ich auch noch eine intensive Korrespondenz mit Bernd Heinz, einem Freund aus Kassel, den ich mit meinem Beckett-Fieber angesteckt hatte: Ein Grundthema beherrschte unsere mit der Maschine getippten Briefe: Es ist schon alles gesagt, es gibt nichts mehr zu sagen. Es war schon erstaunlich, über welchen langen Zeitraum es uns gelang, diese Tautologien uns immer wieder gegenseitig mitzuteilen. Ich erinnere mich schwach daran, dass dieses Auf-der-Stelle-Treten mir irgendwann auf die Nerven ging. Nervig waren aber auch all jene, die mit Beckett wenig anfangen konnten, wie zum Beispiel Kuno Lorenz, einer der Philosophieprofessoren in Hamburg.

An ein Statement von mir erinnere ich mich noch deutlich. Als Beckett den Nobelpreis erhielt, erschien sehr rasch über ihn eine roro-Monographie (die Verlage hören ja immer die Flöhe husten), in der wurde bewundernd hervorgehoben, er, Beckett, habe schon in jungen Jahren fünf Sprachen gesprochen. Meine Reaktion auf diesen Satz war: Na und, was soll das heißen? Dass er in fünf Sprachen das selbe hat sagen können?

Vielleicht war das damals ja eine ganz dumme Bemerkung?

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„Die Ängste der Bürger ernst nehmen!“

 

flüchtlinge

Ängste? Welche Ängste?

fragt  altautonomer, und er fährt fort:

Dass es auch ›gute Ausländer‹ gibt, weiß mittlerweile sogar jeder Rassist. Schließlich brauchen alle ›gute Ausländer‹, die Industrie, die Neonazis, die multikulturelle Gesellschaft, ob als Putzfrau oder Krankenschwester, ob als Bauarbeiter oder IT-Spezialist – solange ›wir‹ bestimmen, wer gut (für uns) ist. Dieser postkolonialistische Utilitarismus wird im Brustton der Überzeugung von Medien, Politikern und Wählern vorgetragen, die sich absolut nicht als Rassisten verstehen.

Demonstrationen mit dem Argument „berechtigte Ängste“ besorgter Bürger zu verharmlosen verdeckt den rassistischen Konsens und verführt gleichzeitig dazu, sich von den gröhlenden Meinungsführern mit „Wir wollen keine – Asylantenschweine“ zu distanzieren. Das alles erinnert an die „Protestwähler zu Zeiten der DVU, Republikaner, NPD usw., die ja den etablierten Parteien angeblich nur einen Denkzettel verpassen wollten. Tatsächlich sympathisierten sie jedoch mit den Inhalten rechtsextremer Programme, weil sie darin große Übereinstimmung mit ihren Vorstellungen von bürgerlichem Leben sahen.
Prinzipiell so könnte man behaupten, wäre es unter anderem Aufgabe der Politik, Ängste der Menschen ernst zu nehmen. Die Angst vor Überwachung, die Angst vor dem Klimawandel, die Angst vor Betriebsschließungen und Arbeitslosigkeit, die Angst vor Seuchen, die Angst vor Polizeigewalt und die Angst vor dem Alter und der Armutsrente
Die Ursachen der meisten dieser berechtigten Ängste sind aber ausgerechnet genau in der Politik zu suchen. Gab es vom Klientel der aktuellen Demos mit der Angst vor Überfremdung und vor dem Untergang des Abendlandes dagegen Massenproteste?
Um den Untergang des Abendlandes zu verhindern werden jetzt erste Maßnahmen vorgeschlagen. Unter dem Vorwand, dass die Asylverfahren zulasten der Bewerber zu lange dauern, soll es demnächst beschleunigte Verfahren geben. Früher nannte man das „kurzen Prozess“. Daneben gibt es die Forderung, abgelehnte Asylbewerber zügig abzuschieben, ohne nach möglichen -gesetzlichen- Abschiebehindernissen zu fragen. Auch das Wort „Asylant“, das ja nichts über die Fluchtmotive, sondern mehr über die Forderung des anonymen Individuums an den Staat aussagt, wird selbst in Talkshows neben dem „Wirtschaftsflüchtling“ und dem „Scheinasylanten“ unwidersprochen wieder salonfähig. Mal ganz abgesehen von dem Wahlplakat der CDU und Afd mit dem Text „Deutschland als Weltsozialamt“.
Einig sind sich die politischen Angsttherapeuten darin, dass es versäumt wurde, den Menschen zu erklären welche Probleme die Zuwanderung in Deutschlands Kommunen erzeugt. Das erinnert mich an die Begleitmusik der Parteien rechts von der LINKEN, dass Hartz 4 eine gute Maßnahme sei, man müsse es den Leuten nur richtig erklären. Volkshochschulpädagogik mit Nachhilfe in Staatsbürgerkunde!
Michael Spreng, Blogger (Sprengsatz), ehemaliger Chefredakteur von „Bild am Sonntag“ und Wahlkampfmanager von Edmund Steuber 2002, brachte es am letzten Sonntag in der Talkshow bei G. Jauch auf den Punkt: Er fordert „Aufklärung über Fakten“. „Wir brauchen jährlich 200.000 Zuwanderer, um unseren Wohlstand aufrecht zu erhalten. Wir haben aus Rumänien und Bulgarien 253.000 Menschen, die hier arbeiten und 66.000 Hartz 4-Empfänger. Die sind es zum großen Teil deshalb, weil sie trotz Arbeitsmöglichkeit Aufstocker sind. „ Und wehe, die werden arbeits- und damit nutzlos. Dann wartet am Ende doch der Abschiebeknast.
Gern genommen wird zur Lösung des Kommunikationsproblems mit Rassisten wieder der runde Tisch. Anderswo singen Karnevals- und Volksliedervertreter dem Massenpublikum mit Happeningfeeling (15. in Kölle mitte Bläck Föös) auf der Strasse den Frieden herbei.
Das alles in einem Jahr, in dem seit Anfang der 90er Jahre wieder Flüchtlingsheime brennen.

