Notizen aus der Unterwelt.

Der kritische Blog von Klaus Baum – jetzt mobile-friendly

Corona 6 Monate Grundeinkommen — 20. März 2020

Corona 6 Monate Grundeinkommen

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Meine Name ist Tonia Merz. Ich bin seit 19 Jahren selbstständige Modedesignerin und habe 5 Angestellte. Mir ist es in all den Jahren gelungen, sichere Arbeitsplätze zu schaffen und meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Was mir trotz überdurchschnittlich viel Arbeit nicht gelang, ist Rücklagen zu bilden, die mich und mein Team durch eine Krise, wie wir sie derzeit erleben, retten könnten.

So geht es nicht nur mir. So geht es unzähligen Selbstständigen, Kreativen, Musikern, Künstlern, Veranstaltern und Überlebenskünstlern. Menschen, die ihr Leben immer selbst gestaltet haben, die Deutschland gestalten und unsere Welt bunter machen. Menschen, die den Mut haben, Unternehmer zu sein. Menschen, die sich und andere immer selbst versorgt haben und nun unmittelbar vor dem Aus stehen. So geht es unzähligen Studenten und anderen, die  auf ihre 450€-Jobs angewiesen sind, um zu überleben. Für die kein Kurzarbeitergeld greift und für die Kredite keine Zukunftsperspektive sein können. Sie alle wissen nicht, wie sie ihre Mieten, ihre privaten Krankenversicherungen, Essen für ihre Kinder oder andere Verbindlichkeiten zahlen sollen.

Sie alle brauchen Hilfe und zwar: SOFORT! 
Nicht als Kredit, sondern als Zuschuss für die Umsätze und Einkommen, die innerhalb von Tagen plötzlich weggebrochen sind.

Deutschland ist ein reiches Land – Sie reden von Billionenkrediten für die Wirtschaft! Was dem Land aber auch helfen würde, ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens von 800-1200€ pro Person für 6 Monate.Schnell, unbürokratisch, zeitlich begrenzt. DAS würde den sozialen Absturz Tausender verhindern und gleichzeitig die Kaufkraft im Land erhalten. Denn das ist das Zweite, was wir brauchen: Menschen, die weiterhin Geld ausgeben!

Ich beschränke diese Forderung bewusst nicht auf einzelne Gruppen, denn was das ganze Land jetzt braucht, ist Unterstützung und es ist unser gemeinsames Geld!

Eine bessere Möglichkeit, das Konzept Grundeinkommen zu testen gibt es nicht – in der Krise liegt die grösste Chance.

Kaltes Blut — 10. März 2020

Kaltes Blut

>>Wie werden – sollte es sie geben – Menschen in ferner Zukunft über den Pseudokontinent Europa, dieses „zerklüftete Westkap Asiens“ (Arno Schmidt) urteilen, über seine Insassen und Geschichte? Über die tiefen Spuren von Blut und Gewalt, Terror und Eigensucht, Raub und Machtgier, die sich durch die Jahrtausende bis in unsere Gegenwart ziehen? Wie werden diese Zukunftsmenschen über das angebliche „Friedensprojekt“ Europäische Union befinden? Werden sie anders als mit Begriffen aus der forensischen Psychiatrie beschreiben können, wie unfaßbar schäbig, steinherzig und brutal die Einwohner der reichsten aller Erdgegenden sich im März 2020 gegen Menschen verhielten, die in schierer Not sind, erniedrigt und verzweifelt, und dies bestimmt nicht zuletzt wegen der Politik der EU –?<<

Weiter hier:

The real pulse of Europe (4): Kaltes Blut

Wählen? — 5. März 2020

Wählen?

