Rechnen lernen mit der SZ …

… der Süddeutschen Zeitung. Es geht um den Armutsbericht und um 60% des Durchschnittseinkommens. Der Autor in der SZ schreibt: >>Angenommen, bei gleichem Geldwert steigen alle Einkommen um das 100-Fache. Statt 399 Euro würde der Hartz-IV-Regelsatz 39 900 Euro im Monat betragen. Keiner müsste sich mehr sorgen. Das Leben wäre schön. Jedoch – nach der 60-Prozent-Formel hätte sich nichts geändert. Immer noch läge die Armut auf Rekordniveau.<< Werter Leser, hast du verstanden? Wer mit 39.900.– nicht arm ist, ist es auch mit 399.– nicht. Oder umgekehrt? Während andernorts, gerade in diesem Augenblick, Küken geschreddert werden, sollten wir hier den Artikel in der SZ schreddern. Auf geht’s!

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kommentar-einen-neuen-armutsbegriffbitte-1.2415126

Während die einen darben, wird es den Funktionsträgern vorne und hinten reingeschoben. Stichwort: Die gekaufte Republik.

https://www.lobbycontrol.de/2015/03/aktion-schluss-mit-geheimen-lobby-geldern-an-parteien/

Wie der Berufsstand der Kirchenmusiker abgewirtschaftet wird

Von Klaus-J. Rathjens

Inakzeptable Vergütung für Kirchenmusiker: Weil die Kirchen ihren arbeitsrechtlichen Sonderstatus missbrauchten, wollen immer weniger Musiker Organist oder Kantor sein, klagt Klaus-J. Rathjens. Einer der ältesten Berufe der Kulturgeschichte sei in Gefahr.

Vielleicht wird ja das Bundesverfassungsgericht den Kirchenmusikern helfen. Es will im Laufe des Jahres über das nicht vorhandene Streikrecht der Beschäftigten in kirchlichen Diensten urteilen. Noch genießen die Kirchen einen arbeitsrechtlichen Sonderstatus. Sie legen die Gehälter – orientiert am Öffentlichen Dienst – einseitig fest. An Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften sind sie ebenso wenig gebunden, wie sie Arbeitsniederlegungen fürchten müssen.

Für Mitarbeiter wie Kirchenmusiker heißt das: Akzeptieren oder Verzichten. Und immer mehr – gerade junge – Musiker verzichten auf den Beruf des Organisten und Kantors, einem der ältesten der Kulturgeschichte, weil das Niveau der Vergütung mittlerweile inakzeptabel ist.

Quelle und mehr:

http://www.deutschlandradiokultur.de/organisten-und-kantoren-wie-der-berufsstand-der.1005.de.html?dram:article_id=315651

Wie Armut in Deutschland verharmlost wird …

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>>Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) hält wenig von der Annahme, wonach ein Bürger, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt, arm ist. Armut solle neu definiert werden, meint Nahles. Damit verdränge die Politikerin das Problem, kritisiert der Armutsforscher Christoph Butterwegge im Interview mit Deutschlandradio Kultur.

“Ich fürchte, dass auf diese Art und Weise wieder versucht werden soll, das Problem zu verharmlosen und zu verdrängen”, sagt Christoph Butterwegge. Der Sozialwissenschaftler forscht an der Universität Köln zum Thema Armut. Armut habe viele Gesichter und wenn man versuche, diese verschiedenen Aspekte zu erfassen, werde die Frage der Definition von Armut “ein unendliches Projekt”. Wichtiger als statistische Zahlen sei die Einsicht, dass in Deutschland die soziale Ungleichheit wachse. “Man muss dafür sorgen, dass man Arbeitsverhältnisse schafft, von denen die Menschen leben können”, sagt Butterwegge. Ein großer Teil der Armut in Deutschland sei durch die politischen Entscheidungsträger selbst erwirkt worden, etwa durch die Agenda 2010 oder die Hartz-Gesetze. “Wir müssen an den Strukturen ansetzen – da hat die Politik ihre Verantwortung.” Das Armutsproblem dürfe nicht subjektiviert werden. Armut sei ein strukturelles Problem. “Ich glaube, das Problem ist nicht der fehlende Aufstiegswille, sondern die fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten”, sagt Butterwegge.<<