Eine kritische Stimme

Heute erhielt ich folgende Mail:

>>Hallo Herr Dr. Baum, nennen kann sich jeder wie er will. Sie nenne sich kritischer Blog. Blog stimmt. Nur was ist mit dem Zusatz kritisch? Gruß, Party<<

Ich rätsele, was der Verfasser dieser Kurzkritik unter Kritik versteht?

Erst wollte ich ja antworten, ich arbeite insgeheim für Gabriel, aber ich denke, ich lasse das lieber.

Vier Mal “ich” in einem Satz ist auch nicht von schlechten Eltern.

Ich halte es ohnehin nicht so sehr mit Kritik, ich bin mehr für’s Schöne.

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Anklagebegehren – Bodo Ramelow

Hat man Bodo Ramelow, seit kurzem Ministerpräsident von Thüringen, Angehöriger der Partei DIE LINKEN, beim Ladendiebstahl erwischt? Hast er eine Jungfrau vergewaltigt? Hat er sich bestechen oder kaufen lassen wie Schröder, war er an einem Überfall auf einen Geldtransporter beteiligt?

Das habe ich mich gefragt, als ein Gericht den Antrag stellte, Ramelows Immunität aufzuheben.

Warum?

Ramelow hat an einer friedlichen Demo gegen eine Demo von Nazis teilgenommen. Vermutlich war er an einer Sitzblockade beteiligt?

Wußte er nicht, dass man Nazis nicht blockieren darf?

Jedenfalls schreibt Heribert Prantl über die Juristen, die Ramelows Immunität liquidieren wollen:

“Den Landfrieden stört, wer gewaltfreie Aktionen gegen genehmigte Neonazi-Aufmärsche als rechtswidrige ‘grobe Störung’ diskriminiert. Den Landfrieden stört, wer der Courage gegen Rechtsextremismus den Nerv zu ziehen versucht. Den Landfrieden stört, wer der Zivilgesellschaft den Atem nimmt.”

Deutschlandradio zum Thema Folter in Guantanamo

>>Nach 9/11 hat der US-amerikanische Geheimdienst CIA systematische und höchst brutale Folterverhöre durchgeführt. Das geht aus einem Bericht des US-Senats hervor. Hauptverantwortlich dafür soll der damalige Vizepräsident Dick Cheney gewesen sein.

Dianne Feinstein trug ihre Schlussfolgerungen aus dem Bericht des Geheimdienstausschusses des Senates in gemessenem Ton vor. Doch ihr Urteil über die CIA war vernichtend.

“Dieser Bericht zeigt, dass die Handlungen der CIA vor über einem Jahrzehnt ein Schandfleck sind auf unserer Geschichte und auf unseren Werten.”<<

Mehr hier:

http://www.deutschlandradiokultur.de/cia-report-zu-folter-schandfleck-unserer-geschichte.2165.de.html?dram%3Aarticle_id=305729

 

Anmerkung kb:

In Walter Benjamins >>Geschichtsphilosophische(n) Thesen<< wendet er sich gegen den Historismus, demzufolge die Totalität der historischen Ereignisse dargestellt werden soll. Ihm, Benjamin, geht es im Gegensatz zum Historismus darum, dass die jeweilige Gegenwart sich mit dem beschäftigt, was schon einmal in ähnlicher Weise existierte.

Nicht die Gegenwart an sich, sondern bestimmte Personen oder Gruppen, die sich in einem bestimmten Ereignis der Vergangenheit wiedererkennen. Sich oder gegenwärtige Verhältnisse, in denen das (S)ICH lebt.

Ich habe mich nie mit Folter in früheren Jahrhunderten beschäftigt, aber die Parallelen, die ich bei folgendem Filmausschnitt meine wahrzunehmen, reizen mich dazu, mich mit Folter im Laufe der Geschichte zu beschäftigen.

Was in Guantanamo unter Bush geschah, sagt nicht so sehr etwas über die Gefangenen aus, sondern mehr über die “westlichen Werte” und ihre Folterknechte.