Welche Mogelpackung hätten Sie denn gern?

von altautonomer

DIE LINKE: „Schluss mit Tierversuchen, nehmt Flüchtlinge!“ Stop! Das hat keiner von denen gesagt, aber da diese Partei kurzfristig im Satiremodus war, meinte ein weibliches Mitglied auf der Strategiekonferenz am letzten Sonntag in Kassel: „Energiewende ist auch nötig nach ’ner Revolution“.“Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen.“ Mit dieser nassforschen Polemik wollte die Frau doch nur das Revolutionsgerede anderer Genossen auf die Schippe nehmen. Die öffentliche mediale Empörung darüber stieß durch die Decke. Dagegen war der ernstgemeinte Vorschlag von AfD-Frauen, man möge nötigenfalls an der deutschen Grenze von der Schusswaffe gegen Flüchtlinge Gebraucht machen ein „Fliegenschiss“.

Bei einer vorangegangenen Podiumsdismkussion nutzte Bodo Ramelow, der die Gelegenheit , um zu verkünden, dass er auch bei der – mutmaßlich – 2021 stattfindenden nächsten Landtagswahl wieder als Spitzenkandidat seiner Partei antreten werde, lobte (den Klassenfeind) »unsere Unternehmer«, die bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten sehr geholfen hätten. Da habe er selbstverständlich nicht erst gefragt: »Zahlt ihr den Tarifvertrag? Und seid ihr für einen Betriebsrat?« Unternehmer, wusste er zu berichten, hätten »bei uns« als »gesellschaftliche Kraft« das »höchste Ansehen«. 

Damit ist das ver.di-Mitglied Ramelow  definitiv im Neoliberalismus angekommen. Nicht den Initiativen vor Ort, den Flüchtlingshilfegruppen, den Tafeln und Kirchengemeinden galt sein Lob, sondern denjenigen, die jenseits tariflicher Bindungen aus einem unerschöpflichern Reservoir an Billigarbeitskräften schöpfen und profitieren konnten. 

Rückenwind bekam er von Katja Kipping, Bundesministerin in Lauerstellung, der fälschlicherweise immer noch eine gewisse Zugehörigkeit zum linken Flügel in der Partei nachgesagt wird. Kipping malte aus, was man mit der »Amtsmacht« in einer Regierung alles anstellen könnte. Es reiche nicht aus, nur »Haltelinien« zu definieren: Man müsse auch positive Ziele formulieren. Und sei man einmal in der Bundesregierung, dann sei Horst Seehofer ja auch nicht mehr Innenminister. 

Nachzulesen: https://www.jungewelt.de/artikel/373712.strategiekonferenz-in-kassel-ab-in-die-mitte.html 

Kleines Schmankerl zum Runterspülen: SPD und Grüne hatten sich beim ersten Koalitionsvertrag in Thüringen 2014 damit durchgesetzt, in der Präambel die Feststellung zu treffen, dass es sich bei der DDR, die für viele Anhänger der Linkspartei nach wie vor zum identitätsstiftenden politischen Erbe gehört, um eine „Diktatur“ und einen „Unrechtsstaat“ gehandelt hat. Diesen Vertrag hat Ramelow unterzeichnet und heute stellt er sich hin und dementiert, dass sich die Balken biegen. 

Dies wäre die Wahlalternative? DIE PARTEI? 

 Ein Mitglied habe etwa bei einer Parteiveranstaltung eine Kellnerin in die Küche verfolgt und ihr „angeboten“, ihr seinen Penis zu zeigen. Der Bundesvorstand müsse einschreiten. Über 100 Mitglieder aus mehreren Verbänden der Partei haben unterschrieben. Andere Mitglieder berichten von Grapschern, von anzüglichen Angeboten, von Schmähgedichten, in denen eine junge Frau als „Samenbank“ bezeichnet wird, und von Neins, die nicht als Nein akzeptiert werden. Schon 2016 hat diese  Partei eine„Sexismusbeauftragte“. Doch die fällt damit auf, dass sie Sonneborn bei einem Treffen in den Schritt greift. 

https://www.facebook.com/parteifakten/posts/fakt-der-sonneborn-hat-eier-verifizierung-durch-dipl-sex-beauf-anna-bauer/1133166066802842/ 

Die Rede ist von DIE Partei, die all jenen, denen DIE LINKE zu sozialdemokratisch und  wenig rebellisch war, eine Wahlalternative darstellte. Und diese PARTEI hat ein ziemlich ausgeprägtes Sexismusproblem. Nähere Infos bei VICE:

https://www.vice.com/de/article/bvg55v/die-partei-genossen-sollen-mitglieder-sexuell-belastigt-haben-sexismus-antidiskriminierung 

Parteien, in denen aufgrund gewisser Strukturen Sexisten und Interessenvertreter von Unternehmen in Führungspositionen gespült werden, sind für mich selbstverständlich nicht wählbar. 