Quelle und mehr (zum Nachhören):

http://www.deutschlandradiokultur.de/soziologe-christoph-butterwegge-wie-armut-in-deutschland.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=315480

Andrea Nahles, die Dummschwätzertussi, definiert die Armut weg

Übernahme von den Nachdenkseiten

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Andrea Nahles ist bekanntlich Sozialdemokratin und Arbeitsministerin, und als solche hat sie nun in der SZ einen beachtenswerten Vorschlag zur Bekämpfung der Armut gemacht: Sie definiert sie einfach weg. Sie hält nicht viel von der weitverbreiteten Annahme, wonach jeder, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, arm ist. […]

Frau Nahles ärgert sich, weil kürzlich ein Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ergeben hat, dass die relativ gemessene Armut einen neuen Höchststand erreicht hat. Das passt natürlich nicht zu der Erzählung, dass es in diesem Land allen besser geht.

Quelle: ZEIT Herdentrieb

Anmerkung Sebastian Thieme:

Zum Thema selbst gibt es natürlich noch viel mehr zu schreiben. Aber Mark Schieritz in der ZEIT bringt m. E. die offensichtlichsten Dinge auf den Punkt. War es nicht Nahles, die mit ihrem Versuch einer Pippi Langstrumpf-Imitation der damaligen Regierung VOR der Wahl vorwarf, sich die Welt einfach zurecht zu biegen? Nahles macht genau das, was wir von den Konservativen erwarten. Fehlt nur noch, dass sie auch noch die absolute Armut in Abrede stellt, weil wir ja einen Sozialstaat haben. Vielleicht ist ja genau das die Strategie: (i) Die relative Armut verneinen, (ii) sich auf die Beseitigung der absoluten Armut konzentrieren und (iii) die dann wieder verneinen dadurch, dass wir ja über Hartz IV die absolute Armut gar nicht mehr in Deutschland haben. Besonders peinlich: Als Arbeits- und Sozialministerin sollte sie eigentlich auch die Armutsberichte kennen. Da stand noch im Dritten Bericht: “So herrscht heute weitgehend Konsens, dass soziale Gerechtigkeit sich nicht in erster Linie nur an materiellen Verteilungsaspekten orientieren kann, sondern auch ein Mehr an Gleichheit bei den Teilhabe- und Verwirklichungschancen bedeuten sollte. Diese Teilhabechancen müssen in allen wichtigen Bereichen unabhängig von der Einkommenssituation der betroffenen Person eröffnet werden.” (Dritter Armuts- und Reichtumsbericht, S. 39 [PDF]) Mir fällt jetzt spontan nichts ein, womit sich Frau Nahles noch mehr für ihren Posten disqualifizieren konnte, als mit ihrer Aussage über die Armut. Eigentlich ein Grund, ihren Rücktritt zu fordern!

 

Ausbildung – nicht Bildung

Gestern gelesen. Ich weiß nicht mehr wo. Berichtet wurde davon, dass den Eltern ein Jahr ihres Nachwuchses an einer amerikanischen Elite-Universität 60.000.– Dollar kostet. Bei vier bis fünf Jahren kommen da gut und gerne bis zu 300.000.– Dollar zusammen.

Aber, und so war auch zu lesen, das Studium an einer Elite-Uni ist ein Sprungbrett in eine berufliche Anstellung. Am Ende resultiert daraus eine Rendite von 15%.

Feature – Bildung von EU-Polizeikräften:

Wenn die Aufstände kommen Die EU hat im vergangenen Jahrzehnt fast unbemerkt Kapazitäten zur Aufstandsbekämpfung aufgebaut. Ursprünglich gedacht, um in Drittländern stabilisierend zu wirken, scheinen sich die Aufgaben hin zu Einsätzen im Inneren zu verschieben. Mögliche Ziele: Demos, Streiks, Proteste.

Mehr hier:

http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/militaer-gegen-aufstaende100.html

Emmely ist tot.

Nach Frank Schirrmacher, Joe Cocker, Ralf Giordano, Udo Jürgens und Siegfried Lenz verstarb jetzt auch eine, deren Leben anders verlief, als das einiger Prominenter. Auch ihr sollte unsere Anteilnahme gewidmet werden.
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http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Panorama/d/6372156/kaiser-s-kassiererin–emmely–ist-tot.html

R.I.P.

