Notizen aus der Unterwelt.

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Isaak Lewitan — 27. Oktober 2021
Wie von Sinnen — 3. Dezember 2021

Wie von Sinnen

Von Sledgehammer

Es ist nurmehr von Realitätsverweigerern zu leugnen, dass wir in einem profaschistischen Staat leben.
Noch trauen sich die Damen und Herren hiesiger Machtverhunzung nicht, die Abweichler und Widerständler zu internieren und mit therapeutischen Zwangsmaßnahmen zu traktieren.
Doch auch das könnte bald Wirklichkeit werden, wenn man sich vor Augen führt, mit welcher Rasanz tragende Säulen eines ehemaligen Rechtsstaats abgeräumt oder ausgehöhlt wurden.

Nun, da die prädominante Matrone abtritt, beginnt die Stunde der zweiten Garde der Politakteure und ihrer Hofschranzen.
So schnell wie diese nachfolgende Regierung, hat noch keine politische Kraft verbotenes Terrain betreten, wohlfeile Programmatik in die Tonne getreten oder lang gehegte Überzeugungen und Ideale zu Grabe getragen.
So, als müssten sie es nun allen zeigen, was in der „Stunde der Bewährung“ in ihnen steckt.

Machen wir uns nichts vor, wir stolpern großteils wie von Sinnen in einen Überwachungs- und Bevormundungsstaat erster Ordnung, der alles bislang Dagewesene noch einmal übertrifft, und wo Gewährungen gönnerhaft Privilegien heißen, die nach Gusto zugeteilt oder entzogen werden können.

Widerstand, so gering oder scheinbar nutzlos er auch sein mag, wird zur Pflicht.

Anpassung — 25. November 2021

Anpassung

by Sledgehammer

Je weniger das Impf-Narrativ sticht, desto aggressiver wird es als Ausweg aus der Pandemie verkauft.
Je weniger die „Ungeimpften“ Anteil am Infektionsgeschehen haben, das aufgrund der 2 G-Regel namentlich von den „Geimpften“ angetrieben wird, umso haltloser gibt man ihnen die Schuld.

Angestaute Feindseligkeit und Verhetzung einer mittels sinistrer Propaganda aufgewiegelten Gesellschaft brechen sich Bahn.
Endlich geht sich die vormals passive angstsolidarische Leidensgemeinschaft mutuell an die Gurgel.

Die Glaubensbruderschaft der „Impferlösung“ lässt sich von denen, die im Pandemiegeschehen eklatant versagt haben, erneut die steinalte Erzählung vom Brunnenvergifter auftischen.
Geradezu erpicht sind inzwischen viele Bürger darauf, die „Verstockten“ mittels „Impfpflicht“ oder gleich per „Impfzwang“, endlich an die Nadel zu bringen.

Dabei wird nicht ansatzweise reflektiert, was ein derartiger staatlicher Eingriff in die Selbstbestimmtheit des Einzelnen auch für sie selbst bedeutet – sowohl was nachfolgende „Auffrischungsimpfungen“, als auch weitere denkbare „kurative Zwangsbeglückungen“ anbelangt.

Die Majorität der Regierungspräsidenten, die Kirche, die Standesvertreter verschiedener Fachbereiche und die neue Bundesregierung sind offen für eine „Impfpflicht“.
Die Epigonen des Vergangenen drängen aus der Deckung, geben sich zu erkennen zum Gemeinwohl und Gottgefallen – bereit für Rauborstiges, Brachiales.

Reihenweise kippen die aufrechten Demokaten um, keiner will in der aufkommenden allgemeinen Hoch- oder Pogromstimmung hintanstehen, wenn mit einer „gesunden Radikalität“ die „Volksschädlinge“ Mores gelehrt wird, sie zwangsmedikamentiert oder gar weggesperrt werden.