Corona — 26. Februar 2020

Corona

Ulli  schreibt:

>Keine Panik, dabei kommt unter Garantie nichts raus. Und wer sich langweilt, kann ja Poes „Maske des roten Todes“ lesen. Im übrigen ist die einerseits gar nicht so verschieden: auch die Pest stammte ja von einem tierischen Erreger, der auf den Menschen übergesprungen war und über die damals expandierenden Handelswege verbreitet wurde. Anders als heute wussten die Menschen aber lange Zeit keine Abhilfe, während sie heute unter Garantie forschen wie die Weltmeister und es vermutlich schon in ein paar Wochen eine halbwegs gute Therapie geben wird. Vielleicht folgt sogar die Erkenntnis, dass es tatsächlich nur eine Welt ist und nicht endlose Konkurrenz, sondern Gemeinsamkeiten notwendig sind. (Die Menschheit entwickelt sich leider immer wieder über Katastrophen.)

 

Troptard:

„Angst vor einer Pandemie wächst mit der internationalen Verbreitung des Coronavirus
Von Benjamin Mateus
26. Februar 2020

Das 2019-nCoV-Virus hat sich als komplexer Erreger erwiesen, wie ihn Virologen so noch nicht erlebt haben. Die Wissenschaftler versuchen immer noch zu verstehen, warum es so hoch ansteckend ist und ob das Virus über Oberflächen, Wasserleitungen und Lüftungskanäle übertragen wird. Bei der SARS-Epidemie im Jahr 2003 wurden innerhalb von 10 Monaten 8.000 Menschen infiziert. Im Gegensatz dazu hat COVID-19 in etwas mehr als zwei Monaten 80.000 Infektionen verursacht – und viele Fälle sind möglicherweise gar nicht diagnostiziert worden.

Obwohl die Sterblichkeitsrate viel niedriger ist als die von SARS und etwa 1 bis 2 Prozent der Infizierten beträgt, sind die COVID-19-Todesfälle bereits dreimal so hoch wie die Zahl der durch den SARS-Ausbruch von 2003 verursachten Toten. Die Inkubationszeit des Virus wird auf etwa 14 Tage geschätzt, aber es gibt bestätigte Fälle, in denen Menschen drei bis vier Wochen lang keine Symptome zeigten. Zur weiteren Verwirrung der Gesundheitsbehörden gibt es Anzeichen dafür, dass Menschen, die sich erholt haben, das Virus weiterhin in sich tragen und verbreiten können.“

https://www.wsws.org/de/articles/2020/02/26/coro-f26.html

 

altautonomer:

Armin Laschet, CDU, Ministerpräsident von NRW: „Wir haben die Corona-Lage unter Kontrolle!“

Jens Spahn, CDU, Gesundheitsminister der BRD: „Wir befinden uns am Beginn einer Epidemie!“

WAZ Ruhrgebiet: „Atemschutzmasken sind in den Apotheken Mangelware.“

Und die Einschläge kommen immer näher.

Allmählich komme ich in den Panikmodus. Vom 12.-15-03.2020 ist die Leipziger Buchmesse, die meine Freundin aus beruflichen Gründen (Chefredakteurin einer SPIEGEL-Tochter) besuchen muss. Außerdem fährt sie jeden Tag mit der überfüllten S-Bahn nach Dortmund.

Immer noch aktuell — 24. Februar 2020
Immer auf der richtigen Seite — 20. Februar 2020