Taz: Emmely ist tot
Junge Welt: Abschied von »Emmely«
Arbeitsunrecht: Wir trauern um Emmely, die Kämpferin

Sledgehammers letzte Worte

Sledgehammer:

Bevor ich mich nun definitiv in eine zeitlich begrenzte ‘Lesereise’ schicke, möchte ich all jenen, die unser Wirtschaftssystem und dessen Regeln, Wirkungen und Hintergründe noch nicht durchdrungen haben und dies unterhaltsam, verständlich wie provokant admodum nachholen möchten, das Buch “Der Globale Minotaurus” von Yanis Varoufakis nahelegen. Danach wird auch deutlich, warum die Kapitalkraken und ihre Handlanger den Mann, der zusammen mit Alexis Tsipras angeblich das Imperium herausfordert, auf degoutante Art und Weise zu diskreditieren suchen. …………………………………………………………………..

Antje Kunstmann Verlag:

Yanis Varoufakis Der globale Minotaurus Globalisierung, Gier und fehlende Bankenregulierung – sie alle wurden für die Krise der Weltwirtschaft verantwortlich gemacht. In Wahrheit sind dies nur Nebenschauplätze eines weit größeren Dramas. Eines Dramas, das in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurzelt und bereits seit den 1970-Jahren auf offener Bühne spielt: als die Welt wider besseres Wissen begann, mit ihrem Geld den “Globalen Minotaurus” Amerika zu nähren – so wie einst die Athener dem mythischen Fabeltier auf Kreta Tribute zollten. Heute erfüllen die USA ihre Rolle als Stabilisator der Weltwirtschaft nicht mehr und die Konsequenzen zeigen sich allerorten. Sie machen vor allem eines klar: Stabilität in der Weltwirtschaft ist nicht umsonst zu haben; sie erfordert historische Entscheidungen – wie nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Hegemonialstellung Amerikas begann. Statt hektischer Rettungsaktionen mit immer kürzerem Verfallsdatum ist eine grundlegende Debatte über Stabilitätspolitik, ist ein Neuanfang unvermeidlich.

9783888977541

Noch eine Bemerkung zum Varoufakis-Video

In Jan Böhmermanns Beitrag wird der Kommentar eines “Chef”-Redakteurs von Video-BILD eingeblendet. Der Fachmann sagt: In dem Varoufakis-Video sind alle Bewegungen so fliessend und die Schatten sitzen an der richtigen Stelle, woraus folgt: Das Video muss echt sein.

In dem folgenden Filmausschnitt von Mission Impossible mit Tom Cruise (1. Film von 1996) sind alle Bewegungen fliessend und die Schatten sitzen an der richtigen Stelle, und dennoch ist das Ganze Illusions-Kino. Es ließen sich sicher jede Menge anderer Beispiele aus dem digitalen Zeitalter des Films finden, die zeigen, wie perfekt Hollywood täuschen kann (siehe z. B. Die Matrix).

Die Grünen und Cannabis

BERLIN taz | Gentechnisch verändertes Dope? Nein, das käme ihnen nicht in die Tüte. Irgendwo endet auch die Toleranz der Grünen. In ihrem Gesetzentwurf für eine weitgehende Freigabe des Cannabis-Konsums stellt die Partei klar: Cannabis aus Gen-Hanf gäbe es auch in einem Grün-regierten Land nicht. Das Kiffen wäre, so die Idee, ein Genuss mit sauberem Stoff, streng von Verbraucherschützern überwacht.

Für Anhänger eines liberalen Umgangs mit Cannabis, Haschisch und Co. war der heutige Freitag ein geradezu historischer Tag. Die Fraktion der Grünen brachte erstmals einen detaillierten Gesetzentwurf in den Bundestag ein, der den verklemmten Umgang des deutschen Staates mit der weichen Droge komplett neu regeln würde. Der Entwurf sieht unter anderem vor, Erwachsenen den Erwerb und Besitz von bis zu 30 Gramm Cannabis zu erlauben.

Zum ganzen Artikel:

http://taz.de/Debatte-um-Cannabis/!156808/

 

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