Gleich zu Beginn des folgenden Filmausschnitts meine ich, Ähnlichkeiten zur Judenliquidierung im 3. Reich herauszuhören.

Der Filmausschnitt macht auch deutlich, zieht man Parallelen zum Beispiel zwischen der Hexenverfolgung und den Folterknechten in Guantanamo heran, dass die Grausamkeit, Kälte, Anteilnahmslosigkeit und Brutalität den Menschen wohl als anthropologisch-historische Konstante innewohnt und dass wir dafür sorgen müssen, dass Foltergesinnung und ihre Unmenschlichkeit nicht an die Macht kommt. Momentan sind die Inhumanen auf dem besten Weg dazu.

 

ZDF-“heute”: 2 Minuten Bericht über US-Folter ohne das Wort Folter

klausbaum:

Ich fühle mich genötigt zu erwähnen, welch ein Geschrei die Parteien rechts von der Linken machen, wenn es um die Opfer der Stasi geht. Das zweierlei Maß. mit dem die Tonangebenden messen, wird immer offensichtlicher. Aber eigentlich ist es gar kein zweierlei Maß, sondern es geht immer nur um das EINE: die Herrscher, Förderer, Unterstützer des kapitalistischen Systems zu verklären und alles was auf Humanität zielt, zu verteufeln.

Willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel noch lang nicht ein – aber isch mach dich fertisch.

Ursprünglich veröffentlicht auf Die Propagandaschau:

zdfVorweg muss man eines klarstellen: Einen solchen Bericht würde es vermutlich in keinem anderen Land der Welt geben. Und das nicht etwa, weil andere Länder nicht foltern würden, sondern weil die meisten keine Mechanismen haben, so etwa aufzuklären. Zwar ist das Zustandekommen des Berichts auch dem internen Machtkampf in den USA geschuldet, denn es geht auch um eine politische Abrechnung der sogenannten Demokraten mit den Republikanern, aber immerhin hat man Mittel und Wege gefunden, einen solchen Bericht überhaupt zu erstellen.

Auch wenn Deutschland keine eigenen Geheimgefängnisse betreibt, so haben deutsche Dienste in der Vergangenheit immer wieder gerne befreundete Dienste skrupelloserer Staaten – wie etwa der USA – benutzt, um “Erkenntnisse” aus Folter zu erlangen. Diese Praxis dürfte auch heute noch gängig sein, etwa bei der Kollaboration von Schindlers Leuten mit dem syrischen oder saudischen Geheimdienst. Würde jemals ein deutscher Untersuchungsausschuss Akteneinsicht oder die Erstellung eines Berichts verlangen, die Schredder in…

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Deutsche Nachrichten

Hoeneß darf Weihnachten und Silvester nach Hause,
aber ich will das nicht wissen

von Ernst August

Es gibt Nachrichten, die lese ich fast wie eine Heimsuchung. Sie nerven mich und man kann ihnen nicht entgehen, es sei denn, man kümmert sich nur noch um sich selbst. Hier ist so etwas Unaushaltbares: “Gute Nachrichten für Uli Hoeneß: Der frühere Präsident von Bayern München kann laut einem Zeitungsbericht Weihnachten und Silvester das Gefängnis verlassen und bei seiner Familie feiern. Erstmals soll er auch über Nacht zu Hause bleiben dürfen.” (spiegel online) Ich wünsche Hoeneß nicht die Pest an den Hals, aber mir macht zu schaffen, dass dieser Mann eine Nachricht wert ist. Dadurch fühle ich mich schmerzhaft daran erinnert, dass es in der Welt nicht gerecht zugeht. Man will nicht dauernd mit der Nase auf diesen Sachverhalt gestoßen werden. Ich möchte manchmal wie ein Kind denken, die Welt sei “von guten Mächten wunderbar geborgen” (Bonhoeffer). Sprich: ich möchte von Hoeneß nichts hören, weder, dass er leidet, noch, dass es es ihm gut geht. Ich möchte einfach gar nichts von ihm wissen. Kann das jemand verstehen?

denkfunk.de: Sprache als Chance

Ursprünglich veröffentlicht auf Auf dem Dao-Weg:

Seit dem 6. Dezember 2014 gibt es eine neue Videoplattform im Netz. denkfunk.de sieht sich als alternative Informationsquelle, die ein Gegengewicht zu den Mainstream-Medien darstellen soll.

Begeistern für diese Idee konnten sich bisher Christoph Sieber, Heiner Flassbeck, Dirk Müller, HR Butzko und viele andere mehr aus den Bereichen Jounalismus, Kunst und Kultur.
Das Thema der ersten vorgestellten Videos heißt “Medien”. Ich durfte meinen Teil dazu beitragen und habe einen Versuch unternommen, dem ZDF-Magazin eine neue Chance für objektive Berichterstattung zu geben.
(Videobeginn durch Klick aufs Bild) – http://www.spiegelfechter.com/wordpress/131037/denkfunk-de-sprache-als-chance

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