Oh, heilige Einfalt und Verderbtheit!

massenpsychose — 24. November 2021
um hilfe wird gebeten — 22. November 2021
Normalerweise … — 20. November 2021

Normalerweise …

… werden mir neue Anmerkungen per email gesendet, so dass ich herbeieilen kann, um die Anmerkungen freizuschalten. Seit vielen Stunden habe ich aber gar keine Mails mehr erhalten, den Grund dafür kann ich mir nicht erklären. Jetzt, vor wenigen Minuten, entdecke ich ne Menge Anmerkungen, die ich sofort freigeschaltet habe, auch die von ulli, den ich nicht mehr verstehe. Durch Deutschland verläuft ein Riss: es ist der Corona-Abgrund. Leck mich am Arsch.

Die Diktatur der Wahrheitsbesitzer — 18. November 2021

Die Diktatur der Wahrheitsbesitzer

Das Zitat eines Zitats stammt von Dennis Palumbo, Schriftsteller und Psychotherapeut aus Pittsburgh.

Der auf das Zitat folgende längere Text stammt von Tobias Riegel, Nachdenkseiten.

>>In these tumultuous, divided times, I’m reminded of my favorite quote from philosopher Charles Renouvier: „Properly speaking, there is no such thing as certainty; there are only people who are certain.<<

Einige Stimmen verlangen von nicht geimpften Bürgern, dass sie auf Behandlungen im Krankenhaus verzichten sollen – das ist verwerflich. Als Reaktion werden Listen erstellt, wer dann „ebenfalls“ sein Recht auf ein Intensivbett verlieren sollte: Raucher, Raser, Übergewichtige, Alkoholiker, Extremsportler. Diese Reaktion ist verständlich. Aber zum einen sollte man nicht auf das Niveau der Corona-Kampagne hinabsteigen. Zum anderen hat der Teufelskreis aus gegenseitigen Aufrechnungen von „unberechtigten“ Intensivbehandlungen das Zeug, die Idee eines halbwegs solidarischen Gesundheitssystems in seinen Fundamenten zu schädigen – er sollte unterbrochen werden. Ein Appell zur Mäßigung. Von Tobias Riegel.

Man ist beim Thema Corona inzwischen einiges gewohnt an fragwürdigen Vorstößen. Doch die „Hocheskalation“ bei den Angriffen auf wichtige Grundsätze des Zusammenlebens lässt sich immer noch weiter treiben. Ein negativer Höhepunkt waren in den vergangenen Monaten etwa die Forderungen von Akteuren der Impfkampagne nach einem Verzicht Nichtgeimpfter auf eine Intensivbehandlung. 

Gefährliche Versuchsballons

Dieser Angriff auf ein solidarisch verstandenes Gesundheitssystem sticht meiner Meinung nach nochmals heraus aus den gefährlichen Spaltungsversuchen der letzten Zeit. Die Stimmen relativieren sich teils wieder und kommen bisher aus der zweiten oder dritten Reihe, aber die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt, dass solche Versuchsballons sehr schnell Realität werden können. So sagte bereits vor einiger Zeit Wolfram Henn, Humangenetiker und Mitglied des Ethikrats der Bundesregierung: 

Wer partout das Impfen verweigern will, der sollte, bitte schön, auch ständig ein Dokument bei sich tragen mit der Aufschrift: ‘Ich will nicht geimpft werden. Ich will den Schutz vor der Krankheit anderen überlassen. Ich will, wenn ich krank werde, mein Intensivbett und mein Beatmungsgerät anderen überlassen’

Auf dem Portal „Sachsen.de” wird formuliert , „wie Ungeimpfte der Gesellschaft wenigsten (sic) etwas helfen können“:

Höhere Krankenkassenbeiträge, Beteiligung an den Behandlungskosten, Verzicht auf Behandlung, Impfpflicht.

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sagte kürzlich:

Und wer Impfgegner ist, der müsste eigentlich eine Patientenverfügung ausfüllen, worin er bestätigt, dass er im Fall einer Covid-Erkrankung keine Spital- und Intensivbehandlung will. Das wäre echte Eigenverantwortung.“

Verantwortungslose Tabubrüche

Wie nun auch der Schweizer Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart sagte, hatte ein Genfer Gesundheitsdirektor gefordert

Ungeimpfte sollen ihre Spitalkosten selber tragen.

