Bei Rüdiger Heescher auf facebook kann man heute folgendes lesen:
Vor einigen Stunden >>auf Phoenix zum Papst Besuch auf Lesbos kommentieren die Moderatoren von Phoenix, dass sich der Papst gestern mit dem kommunistischen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Sanders getroffen habe und heute sogar wieder mit dem kommunistischen Präsidenten Tsipras von Griechenland. Man hat bei beiden ausdrücklich „kommunistisch“ hervorgehoben. Der Papst trifft sich nur mit Kommunisten. Schändlich!<<
Ich hatte neulich mit Bezug auf Böhmermann geschrieben: Es gibt eine nicht unerhebliche Anzahl jener, die sich über die offensichtlich überzogenen und völlig unglaubwürdigen Attribute aufregen, mit denen Böhmermann Herrn Erdogan belegt hat. Ich hatte geschrieben, dass die Kampagnenfürsten der deutschen Medien zum Beispiel das Griechenland des Aufbruchs vor einem Jahr (Varoufakis) mit Schmähbegriffen überzogen haben. Ein inhaltliche Auseinandersetzung fand nicht statt. Man erregte sich über Varoufakis, weil er mit seiner Frau auf der Terrasse seines Hauses zu Abend aß und sich dort fotografieren ließ.
Böhmermann benutzt absurde Etiketten wie Ziegenficker, aber die tägliche Dosis an Linkenbashing wird kaum noch wahrgenommen. Rüdiger Heescher jedoch ist es aufgefallen, denn der Böse in der neoliberalen Welt ist nicht der Ziegenficker, sondern der Kommunist.
Die neoliberale Presse stigmatisiert permanent Menschen, die sich mit den Neolibs nicht abfinden wollen, die noch eine andere, humanere Welt anstreben – die Verteufelung von allem, was als Links angesehen werden könnte, regt kaum noch jemand auf, aber das sogenannte Gedicht von Böhmermann – damit kann man Gemüter erhitzen.

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