Folgenden Vorschlag zu den Kosten (allerdings auch für Extremsportler etc.) hat hierzulande etwa Jürgen Zastrow, Leiter der Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, gemacht :

Man muss auch mal darüber diskutieren, ob man diejenigen Kosten, die einer dadurch verursacht, dass er sich unnötigerweise infiziert, demjenigen belastet, der sie auslöst – anstatt der Allgemeinheit.“

Solche Vorstöße zur Aufweichung eines zumindest in Teilen noch solidarischen Systems nehmen Versicherer gerne auf: Die R+V-Versicherung trägt sich laut Medien mit dem Gedanken, „möglicherweise Tarife nach Impfstatus zu unterscheiden.“ In Singapur ist man einen Schritt weiter: Laut Medien müssen dort nicht geimpfte Bürger die Behandlungskosten bei einer Covid-Erkrankung künftig selber zahlen.

Der „Standard“ findet den Vorschlag des Bioethikers Peter Moeschlvon Impfgegnern eine Patientenverfügung zu verlangen, mit der sie im Falle einer Covid-Erkrankung auf eine intensivmedizinische Behandlung verzichten, „inhaltlich überzeugend“. Im Internet kursieren „satirische“ Vordrucke für solche „Verzichtserklärungen“.

Es gibt weitere Beispiele in Medien und Politik für Forderungen in dieser Richtung. Diese Äußerungen offenbaren nicht nur individuelle Kälte. Sie offenbaren auch Verantwortungslosigkeit: Niemand weiß, wie sich solche harschen Tabubrüche in der gesellschaftlichen Kommunikation langfristig auswirken – hier wird an den Grundfesten unseres Zusammenlebens gesägt. 

Wer ist für Klinikengpässe verantwortlich?

Die Bezeichnung der Impfung als „Schutz für andere“ ist durch das teilweise Versagen der Impfstoffe auf dem Gebiet der Ansteckungsverhinderung erheblich geschwächt. Zum Argument, „die Ungeimpften“ würden nun einen Gesundheitsnotstand auslösen, ist zu sagen: 1. Bisher sind die Szenarien der Kliniküberlastung (im Vergleich zum „Normalfall“) nicht eingetroffen. 2. Der Kampfbegriff von der „Pandemie der Ungeimpften“ ist nicht seriös. 3. Das Gesundheitssystem war bereits lange vor Corona überlastet, vor allem wegen falschen Entscheidungen der Politik und der Folgen von Privatisierungen. 4. Diese bereits bestehenden Mängel wurden angesichts des Virus nicht behoben – im Gegenteil: Noch während der „Pandemie“ wurde der Verlust von tausenden Intensivbetten zugelassen, während die Risikogruppen nicht geschützt wurden. 

Und die Verantwortlichen für dieses Handeln wiegeln zur Ablenkung nun die Bürger gegen den Sündenbock „Ungeimpfter“ auf. Zu all dem kommt noch hinzu, dass alle offiziellen Zahlen zu den „Infizierten“, zu den „Fallzahlen“, zu den „Inzidenzen“ und zu den „mit oder an“ Corona Verstorbenen unter Manipulationsverdacht stehen. 

Sündenbock-Strategie

Doch die Sündenbock-Strategie ist erfolgreich: Vielen Bürgern fährt bei den hier zitierten Forderungen (und wegen der ausbleibenden Empörung) ein Schreck in die Glieder. Auch lenkt die Taktik wirkungsvoll von politischem Versagen ab. Insofern sind die Äußerungen durchaus im Einklang mit der bereits im Papier des Innenministeriums dargelegten Taktik der Furcht.

Mindestens ein gewisses Unbehagen sollten allerdings auch geimpfte Bürger spüren, schließlich würde diese Ungleichbehandlung nicht die letzte sein: Wenn man jetzt zulässt, dass Prinzipien derart beschädigt werden, dann können sie in Zukunft auch jene Bürger nicht mehr schützen, die sich aktuell auf der „sicheren Seite“ fühlen. 

Zusätzlich zu diesen (gesunden) „egoistischen“ Motiven für eine Empörung über Teile der Impfkampagne müsste sich auch eine Besorgnis über den Zustand der Gesellschaft allgemein gesellen. Die Eskalation schreitet schließlich unaufhörlich voran: Während die verfassungswidrigen „Lockdowns für Ungeimpfte“ bereits umgesetzt werden, steigen die hier zitierten Versuchsballons, um die Grenze für das Sagbare immer weiter zu verschieben – und in der Folge die Grenze für das Machbare.

Haben auch Raucher und Raser ihr Recht auf Behandlung „verwirkt“?

Und weil diese Angriffe auf Grundgedanken unserer Gemeinschaft so gravierend sind, rufen sie (in Foren oder Gesprächen) nachvollziehbare, aber dennoch fragwürdige Reaktionen hervor – etwa in Form von Listen von Bürgern, die „ebenfalls“ ihr Recht auf angemessene Behandlung „verwirkt“ hätten: so zum Beispiel Raucher, Raser, Übergewichtige, Alkoholiker, Extremsportler.

Diese Gegenpolemik ist wirkungsvoll, sie erscheint – auch wenn die Vergleiche teils hinken mögen – im ersten Moment angebracht und gerechtfertigt. Langfristig kann aber das Hinabsteigen auf das Niveau der „Angreifer“ wichtige Prinzipen beschädigen: Bürger könnten sich bestätigt fühlen, denen es vielleicht schon vor Corona gegen den Strich ging, dass sie sich selber mit großer Mühe „gesundhalten“ und sie dann aber trotzdem für die Behandlung von Heroinabhängigen oder extrem Übergewichtigen aufkommen müssen. Würden nun alle Bürger gegenseitig Wohlverhalten auf bestimmten Verhaltensgebieten als „Eintrittskarte“ zum Spital verlangen, wäre das destruktiv für die Gesellschaft. 

Bereits die Debatte über selektive Behandlungen wirkt zerstörerisch

Diese Tendenzen müssten also auch bei „impfkritischen“ Bürgern zurückgewiesen werden. Denn diese Gedankengänge bedrohen zum einen den Konsens einer noch in Ansätzen solidarischen Gesundheitsorganisation, in der jeder Patient fast ohne Vorbedingungen behandelt wird. Dass dieses Ideal in einem zunehmend privatisierten Gesundheitssystem ohnehin oft verletzt wird, ist kein Grund, es nun gänzlich zu Grabe zu tragen.

Zum anderen sind diese Gedanken heuchlerisch, weil vielleicht eines Tages eben jener Gesundheitsapostel einen Unfall verschuldet und dann ja wiederum von den Beiträgen auch der Übergewichtigen versorgt wird. Auch gibt es die Volksweisheit: „Raucher gehen nicht in Rente“ – sind Nichtraucher unterm Strich also teurer für die Gesellschaft?

Weil also Forderungen in dieser Richtung inhaltlich unhaltbar sind und bereits die Debatte darüber zerstörerisch wirken kann, sollte man keine Steilvorlage bieten. Man kann die Forderungen nach Behandlungsverzicht empört zurückweisen – aber vielleicht ohne dabei ebenfalls unsolidarische Argumente zu nutzen. 

Impfdebatte als Ablenkung?

Man muss meiner Meinung nach auf die hier zitierten Vorstöße reagieren. Andererseits haben sie, so wie die gesamte Impfdebatte, ein starkes Potenzial der Ablenkung: Verdeckt wird von den Impf-Kontroversen aktuell unter anderem, dass ein bestimmendes Motiv hinter der Corona-Aufregung mutmaßlich die Installierung von langfristigen Überwachungs-Praktiken ist, dass die Ampelkoalition gerade eine unsoziale Steuerpolitik plant und dass es beunruhigende Signale für geopolitische Zuspitzungen gibt.